Seitdem ich ein Spektiv habe, frage ich mich, wie ich am geschicktesten halbwegs vernünftige Fotos damit machen kann, wenn das Hindurchsehen immer noch Hauptanwendungsfall bleibt. Zwei Szenarien habe ich im Kopf:
* Belegbilder um in Ruhe zuhause nachzubestimmen und
* Fotos, die halbwegs scharf sind und sich mit Freude betrachten lassen.
Ersteres erscheint mir in der Theorie mit einem Smartphone ganz einfach, in der Praxis ist das freihand aber sehr "fummelig" und doch unbefriedigend. Letzteres ist mir nicht mal ansatzweise gelungen.
Da ich die herstellereigenen Digiscoping Adapter preislich schon sehr grenzwertig finde, die Frage an Euch. Wie macht Ihr das?
Als Spektiv kommt ein Kowa TSN-883 zum Einsatz und als Kamera hätte ich eine einfache digitale Spiegelreflex von Canon, eine kompakte vom selben Hersteller und ein Smartphone zur Verfügung.
Vielen Dank für Tipps und Input,
Björn
Hallo Björn, wenn du ein bisschen handwerklich begabt bist dürfte es kein Problem sein dir einen Adapter selbst zu bauen.
Übers Okular kommt eine Röhre oder so etwas (Zur Not tuts auch der Mittelteil einer Plastikflasche, damit hatte ich mir mal einen solchen Adapter gebaut) und darauf dann eine Platte aus Holz oder ähnlichem auf die die Kamera gespannt wird. Es geht auch wenn du das mit der Plastikflasche machen solltest , dass die das Plastikteil ums Okular wickelst das du es gerade noch so locker drüber stecken kannst, den oberen Teil dann mit Panzertape oder ähnlichem soweit verengst das nur noch das Oklaur reinpasst und am Ende machst du dann ca in der Mitte 4 Löcher in das Plastik Gestell und spannst da irgend ein Gummi Band durch. Dann kannst du die Röhre aufs Okular stecken, die das Kamera Okular durch die obere Öffnung stecken und mit den Gummbändern fixieren, hat bei mir ganz gut funktioniert. Wenn du es ein bisschen ''professioneller'' machen möchtest dann suchst du dir ein Plastikrohr im Baummarkt das gerade so übers Okular passt und schneidest es so zurecht, dass bei 3-5x Zoom der Kamera das Okular so weit vom Okular des Spektivs entfernt ist das du keine Vignettierung mehr auf dem Kamera Bildschirm hast. Oben aufs Plastikrohr klebst (oder befestigst es sonst irgendwie) du dann eine Kleine Holzplatte die ein bisschen größer als deine Kamera ist. Auf dieser Holzplatte befestigst du dann 4 flache Holstücke die die Kamera in der richtigen Position fixieren. Zu guter letzt befestigst du dann am Rohr zwei Gummibänder die du dann nach einlegen der Kamera über diese spannst und hast dann einen Adapter in dem deine Kamera fixiert ist. Jetzt kannst du die Kamera mit dem Adapter in den Rucksack schmeißen und dann bei Bedarf einfach übers Okular stülpen. Beides improvisierte Lösungen aber sie funktionieren. Zum ersten Vorschlag findest du hier ein Video
LL 812
D-Liste 294
2018 59
Das ist ja eine geniale Bastelei! Ideen muss man haben.
Ihr habt natürlich Recht: für meinen Kowa-Adapter habe ich richtig Geld gelatzt.
Ich nehme mal an, dass für die SLR so einfach nicht zu improvisieren ist, würde also die Lösung für die kompakte Canon verfolgen. Mit Canon kompakt an Kowa fotografiere ich ja die meisten Fotos, die mir auch selbst gut gefallen. Björn, ich nehme an, dass du einige der Ergebnisse hier im Birdnet schon gesehen hast. Und Spaß macht's auch.
Was man nicht vergessen darf: Der Adapter muss schnell zu montieren sein, damit du flott zwischen Beobachten und Digiskopieren wechseln kannst, sonst wird's zur Quälerei.
Falls du doch zum schwenkbaren Kowa-Adapter greifen möchtest, aber nicht die Katze im Sack kaufen willst: Vielleicht finden wir einen Weg, dass du meinen Adapter mal ausprobieren kannst? Zuschicken? Treffen?
betr.: smartphone - bei meinem Kauf des baugleichen Kowa zeigte man mir bei Photo-Wannack einen Aufsatz für ein iPhone - es machte einen sehr guten Eindruck. Einfach nur aufs Handy geklickt, an das Okular gesetzt und los gings. Und die Bilder sahen passabel aus. Kein technischer Aufwand und schnell.
Eigene Erfahrungen kann ich allerdings nicht beisteuern - telephoniere noch per Festnetz...
Steffen
Shisha, danke fürs Video, das sieht doch so aus, als ob es einen Versuch Wert ist. Wir hatten das ähnlich mal "auf die Schnelle" probiert, was nicht befriedigend aber eben von uns auch nicht sorgsam umgesetzt war. Also ein neuer Versuch...
Micha, danke für das Angebot. Mal sehen wie weit ich mit Improvisation komme, vielleicht reicht's erstmal bis zum nächsten Forumstreffen, auf das ich ja schon Lust hätte.
Björn
Vorsicht, Adapter bauen kann selber zum Hobby auswachsen. Ich hab schon sämtliche Baumärkte und Kosmetikabteilungen unserer Stadt nach passenden Rohren und Flaschen durchkämmt ;) Aber mit Geduld und Geschick, kann man da durchaus zu was brauchbarem kommen.
Fürs smartphone hab ich kürzlich mal ein Video mit einer Anleitung zum Selberbasteln gesehen. Man muss sich dafür eine Okularsschutzkappe vom Spektivhersteller bestellen, eine harte Plastikhülle für das Smartphone kaufen, durch beides passende Löcher bohren und zentriert zusammenbauen. Sah sehr elegant aus.
Grüsse, Florian
Es geht auch günstig ohne Basteln:
Mikrostage II von Baader 49,- €, der Apapter ist recht präzise und die Kamera läßt sich zum Beobachten wegklappen. Funktioniert gut ( subjektive Meinung, im Verhältnis Preis/Leistung )!
Mit Glück gibt es ihn in der Bucht noch preiswerter.
Gruß Gunter
Zuletzt bearbeitet: 05.11.13 10:36 von GuA
Interessanterweise kann ich die Microstage so gar nicht empfehlen nach zwei Tagen hatte ich sie zurück geschickt,habe auch schon mehreren negatives darüber gehört.Micha hattest du dir die nicht ganz am Anfang auch mal zugelegt
LL 812
D-Liste 294
2018 59
Möchtest Du mir interessanter Weise da etwas unterstellen?
Im übrigen funktioniert der Apapter, einmal auf die optische Achse eingestellt, gut. Für Grobmotoriker allerdings ungeeignet, da stimme ich zu.
Gruß Gunter
ShishaJunky: Micha hattest du dir die nicht ganz am Anfang auch mal zugelegt
Nee, leider kann ich nichts dazu sagen. Was ich guten Gewissens beurteilen kann, ist dass der (sehr teure) Schwenkadapter von Kowa keine Wünsche offen lässt und vor allem dem Punkt gerecht wird, dass man ja i.d.R. durchs Spektiv guckt, um dann in einem geeigneten Moment schnell die Kamera vors Okular zu schwenken. So wie manche es in youtube & Co suggerieren, nämlich dass man gleich übers Kamera-Display beobachten (und die Vögel auch finden) kann, ist es nämlich leider in 95% der Fälle nicht. Das muss einem klar sein.
Als einer der bereits angesprochenen "Grobmotoriker" oder zumindest ungeduldigen Gesellen war der Mercedes daher die einzig richtige Lösung für mich. Vielleicht kannst du dir den als Gemeinschaftsgeschenk von der buckligen Verwandtschaft zu Weihnachten schenken lassen? :)
florian: Vorsicht, Adapter bauen kann selber zum Hobby auswachsen. Ich hab schon sämtliche Baumärkte und Kosmetikabteilungen unserer Stadt nach passenden Rohren und Flaschen durchkämmt ;) Aber mit Geduld und Geschick, kann man da durchaus zu was brauchbarem kommen.
Fürs smartphone hab ich kürzlich mal ein Video mit einer Anleitung zum Selberbasteln gesehen. Man muss sich dafür eine Okularsschutzkappe vom Spektivhersteller bestellen, eine harte Plastikhülle für das Smartphone kaufen, durch beides passende Löcher bohren und zentriert zusammenbauen. Sah sehr elegant aus.
Grüsse, Florian
Ich denke durch die immer besser werdende Optik an den Smartphones liegt die Zukunft beim Smartphone.
Laut Aussagen des Zeissvertreters bei den Zugvogeltagen wird der Markt in Bälde mit entsprechenden Adaptern reagieren.
Ich beobachte mit einem suboptimalen Allroundadapter. Durch den Zoom am Handy tun sich hier vor allem bei der Bestimmung im Feld ganz neue Welten auf.
Gibt`s Chancen auf einen Link des Selberbauadapters?
Grüsse
Wolfzge: Gibt`s Chancen auf einen Link des Selberbauadapters?
Ich habs nicht wieder gefunden, ich such heut abend nochmals...
Man kann sich auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln, die Digiskopiererei wird an erster Stelle erst mal die Produktion von sehr viel Ausschuß bedeuten. Dann kommt laaaaange nix und dann kommen die Belegaufnahmen. Und ganz selten bei optimalen Bedingungen kommen dann auch noch halbwegs gute Bilder raus ;-)
Man kann die Quote Ausschuß zu brauchbaren Fotos etwas verbessern, wenn man einen vernünftigen Adapter benutzt, aber die Schwierigkeit liegt entgegen aller Werbeversprechen nicht an der Problematik des Adapters, sondern an ganz anderen Dingen:
Wind: Bei etwas stärkerem Wind wird es sehr kritisch, auch mit einem sehr guten Stativ verwacklungsfreie Bilder zu produzieren.
Man kann die Empfindlichkeit („ASA“) der Kamera hoch drehen, um die Belichtungszeit zu verkürzen, bezahlt das aber mit rauschenden Fotos, denn die Mini-Chips der Kompaktknipsen kommen mit höheren Empfindlichkeiten eher mal nur schlecht klar.
Es muss einem klar sein, dass man mit einem lichtschwachen Objektiv (Spektiv), einem meist auch lichtschwachen Objektiv an der Kamera und einem Minichip arbeitete. Das addiert bei den riesigen, theoretisch möglichen Brennweiten sämtliche Schwächen des Systems mit einem Faktor X als Verstärker der Problematik.
Auch wenn die Werbung anderes verspricht; ein Fokusieren und gar Scharfstellen des Vogels über das Display der Kamera ist fast nie möglich. Wenn die Sonne günstig steht und man mit allerlei Abschattungsbehelfen es schafft, auf dem Display was zu sehen, dann wird es gerade mal der Vogel sein. Ob der scharf abgebildet wird, sieht man dann zu Hause am Computer. Es reicht eh schon, sich darüber zu ärgern, dass der Autofokus der Kompaktknipse mal wieder seine Arbeit nicht macht, weil die Lichtschwäche des Spektiv-Okular-Kamerasystems der Sache mal wieder einen Riegel vorschiebt. Manuelles Fokusieren bei den Kompakten geht eher nur in der Theorie.
Einfach so mal auf den Auslöser tapsen ist auch nicht. Dann wackelt das ganze System wieder so, dass die Bilder den virtuellen Ausschussberg vergrößern. Ein Kabel- oder Funkfernauslöser ist Pflicht. Wenn das nicht möglich ist, dann muss man sich mit dem Selbstauslöser behelfen. Wohl dem, der eine Kompakte hat, bei der man den Selbstauslöser auf 2 Sekunden stellen kann. 1 Sekunde ist zu wenig; da wackelt das System noch vor sich hin; bei 10 Sekunden funktioniert es super, wenn man vorher den Vogel mit einer größeren Menge Baldrian intravenös zu einem Standmodell beruhigt hat. Ein Technik, die für die Digiskopie eh nicht verkehrt wäre.
Bei einer Vergrößerung über 30fach am Spektiv wird ein gutes Foto zum Glücksspiel. Wer da reproduzierbar gute Ergebnisse bei 50- oder 60fach liefern kann, sollte überlegen, sein Geld in der Spielbank als Spieler zu verdienen. Es sind einfach auf größere Entfernung zu viele das Ergebnis negativ beeinflussende und sich addierende Dinge wie Staub, Wassermoleküle, Regenwürmer und Weißblechdosen unterwegs, um einen Vogel noch sauber abbilden zu können.
Ich sag jetzt nicht, dass Digiskopie nicht funktioniert, aber es bedeutet viel Arbeit, viel Frustrationstoleranz und unterm Strich auch viel Geld. Geld für ein optisch sehr gutes Spektiv, ein sehr gutes, schweres Stativ, einem sehr guten Neiger und nicht zuletzt eine der wenigen überhaupt geeigneten Kompaktkameras, die einen etwas besseren Flaschenboden als Objektiv haben, der auch bei 3- oder 4facher Vergrößerung noch bessere Bilder liefert als eine Lochkamera. Schön, wenn das Kameraobjektiv dann auch noch eine Lichtstärke in vertretbarem Maße besitzt, wobei 99,9% der eigentlich geeigneten 2,8er-Objektive an einem Spektiv nicht funktionieren, weil sie einen zu großen Durchmesser haben bzw. der Abstand Okular zu Objektiv nicht hinhaut. Und ganz am Schluss, wenn der Geldbeutel eh schon ein Loch hat, wäre da noch die Frage nach einem Chip, der auch bei 800 ASA noch brauchbare Bilder liefert.
Digiskopie funktioniert wie überall an tollen Bildern zu sehen ist. Aber einfach mal so eine Knipse ans Spektiv pinnen und gute Bilder erwarten, ist nicht. Da steckt viel Arbeit dahinter und das Glück, dass der Vogel auch dann da ist, wenn die Sonne scheint, der Wind nicht windet und die Luftfeuchtigkeit nahe 0% liegt.
Bei den Smartphonkameras ist das ähnlich, nur sind die Objektive und Chips meist noch mieser als bei den Kompakten und der Strahlengang zum Chip ist meist auch nicht optimal.
ICH (!) –also rein subjektiv- benutze die Digiskopie fast nur noch für Belegaufnahmen. „Richtige“ Fotos mach ich lieber –mit dem entsprechenden Aufwand- mit der DSLR oder einer Bridge mit Superzoom. Auf Kleinbildniveau umgerechnete 600mm Brennweite einer Bridge und die Möglichkeit bei einer RAW-Aufnahme evtl. noch mal 1/3 auszuschneiden sind so schlecht auch nicht; im Vergleich zum tatsächlichen Nutzbereich der Digiskopie nicht unbedingt die schlechtere, aber meist billigere und deutlich schnellere Alternative, mit der man auch mal einen Singvogel beim Rumhüpfen erwischen kann.
Wenn es denn wirklich die Digiskopie sein soll, dann führt auf Dauer kaum ein Weg an einem guten Klappadapter des Spektivherstellers vorbei. Z. B. Kowa, Zeiss und Swaro bieten da gegen nicht wenig Geld klasse Sachen.
Nur zu!
Olli
@ wolfzge, hab sie gefunden, hier die Anleitung zum Selberbau eines Telefonadapters:
@Olli
Kommt wohl auf die eigenen Ansprüche an, aber ich war sehr positiv von meinen Digiskopierversuchen überrascht und hab recht schnell brauchbare Ergebnisse bekommen. Natürlich für meine Zwecke brauchbar, d.g. Belegphotos, Souvenirs, was zum im birdnet forum posten ;)...
Ok, mitlerweile hab ich eine recht gute Ausrüstung (Swaro ATM HD 80 Spektiv, Canon S95 Camera, Swaro DCA Adapter), damit funktioiert es sehr gut. Das Hauptmanko ist der fehlende Fernauslöser. Ich fotografiere mit 1 s Verzögerung, das reicht, aber ich immer noch genug Zeit dass der Vogel meist schon wieder ausm Bild ist oder dumm guckt.
Aber selbst mit einem Yoghurtbecheradapter, dem kleinen Nion 50 Spektiv, und etwas Übung hab ich (für meine bescheidenen Ansprüche) recht gute Bilder bekommen, z.B. wie zum Beispiel die in meinem Marokkofred
Grüsse, Florian
Zuletzt bearbeitet: 05.11.13 18:08 von florian
Blechroller: die Empfindlichkeit („ASA“)
Hallo Olli,
ich weiß nicht, ob die Jüngeren unter uns damit noch was anfangen können – die Maßeinheit heißt schon seit mindestens zwei Jahrzehnten „ISO“ ;-)