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Thema: Brutbestandstrends 2017


Hallo zusammen,

Da ich in den letzten Wochen kaum beobachtet habe, konnte ich das Geschehen sozusagen nur aus dem Augenwinkel mitverfolgen. Die Brutsaison scheint hier für die Singvögel durchaus positiv ausgefallen zu sein. Der Mai war wettermässig ganz in Ordnung. Bei den Wasservögeln schaut es nicht so rosig aus, obwohl es keine schwerwiegenden Hochwasser gab.

Den Rauchschwalben scheint es gut zu gehen, den Mehlschwalben fehlt es einfach an Brutplätzen. Jammerschade. Die Mauersegler hingegen scheinen einen richtigen Höhenflug zu haben. An so einen guten Bestand kann ich mich nicht erinnern. Macht richtig Freude.

Viele Grüsse,
Harry




hallo,

richtig kartiert habe ich nur in meinem Stammgebiet am Rummelsburger See und das ist ein Winzgebiet (Kerngebiet 4 ha + ca. 4 h Uferstreifen, den ich mit "betreue" im Rahmen meiner Naturschutzwacht. Abundanzen für so ein Winzgebiet zu ermitteln, ist Quatsch.

Trends zeichnen sich über die Jahre trotzdem ab:

Seit drei Jahren kontinuierliche Abnahme der Reviere von Feldsperling, Grünfink, Star.

Demgegenüber Zunahme beim Gelbspötter.

Vom Einbruch bei den Wasservögeln (Haubentaucher und Blässhuhn) in diesem Jahr hatte ich ja schon berichtet.

Daneben gibt es aber erhebliche Schwankungen von Jahr zu Jahr, die nicht gleich einen Trend bedeuten:

Im letzten Jahr gab es z.B. einen Einbruch bei den Nachtigallen, die Reviere sind diesmal wieder normal hoch, dafür sind die Zaunkönige von 4 auf Null runter (auf 4 ha) bezogen immer noch kein Drama, aber ich weiß den Grund nicht. Es gab zahlreiche Wintergäste, die erfolgreich überwinterten, aber dann abzogen.

Zweitens: Recht regelmäßige Brutdaten sammle ich seit 6 Jahren auch im NSG Klienitz an der Oberhavel. Dort bin ich aber nur ca. 1x im Monat.

Dort gibt es in diesem Jahr einen Rückgang bei den Flussseeschwalben-Brutpaaren und sie kriegen seit Jahren kaum einen Pullus groß. Ein cleveres Brutpaar hatte einmal gewartet, bis die Lachmöwen abgezogen waren und eine Nachbrut auf einer Kunstinsel mit hohem Grasbewuchs gestartet, die dann erfolgreich war. Die fütterten dann noch Mitte August, als alle anderen schon abgezogen waren.

Kiebitze und Flussregenpfeifer kriegen auch nichts groß. Graugänse brüten zwar im Bereich, meiden aber mit ihren Gösseln das Kerngebiet und wandern in die Umgebung ab. Ich vermute daher Prädatoren.

Die kleine Uferschwalbenkolonie vom letzten Jahr ist erloschen.

2011 gab es dort noch Turteltauben, Wachtelkönig und Kleines Sumpfhuhn, bis 2014 ein Braunkehlchenrevier. Das ist ebenfalls erloschen.

Unteres Odertal: Da war ich in diesem Jahr zwar intensiv, in den vergangenen Jahren aber nur sporadisch.

Dort gibt es einen jahrelangen kontinuierlichen Rückgang der Wachtelkönige. Blaukehlchen-Reviere nehmen eher zu, in diesem Jahr waren es aber weniger als im letzten Jahr (laut Berichten von Mitbeobachtern), weil weniger Röhricht vorhanden.

Die Tüpfelsumpfhühner waren jedes Mal woanders je nach aktuellem Wasserstand hielten sie sich in verschiedenen Gebieten auf (von einer Woche zur nächsten). Ich frage mich, wo sie dann letztendlich gebrütet haben und ob überhaupt bei den ständigen Umzügen.

Uferschnepfen können dort nicht mehr erfolgreich brüten, weil der Wasserstand zu niedrig ist. Es gibt noch ein einziges Revier des Großen Brachvogels bei Gartz.

LG Annette





Hallo zusammen,

meinen Bienenfresser gefiel dieses Jahr offensichtlich gut. Bei meiner Kontrolle letztes Wochenende wurde an 35 Brutröhren gefüttert. Die vergangenen beiden Jahre waren es nur 16 Bruten.

LG rkb



Habe nicht kartiert, möchte aber dennoch meine Eindrücke kurz niederschreiben. Überdurchschnittlich guten Bruterfolg hatten meiner Meinung nach:

- sämtliche Enten
- Mauersegler
- Bachstelze
- Hausrotschwanz
- Amsel
- Wacholderdrossel
- Mönchsgrasmücke
- Haussperling
- Rabenkrähe

Eher schlechte Erfolge hatten hier:

- Höckerschwan
- Haubentaucher
- Blässhuhn
- Mehlschwalbe
- Rotkehlchen
- Kohlmeise
- Blaumeise (!!)

Nichts besonderes ist mir aufgefallen bei:

- Rauchschwalbe
- Zaunkönig
- Sumpfrohrsänger
- Zilpzalp
- Grauschnäpper
- allen Finken

Viele Grüsse,
Harry



Zuletzt bearbeitet: 16.07.17 15:46 von SDiger67


Guten Morgen allerseits,

aus Lörrach kann ich folgende Änderungen gegenüber 2015 und 2016 feststellen, wobei auch ich nicht methodisch korrekt kartiere und diese Beos - mit Ausnahmen - nicht als Trend werten würde.

Zunahme:
- Mehschwalbe
- Alpensegler
- Mauersegler
- Girlitz
- Grünfink

Gleichbleibend:
- Haussperling
- Ringeltaube
- Buntspecht
- Grünspecht
- Schwarzspecht
- Mittelspecht
- Amsel
- Hohltaube
- Zaunkönig
- Rotmilan
- Schwarzmilan
- Steinkauz
- Kleiber

Abnahme:
- Türkentaube
- Stockente
- Blässhuhn
- Teichhuhn
- alle Limis
- Lachmöwe
- Mittelmeermöwe
- Rauchschwalbe
- Heckenbraunelle

Starke Abnahme:
- Blaumeise
- Kohlmeise
- Buchfink
- Feldsperling
- Mäusebussard

Dabei sind die Meisen mit Abstand die größten Verlierer. Ich hoffe auf deren Populations-Regenerationsvermögen.

Liebe Grüße,

Micha



Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)


Übrigens: im Mai sah es doch bei den Neuntötern so schlecht aus – es schien, als ob sie stark abgenommen hätten. Offensichtlich sind sie aber nur viel später als sonst zurückgekommen; inzwischen sehe ich sie wieder an jeder Ecke 8–)

Herzliche Grüße aus Gülpe – Martin



martinmiethke:
Übrigens: im Mai sah es doch bei den Neuntötern so schlecht aus – es schien, als ob sie stark abgenommen hätten. Offensichtlich sind sie aber nur viel später als sonst zurückgekommen; inzwischen sehe ich sie wieder an jeder Ecke 8–)

Herzliche Grüße aus Gülpe – Martin


Schön, dass es immer wieder auch gute Nachrichten gibt, Martin!

Sag mal, hat der relativ üppige Regen in Ostdeutschland vielleicht doch dazu geführt, dass einige der Bruten in der Großen Grabenniederung erfolgreich beendet werden konnten?

Liebe Grüße, Micha

Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)


michaschade:
Sag mal, hat der relativ üppige Regen in Ostdeutschland vielleicht doch dazu geführt, dass einige der Bruten in der Großen Grabenniederung erfolgreich beendet werden konnten?

Kann ich leider nicht sagen … komme kaum dazu, dort mal zu beobachten, weil ich wegen einer Kartierung meist woanders unterwegs bin. Schätze aber eher nicht; bevor es so geregnet hat, war ja schon alles trocken.

Herzliche Grüße – Martin



Hallo,
auch ich kann nach Beendigung der Brutzeit nur meinen subjektiven Eindruck aus unserem Garten und rund um Bremen wiedergeben, da ich nicht kartiert habe.

zunehmend: Dorngrasmücke,


gleichbleibend: Rotkehlchen,
Buchfink,
Heckenbraunelle,
Zilzalp,,
Fitis
Zaunkönig,
Kleiber,
Kohlmeise,
Buntspecht,
Grünspecht,
Schwarzspecht,
Mönchsgrasmücke,
Rauchschwalbe,
Schwarzkehlchen,
Blaukehlchen,
Waldlaubsänger,
Wintergoldhänchen,
Nachtigall,
Singdrossel,
Amsel,
Baumpieper,
Wintergoldhähnchen,
Baumfalke,
Ziegenmelker,
Wachtel

leicht abnehmend: Blaumeise,
Feldsperling,
Grünfink,
Goldammer,
Feldlerche

stark abnehmend: Rebhuhn,
Heidelerche,
Wiesenpieper,(Ausnahme: Baltrum,
Bestand gleichbleibend hoch)
Trauerschnäpper,
Gartengrasmücke,
Kiebitz,
Braunkehlchen:ein einziges Paar war
nach 3 Wochen verschwunden

Jetzt wird mir klar - ich muss im nächsten Jahr kartieren!
Gruß,
Marianne









EOM :-/



Zuletzt bearbeitet: 16.07.17 15:46 von SDiger67
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