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Thema: Drei Spechte Arizonas |
Hallo zusammen,
wie versprochen zeige ich euch noch ein paar Bilder von Spechten aus Arizona.
Gilaspecht:
Ich fange mal mit dem Gilaspecht an (der nicht mit dem wesentlich kleineren Kaktusspecht derselben Gattung verwechselt werden sollte: Melanerpes cactorum). Der Gilaspecht war schon auf einem der Kaktuszaunkönig-Fotos zu sehen. Er ist in der Tat neben dem Zaunkönig DIE Charakterart der Sonora. Ein paar Fakten:
Melanerpes uropygialis, Gila Woodpecker (das „G“ wird übrigens wie ein „H“ gesprochen, also nur gehaucht), Familie Picidae und sogar UF Picinae (echte Spechte).
Größe ca. 20-25 cm, womit er sich also zwischen unserem Mittelspecht und Buntspecht einreiht und somit sichtbar kleiner als der Grünspecht ist.
Sexualdimorphismus: Vor allem die rote Kappe des Männchens, daneben einige unscheinbarere Merkmale, wie eine leicht intensivere Ausprägung des gelblichen Steißes.
Der ockerbraune Vogel weist an Rücken, Oberseite der Flügel und an den mittleren Steuerfedern ein typisches Zebramuster auf.
Seine Nisthöhle zimmert er mit Vorliebe in die Saguaro-Kakteen und in Prosopis (einem extrem gut an die Trockenheit angepassten Baum aus der Familie der Hülsenfrüchtler).
Insekten bilden seine Hauptnahrung, vegetarische Kost ist eher die Ausnahme.
Er ist sehr hitzetolerant, mag es aber mittags durchaus auch einmal etwas Schatten aufzusuchen.
Der Gilaspecht versucht sich nicht nur an Kakteen, er schreckt auch vor größeren Bäumen nicht zurück:

Aber zu Kakteen passt er einfach am besten, hier das Männchen mit seinem typischen roten Käppchen:


Er hackt schon massive Löcher in die Saguaros. In diesem Loch war er gänzlich verschwunden und schreinerte fröhlich (sowie deutlich hörbar) im Inneren weiter vor sich hin, während ich dieses Foto machte:

Ob er allerdings für das Abbrechen dieser Saguaro verantwortlich war, weiß ich nicht. Zuzutrauen ist's ihm, und ich meine, dass er hier schuldig dreinblickt!

Auf der anderen Seite reicht das Spektrum der Loch-Nutznießer von Elfeneule (leider nicht abgebildet) über zig Arten bis zum Touristen aus Europa (abgebildet):

Wie erwähnt, lässt sie's in der Mittagshitze gern im Schatten etwas chilliger angehen:

Er auch:


Eichelspecht:
Melanerpes formicivorus, Acorn Woodpecker. Picinae.
Mit seinen 21 cm ist er so groß wie unser Mittelspecht.
Zum Aussehen: siehe die hervorstechenden Merkmale auf den Fotos unten.
Sehr typisch ist sein Abflugverhalten: Er unternimmt 2-3 Flügelschläge und „fällt“ dann erst einmal 50 cm. Dann flattert er weiter. Das ist wirklich sehr auffällig.
Sein Bruthabitat schließt vor allem Mischwälder mit diversen Eichenarten ein, denn wie der Name schon suggeriert, besteht seine Hauptnahrung aus Eicheln. Bemerkenswert ist dabei, dass er sich in diversen selbstgezimmerten oder stibitzten Höhlen „künstliche Eichen“ kreiert, indem er dort Eichel-Vorräte anlegt, z.B. in Telegrafenmasten. Da die Eicheln schnell austrocknen und er trockene Früchte nicht mag, investiert der Vogel einige Zeit darin, die Eicheln in kleinere Höhlen umzulagern, um die Austrocknung zu verlangsamen – ganz schön pfiffig! Ein reiner Eichelfresser ist er nicht. Auch Insekten, Säfte und Obst gehören zu seinem Speiseplan.
Brutbiologisch interessant ist, dass der Eichelspecht in manchen Gebieten seine Brutzeit in den Herbst verlegt, wo die Nahrung am abundantesten ist - ähnlich wie der Eleonorenfalke seinen Grund hat, die Brutperiode recht spät im Jahr zu platzieren, um den Singvogelzug voll auszukosten…
Der Eichelspecht brütet übrigens in Verbänden - eine Eigenschaft die sich nur bei 9% der Vogelarten aus der Evolution geschält hat.
Auch wenn sein Gefährdungsstatus noch als „unbedenklich“ gilt, darf nicht übersehen wird, dass er unter der permanenten Habitat-Zerstörung durch den Menschen bereits heftig gelitten hat.
Die Amerikaner lieben ihn, und er ist im Gebirge ein sehr gern gesehener Gast an Futterstellen:


Hier sehen wir ihn beim Anlegen eines Vorratsspeichers für Eicheln in einem Telefonmasten.

Seine typischen Merkmale umfassen die weiße Iris,

... das schwarze Kinn und

... sein rotes Mützchen:

Fortsetzung folgt ...
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D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)
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Arizonaspecht:
Der letzte im Bunde ist wesentlich seltener zu sehen. Erblickt man ihn dann, ist er jedoch nicht scheu.
Picoides arizonae, Arizona Woodpecker, ebenfalls Picinae. Sein Taxon als Spezies hält er noch nicht ewig inne – seine Systematik war und ist teils noch heute umstritten. Lange Zeit war er nur eine Unterart des Stricklandspechts.
Mit ca. 20 cm durchschnittlicher Länge ist er die kleinste der drei in diesem Thread vorgestellten Specharten. Komischerweise wirkt er sogar deutlich kleiner als der Eichelspecht, was wahrscheinlich an seiner unscheinbaren Farbe liegt, die ihn gleichzeitig deutlich besser tarnt.
Sein Gefieder ist weitgehend braun. Die Männchen weisen einen roten Hinterkopffleck auf.
Sein Bruthabitat sind Mischwälder, wobei auch er Eichen mag, daneben aber auch diverse Kiefernarten.
Nach heutigem Kenntnisstand bilden Insekten seine Hauptnahrung, wobei Käfer und deren Larven wahrscheinlich den Löwenanteil ausmachen. Man weiß auch, dass Ameisen eine wichtige Rolle spielen – je nach Gebiet und Jahreszeit. Wie viele andere Spechte kann er auf Vegikost ausweichen, wenn’s anderenfalls knapp würde (z.B. Beeren, Samen etc.). Es heißt, man wisse nicht, ob Baumsäfte geschlürft werden. Ich habe zumindest beobachtet, wie ein Individuum sich nach Wegflug eines Williamson-Saftleckers an seine Kiefernsaftquellen herangemacht hat… vielleicht war’s nur sein Nachtisch?!
Auch er kommt an Futterstellen vor:

Im Gegensatz zu den anderen beiden Spechtarten, turnt er gern auch in dünnerem Geäst herum. Überhaupt ist er nicht so gern exponiert. Seine Verweilzeiten an hellen Orten ist eher kurz, wodurch er für uns Menschen "hektisch" wirkt.

Hübsch ist er aber allemal:

Viele Grüße,
Micha
PS: Ich habe nirgends abgeschrieben, sondern mir die Daten aus verschiedenen Quellen zusammengesucht. Wenn ihr Fehler entdeckt: sagt’s mir bitte. Danke!
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Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)
Zuletzt bearbeitet: 30.03.15 20:45 von michaschade
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Hallo Micha,
ich bin tief beeindruckt von den (für uns in Europa) ungewöhnlichen Spechten - und vor allem von der Qualität der Fotos. Da steckt viel Beobachter-Geduld dahinter.
Der Gilaspecht sieht aus wie ein Mischung aus Wiedehopf und Specht :-). Danke für die detaillierten Beschreibungen.
Viele Grüße,
Barbara
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Mir gefällt die Taktik des Eichelspechtes einfach :-)
Sehr schöne und übersichtliche Beschreibungen mit tollen Bildern!
VG Harry
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Tolle Bilder von den Spechten. Der Gilaspecht sieht toll aus mit seinem Streifenrücken. Fa´szinierend, dass die in Kakteen ihre Höhlen bauen.
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Viele Grüße Sabine
Jahresliste 2017: 145 - Zwergseeschwalbe
Liste gesamt: 205
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Wie schön! Fotos mit Vögeln drauf! Und man muss nichts raten und lateinische Abkürungen erfinden.
Der Eichelspecht sieht super aus! Aber Spechte sind ja ohnehin Klasse. Danke für die Eindrücke aus Arizona!
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und vor allem von der Qualität der Fotos. Da steckt viel Beobachter-Geduld dahinter. Und uns erzählt er immer das er dort arbeiten muss :)
Wie schön! Fotos mit Vögeln drauf! Und man muss nichts raten und lateinische Abkürungen erfinden.
Finde ich auch, tolle Dokumentation hat Du da gemacht, lieber Micha .
Herzliche Grüße
Richard
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Richard:und vor allem von der Qualität der Fotos. Da steckt viel Beobachter-Geduld dahinter. Und uns erzählt er immer das er dort arbeiten muss :)
Muahaha. Aaarbeiten??? Das glaubt ihr wirklich?
Naja, die Wahrheit ist, dass ich eine Art Manie entwickelt habe, jede freie Minute auf meinen vielen Reisen mit den Vögeln zu verbringen. Meine Familie ist dann ja auch nicht bei mir, und so kann ich ohne schlechtes Gewissen aufs Frühstück verzichten, um 3 Uhr aufstehen (Jetlag) und ab der Morgendämmerung bis 9 beobachten und fotografieren. Dann haben meine Kollegen gefrühstückt... und es geht in die Felder oder Meetings. Und dann gibt es noch die Wochenenden, an denen manche meiner Kollegen shoppen oder in Museen gehen. Und ich... ehem.
Die Geduldsfrage: ja, Barbara hat Recht: solche Fotos macht man nicht en passant, schon gar nicht mit meiner Bridgeknipse. Dazu muss man sich postieren, mit Belichtung und Blende experimentieren und laaaaange warten, manchmal schwitzend, manchmal frierend, manchmal mit Ameisen im Hintern. Und oft passiert nichts und man hat zwei Stunden keine vernünftige Beobachtung gehabt, geschweige denn ein Foto.
Aber am Schluss ist es immer noch ein tolles Erlebnis gewesen. Und manchmal kommt Anna ganz nahe...
Viele Grüße, Micha
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Zuletzt bearbeitet: 30.03.15 20:50 von michaschade
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michaschade: … laaaaange warten … manchmal mit Ameisen im Hintern.
:) diese Ameisen kenne ich. Ich warte dann aber nicht allzu lange! Heißt es nicht: „Ants in your pants!“?
Im Hintern passt aber auch sehr gut - und schon springt man :):):)
Gruß, Eckart
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Whitethroat:michaschade: … laaaaange warten … manchmal mit Ameisen im Hintern.
:) diese Ameisen kenne ich. Ich warte dann aber nicht allzu lange! Heißt es nicht: „Ants in your pants!“?
Im Hintern passt aber auch sehr gut - und schon springt man :):):)
Gruß, Eckart
:) So war's gemeint, und nicht metaphorisch - dass ich nervös geworden wäre. Die Ameisen krabbeln einem tatsächlich die Beinkleider hoch... Ants in your pants and Flies in your eyes.
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