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Thema: Wie macht man eine Vogelstimmenexkursion?


Hallo,

ich soll demnächst einer kleinen Gruppe Vogelstimmen erklären, ca. 2h morgens im Wald. Ich denke die Leute haben schon ein gutes Grundwissen zu Vögeln, was Stimmen angeht weiss ich nicht.

Hab so was noch nie gemacht. Hab mir auch noch keinen grossen Plan zurecht gelegt, ich denke einfach ab und zu stehen bleiben, und rumdum alles bestimmen was zu hören ist.

Falls jemand also gute Tips hat, wie man das macht, wie man vorgeht, her damit! :)

Danke, Florian



Nun ja, es wäre m.E. auf jeden Fall gut, nicht nur einfach zu bestimmen, sondern auch Unterschiede zu erklären und Merkmale, woran man die einzelnen Arten erkennt.

Herzliche Grüße – Martin



florian: ca. 2h morgens im Wald.


Ich gehe im Mai auch immer gerne mal bei Sonnenaufgang in den Wald, NUR ich werde immer erschlagen von dem Gesang :)

Ein anderes Habitat wäre vielleicht besser zum auseinanderhalten der Stimmen und zum erklären :)

Liebe Grüße

Richard

Jahresliste 2018 (Deutschland): 148 (Fischadler)
Foraner/innen : 59 (Josefine)


Hallo Richard und Martin, danke für die Kommentare.

Es geht eigentlich, der Wald hier ist nicht soo extrem Artenreich. Hab heute früh mal alleine einen Test gemacht, ich glaub ich habs halbwegs im Griff. Aber wie man das pädagogisch richtig angeht, weiss ich noch nicht so recht...

Grüsse, Florian



Ach ja, mir ist noch was eingefallen: Du solltest dich in erster Linie auf die nahe singenden und deutlich zu hörenden Vögel konzentrieren. Es hat nicht viel Sinn, Vogelstimmen erklären zu wollen, die relativ leise irgendwo im Hintergrund zwischen allen möglichen anderen zu hören sind (außer natürlich, es fragt jemand aus der Gruppe explizit nach, was denn dort gerade zu hören ist).

Herzliche Grüße – Martin



Aber wie man das pädagogisch richtig angeht, weiss ich noch nicht so recht...
mit der Peitsche würde Jörg jetzt sagen :-D




Richard:
mit der Peitsche würde Jörg jetzt sagen :-D


Meint natürlich: Wiederholungen, Wiederholungen und Fragen. Dabei solltest Du Dich auf wenige, häufige und markante Stimmen konzentrieren.

Grüße rkb



Ich bin ja alles andere als gut im Erkennen von Vogelstimmen. Einige Stimmen haben sich mir aber über das "Lautmalerische" erschlossen:

Waldlaubsänger - ausrollende Münze
Pirol - Vicco von Bülow (Loriot)
Karmingimpel - nice to meet you (Tipp auf dem Forumtreffen in Hamburg)

Steffen



Guten Morgen!

aus eigener Erfahrung habe ich es als sehr hilfreich empfunden sich nicht nur auf die "Lautäußerungen" der Natur zu "verlassen", sondern auch ein Audiogerät mit den zu erwartenden Vogelstimmen aus der "Retorte" mitzunehmen und in geeigneter Weise vorzuführen.

Schlecht oder weit entfernt wahrnehmbare Vogelstimmen können so vergleichsweise auf noch einmal vom Audioträger zur Verdeutlichung für alle Teilnehmer abgespielt werden. Mit diesem Hilfsmittel lassen sich die in der Natur gehörten Stimmen mit ähnlichen oder anderen Arten vergleichen (schult das Gehör!). Falls in einzelnen Bereichen mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmte Vogelstimmen zu hören sind, können die Exkursionsteilnehmer/innen zudem durch gezieltes vorheriges Vorspielen der zu erwartenden Lautäußerungen prima vorbereitet werden. Der Wiedererkennungseffekt des vorher gehörten Vogelgesanges in der Natur verschafft den Teilnehmenden dann oft das besondere Wiedererkennungserlebnis und eine Erlebnisfreude.
Die Unterstützung mit aufgezeichneten Vogelstimmen ist mit Sicherheit eine schöne Bereicherung für eine solche Exkursion mit Nachhaltigkeitseffekt.

Gruß
Frank




Moin, den letzten Vorschlag gilt es nochmal kritisch zu prüfen. Jedes Abspielen einer Stimen-Konserve zur Balz- Brutzeit stellt eine Störung des natürlichen Ablaufs dar. Zusätzlich werden die Leute animiert, recht sorglos mit dieser Praxis umzugehen, wenn sie merken, dass die wilden Vögel sogar reagieren und z.T. auch näher kommen.
Alle Arten haben gute Ohren und manche reagieren sehr sensibel... Es ist fast schon erschreckend wie oft ich in der letzten Zeit die Menschen mit ihren Smartphones oder was immer vor Büschen, in Wiesen, am Wasser und im Wald stehen sehe - alles Naturfreunde, die den Vogel hören aber am besten auch mal sehen wollen. Also nochmal überlegen - die armen Viecher haben es auch sonst nicht mehr so einfach...

Gruß...

http://sternaberttrips.blogspot.de/


Hallo Florian,

das hängt natürlich von der Zielgruppe ab. Meiner Erfahrung nach ist die selten homogen und es wird nicht ausschließlich um die Stimmen gehen -- es werden sich auch immer Gespräche, Diskussionen und Fragestellungen um das Thema Vögel allgemein ergeben.

Das lässt sich auch gut mit weiteren Informationen und Anekdoten begleiten: Der Vogel wird im Volksmund auch soundso genannt, jener hat ausgeprägte Regionaldialekte, ich hatte mal einen, der klang wie ein XYZ, dieser hier ist Langstreckenzieher und muss wohl gerade vom Zug gekommen sein, zu dem dort drüben gibt es einen Volksmundvers, kennen sie eigentlich xeno-canto?, wussten sie, dass das unser kleinster Vogel ist?, ach, der Eichelhäher, wenn sie wüssten... Ebenso bietet es sich natürlich an, auf die von Bert genannte Problematik hinzuweisen.

Viele Grüße
Björn


Zuletzt bearbeitet: 03.05.17 10:43 von Bjoern


... der Einwand ist durchaus berechtigt!

Ich gehe jedoch davon aus, dass das Vorspielen von Vogelstimmen nicht zum Anlocken genutzt wird und auf die von sternabert vorgetragene Problematik hingewiesen wird. Ich halte den moderaten und kurzweiligen Einsatz bei niedriger Lautstärke durchaus für vertretbar, inbesondere wenn sich hierbei um sog. "Allerweltsarten" handelt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Anspielen z.B. eines wenige Sekunden langen Kohlmeisengesangs bei sofortigem Standortwechsel zu einer gravierenden Störung oder zu unnötigem Stress führt (schließlich singt die Konkurrenz zur Zeit ja auch permanent und die Vögel können damit umgehen).



Björn, deine Hinweise sind sehr gut – und brachten mich zum Schmunzeln :-)

Herzliche Grüße – Martin



skandia:
Ich gehe jedoch davon aus, dass das Vorspielen von Vogelstimmen nicht zum Anlocken genutzt wird

Hallo Frank,

das Problem ist nur, dass die Vögel nichts davon wissen, zu welchem Zweck die Aufnahme abgespielt wird …

Ich halte den moderaten und kurzweiligen Einsatz bei niedriger Lautstärke durchaus für vertretbar

Ja – wenn man es vorher macht, in ausreichender Entfernung von Vorkommen der betreffenden Art.

inbesondere wenn sich hierbei um sog. "Allerweltsarten" handelt.

Diesen Einwand verstehe ich nicht …

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Anspielen z.B. eines wenige Sekunden langen Kohlmeisengesangs bei sofortigem Standortwechsel zu einer gravierenden Störung oder zu unnötigem Stress führt (schließlich singt die Konkurrenz zur Zeit ja auch permanent und die Vögel können damit umgehen).

Diese Konkurrenz ist den Revierinhabern aber bekannt! Der Stress entsteht, wenn plötzlich mitten im Revier ein unbekannter Nebenbuhler auftaucht, nur einmal singt und dann wieder „verschwunden“ ist.
Leider muss ich gestehen, beim Forumstreffen auch einmal diesen Fehler gemacht zu haben – und da konnte ich genau diesen Effekt sehr gut erleben! Ich muss sagen, ich habe meine Lektion gelernt; selbst bei Kartierungen werde ich mir sehr gut überlegen, ob ich überhaupt noch eine Klangattrappe einsetzen werde …

Herzliche Grüße – Martin



Vielen Dank für eure vielen Ideen und guten Hinweise, das wird dann schon klappen :)

Dass ich auch Vogelstimmen auf dem Händi zur Unterstützung nutze, das hatte ich schon vor. Schon zur Bestätigung der Bestimmung brauch ich das manchmal, so ganz sicher bin ich mir ja auch nicht immer. Ich kenne die Diskussion und werde natürlich sparsam und sorgfältig damit umgehen.

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