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Thema: Arten-Erosion |
Wie ich sehe waren andere mit ihren Beiträgen schneller als ich, so dass es sein kann, dass sich einige Punkte wiederholen. Dafür entschuldige ich mich. Zum Glück ist Micha auch in einigem versierter und eloquenter als ich, aber ich lasse mein Posting trotzdem einfach mal so da, auch wenn ihr dann eventuell das ein oder andere doppelt lest
MfG Maffong
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Ich kann hier inhaltlich nicht wirklich etwas beitragen, weil mir dafür in diesem Bereich zu viel Wissen fehlt. Nichtsdestotrotz ist dies ein Thema (insbesondere auch hinsichtlich des Aspektes des Fleischkonsums), welches mich viel beschäftigt. Daher möchte ich allen danken, die sich hier an der Diskussion beteiligen und Beiträge schreiben!! Daraus nehme ich sehr viel mit.
LG,
Matze
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michaschade: MatthiasM: Ich zweifle mit der Weile die "Bioprodukte" als solche an. Was die Bezeichnung als "Bioprodukt" auszeichnet, kann niemand wirklich einschätzen oder gar ernstnehmen. Das ist für mich alles irgendwie verschwommen. Und ich bezweifle auch, dass ein Hühnerei für zB 40 ct aus einer artgerechten und umweltfreundlichen Haltung stammt - man möge mich bitte berichtigen, wenn ich da falsch liege.
Das ist aber schlimm, dass du gar kein Vertrauen hast! Verstehe ich dich richtig? Weil du kein Vertrauen hast, lässt du lieber gleich die Finger von "Bio"? Und das fehlende Vertrauen rührt daher, dass es Fälle gegeben hat, dass irgendwo "Bio" drauf stand, dieses Produkt entsprechend teuer verkauft wurde und der Verbraucher somit betrogen wurde? OK, diese Fälle gab's, gibt's und wird's immer geben! Na denn...
Hallo Micha,
hier hast du mich missverstanden.
Wir kaufen, wo es möglich ist, Bioprodukte. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich den Angaben eher skeptisch gegenüberstehe. "Bio" ist zZ "inn".
Ich picke mal ein simples Beispiel heraus:
Da ist eine "BIO-GmbH", zusammengeführt aus 3 traditionellen Mühlen hier im Süden. 2 dieser 3 Mühlen geben auf ihren Webseiten an, sowohl konventionelle als auch Bio-Mehle anzubieten. Wenn ich nun wissen möchte, aus welchen Rohstoffen ein "Landkaffee" dieser GmbH besteht (Bio, versteht sich), den meine Frau trinkt, und dort dann lese, dass 2 von 3 Mühlen sowohl konventionelle als auch Bioprodukte verkaufen, dann bin ich - sagen wir mal - "gesund skeptisch" ;). Natürlich muss ich mich nun letztendlich auf die Produktangaben und auch auf die jährlich durchgeführten Kontrollen verlassen.
Das soll auf keinen Fall eine Unterstellung sein(!). Ich wollte nur zeigen, warum ich noch immer eher skeptisch bin. Hält mich aber nicht wirklich davon ab solche Produkte zu kaufen.
Desweiteren beobachte ich aber zunehmend auch, dass Bioprodukte mit der Weile aus vieler Herren Länder zu uns kommen. Was habe ich aber davon, wenn ich ein Bioprodukt kaufe, dass 1000de KM durch die Welt geschippert wird? Soetwas kaufe ich nicht. Naja, dann dürfte ich allerdings wahrscheinlich auch keinen Bohnenkaffee trinken... oder?
Auch bin ich noch immer skeptisch, was den Bio-Anbau etc generell angeht. Es gibt durchaus kritische Darstellungen, mit denen man auch erst mal ins Reine kommen muss wenn man versucht, ausschließlich "Bio" zu verzehren.
Und ja, du hast es geschrieben, wie auch Maffong: der derzeitige Fleischkonsum ist eine Katastrophe, auch in meinen Augen! Da sollte man wirklich auch den Finger drauf legen. Allein wenn ich bei einem bekannten Hersteller hier in unserem Ort vorbeifahre und sehe, wie dort am Farbrikverkauf ganze Bussladungen von Menschen angeliefert werden, von denen kaum jemand den Laden mit einem Warenwert von unter 50€ in der Tüte wieder verlässt - nur Fleisch- und Wurstwaren, und dort ist es wirklich preiswert! - wird mir übel. Ganz abgesehen von denen, die mit dem privaten Fzg aus fast ganz Baden-Württemberg hier einschlagen. Aber das ist ja nicht nur hier so.
michaschade: Und gerade WEIL Landwirte Ökonomen sind, werden sie das produzieren, was nachgefragt ist. Die Anpassung erfolgt dabei erstaunlich schnell!
Ich weiß das nicht, weil ich da keine Erfahrung habe, wie wahrscheinlich du. Das Konsumverhalten wird auch gesteuert, Steve Jobs: A lot of times, people don't know what they want until you show it to them. Deswegen gibt es jetzt Telefone, mit denen man auch Kaffee kochen kann und Fotoapparate, mit denen man telefonieren kann. Tolle Sache, aber wer brauchts?
Ob das auf das Kaufverhalten für Lebensmittel übertragbar ist weiß ich nicht. Aber solange zB Fleisch zu einem Spottpreis, der jegliche Würde nicht nur gegenüber des Lebewesens missen - und auf einiges Andere schließen lässt, verkauft wird, habe ich so meine Zweifel. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich mich deswegen genauso verhalte wie Dauer-Schnäppchenjäger.
Diesbezüglich gab und gibt es übrigens schon sehr beachtliche Diskussionen und Gespräche auf meinem Arbeitsplatz. Mit der Weile helfen wir uns gegenseitig, Bioprodukte zu beschaffen.
Viele Grüße
Matthias
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Roehrennase: Ich kann hier inhaltlich nicht wirklich etwas beitragen, weil mir dafür in diesem Bereich zu viel Wissen fehlt. Nichtsdestotrotz ist dies ein Thema (insbesondere auch hinsichtlich des Aspektes des Fleischkonsums), welches mich viel beschäftigt. Daher möchte ich allen danken, die sich hier an der Diskussion beteiligen und Beiträge schreiben!! Daraus nehme ich sehr viel mit.
LG,
Matze
Mir geht es wie Matze. Ich freue mich über eure sympathischen Beiträge, die mir aus dem Herzen sprechen.
Dafür sage ich Danke.
LG Marion
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Maffong: Und auch wenn ich jetzt schon irre viel geschrieben habe, nochmal ein Kommentar zu Matthias Kommentar:
Wieso bezweifelst du den Sinn von Biosiegeln und dergleichen. JEDER, der ein BIO-Siegel bekommen kann wird sich eines für seine Produkte holen, da bin ich mir sicher. Wer also keines hat, der wird quasi immer unökologischer sein, als einer mit BIO-Siegel.
Jo, ganz schön viel Text ;)
Ich zweifle nicht an dem Sinn des Bio-Siegels. Ich zweifle auch nicht an dem Sinn der CE-Kennzeichnung, die auch schon mal missbraucht wurde.
Wie ich Micha schon schrieb, kaufen wir wenn möglich Bioprodukte. Nicht aus der Überzeugung, dass da auch immer Bio drin ist, sondern aus Prinzip - wie ihr wahrscheinlich auch.
Da Bio zZ gerade "inn" ist, bin ich mir nicht sicher, ob da nicht auch gemurkst wird und lege dem Ganzen einfach eine gewisse Skepsis bei. Ich bin mir bei so einigen Produkten wirklich nicht klar. Aber es obliegt ja auch nicht mir, darüber zu befinden.
Allerdings wollte ich mit meinem Kommentar niemanden davon abhalten, Bio zu kaufen. Das liegt mir fern. Sorry, wenn das so rüberkam.
Maffong: Und je mehr Personen solche Produkte konsumieren, desto mehr werden sich die Standards in diese Richtung verändern und dann im nächsten Schritt die Vergabe-Kriterien verschärfen lassen.
Ja, das wäre toll. Ich hoffe eben nur, dass sich da kein Murks einschleicht und "Bio" nur als guter Ruf verkauft wird. Ich wünschte mir da schon auch für uns als Endverbraucher klarere Herkunftsangaben. Das Siegel allein genügt mir persönlich eigentlich nicht. Denn ich will mit dem Kauf solcher Produkte nicht nur mein Gewissen erleichtern und gleichzeitig jemandes Brieftasche beschweren. Ich will mit dem Kauf diejenigen unterstützen und fördern, die naturverträgliche Landwirtschaft betreiben. Da habe ich in das Siegel zZ eher nicht das 100%tige Vertrauen. Leider.
Und außerdem möchte ich gerne naturbelassene Produkte essen, die auch schmecken. Dafür geben wir auch Geld aus.
Bei den Gesprächen und Diskussionen im Betrieb kristallisiert sich immer wieder ein Kern heraus: Das Essen schmeckt einfach nicht mehr so wie "früher" (allein deswegen versuchen wir seit ca 5 Jahren nur Bio zu kaufen). Das fängt beim Brot an, geht über die Kartoffel zum Gemüse und hört beim Fleisch auf. Das Komische daran ist, dass die Leute oft erst darauf gestoßen werden müssen, um diesen Fakt für sich zu entdecken. Das heißt dann immer: "Ja stimmt, da hast du irgendwie recht...". Viele wissen ja gar nicht mehr, wie eine vernünftige Kartoffel schmeckt, oder eine Tomate...
Und trotzdem rennen die Menschen in die Supermärkte und kaufen das, was ihnen oft gar nicht schmeckt, nur weil es billiger ist? Das verstehe ich einfach nicht. Das kann man natürlich nicht pauschal so sagen, aber mein Eindruck geht in diese Richtung. Der Gang zum Bauernhof ist vielen immer noch zu weit.
Es gibt aber sicher auch Menschen, die sich teurere Nahrungsmittel nicht leisten können. Der Warenkorb für Sozialhilfeempfänger etc., der natürlich auch an die aktuellen Lebensmittelpreise gekoppelt ist, gibt das Geld für Bioprodukte nicht immer her. Das muss man sicher auch bedenken.
Und ich sehe noch ein weiteres Problem: Die Nutzung von Agrarflächen für die Anpflanzung von zB Raps zur Herstellung von Biokraftstoffen ist mir wirklich ein Dorn im Auge. Im Jahr 2015 wurden in DE ca 1,3 Mio Hektar Agrarland für den Anbau von Raps genutzt.
Muss das sein? Und wenn ja, warum? Ich habe da echt keine Ahnung.
Ich höre jetzt lieber auf, sonst schreibe ich ein Buch.
Viele Grüße
Matthias
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Maffong:
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Bio: lohnt sich
Regional: lohnt sich
Auf Inhaltsstoffe achten: Lohnt sich
Fleischverzicht: Lohnt sich
Hallo zusammen,
ich denke, Ihr liegt hier im Wesentlichen alle richtig und Matthieus Zusammenfassung bringt das Thema ganz gut auf den Punkt.
Ich möchte hierzu Folgendes ergänzen: In unserer Stadt gibt es einen seit etlichen Jahren gut funktionierenden Bauernmarkt mit Produkten aus der Region, individuell bis bio produziert. Dieser entstand aus rein privater Initiative heraus und versorgt inzwischen viele Altmärker unabhängig von den Massenprodukten der Großkonzerne. Solche Projekte zeigen doch, daß auch von unten heraus was geht.
Ein Aspekt der mich zusätzlich sehr ärgert, ist die nochmalige Eskalation der Intensivierung der Landwirtschaft durch den Anbau von Rohstoffen für sog. regenerative Energie, ich meine den Raps- und Maisanbau. Diese beiden Feldfrüchte beanspruchen inzwischen ca. 50% der Ackerfläche in Deutschland. Aus meiner Sicht hat diese zweifelhafte Entwicklung den Rückgang der Artenvielfalt noch deutlich beschleunigt. Leider kann man dagegen m.W. gar nichts tun, im Gegenteil, per Gesetz muß jeder Stromkunde diese Art der Energiegewinnung mit bezahlen, ob er will oder nicht.
Wenn man das alles so zu Ende denkt, und dann noch über den deutschen Tellerrand hinaus (Soja, Palmöl etc.) kann einem schon mal Angst und Bange werden, jedenfalls mir.
Schöne Grüße
Thomas
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martinmiethke: [...Schöner Vorschlag – leider sieht’s bisher so aus, als ob das dann nur ein ganz kleiner Kreis wird (wenn überhaupt) …
Herzliche Grüße – Martin
Gehört zwar nicht zum Thema, aber ich würde gerne mal wieder nach Gülpe kommen, am besten wenn die Zwergmöwen durchziehen :) ...
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tom: Gehört zwar nicht zum Thema, aber ich würde gerne mal wieder nach Gülpe kommen, am besten wenn die Zwergmöwen durchziehen :) ...
Antwort kommt im passenden Thema …
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tom: Ein Aspekt der mich zusätzlich sehr ärgert, ist die nochmalige Eskalation der Intensivierung der Landwirtschaft durch den Anbau von Rohstoffen für sog. regenerative Energie, ich meine den Raps- und Maisanbau. Diese beiden Feldfrüchte beanspruchen inzwischen ca. 50% der Ackerfläche in Deutschland.
Hallo Thomas,
ich habe jetzt eine Weile recherchiert, aber die angegebenen 50% der Ackerfläche, die allein dem Raps- und Maisanbau dienen, kann ich nicht nachvollziehen. Hast du da weiterführende Informationen?
Viele Grüße
Matthias
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Äähh, jetzt wo ich nachrechne, komme ich auch nur auf ca. 30 ... 35%, nach den Daten vom Stat. BA. Ich korrigiere mich dbzgl., lasse meine Bewertung der Situation aber so stehen.
Schöne Grüße
Thomas
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Ja, auf die +/- 30% bin ich auch gekommen. Bei deiner Bewertung gehe ich mit!
Viele Grüße
Matthias
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Maffong hat es gut und kurz gesagt:
Bio: lohnt sich
Regional: lohnt sich
Auf Inhaltsstoffe achten: Lohnt sich
Fleischverzicht: Lohnt sich
und ergänzt
saisonal: lohnt sich
2 Punkte aus der Liste oben würde ich einschränken:
1. Bio lohnt sich nur, wenn dafür nicht (viel) mehr Fläche gebraucht wird. Wir können in D leicht auf Bio umsteigen und dann die fehlende Lebensmittelmenge (die nachgefragt wird!) von woanders importieren. Dann fehlen die Flächen dort. Effiziente Landwirtschaft mit entsprechendem Flächenmanagement (Brachen etc) ist daher auch eine gute Variante.
2. Inhaltsstoffe sind in D so gut reguliert und überwacht, dass einfache Ernährungsregeln m.E. wichtiger sind (zu viel, zu fett, zu süss).
Und: beim Umwelt/Artenschutz werden oft die Erfolge vergessen. Viele der Arten, um die es vor 20 oder 30 Jahren schlecht bestellt war und die als Indikatoren für Umweltzerstörung/verschmutzung genannt wurden (Wanderfalke, Uhu, Seeadler, Schwarzstorch...; geht auch mit Lachs & Co) sind wieder da. Das hat viele Gründe, die jetzt zu weit führen, würden, ist aber erstmal gut.
D.h. wir brauchen differenzierte Maßnahmen, die den Vögeln der Feldflur (mit besonders vielen "Verliererarten") wirklich helfen.
Gruß
Arnd
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Arnd: Maffong hat es gut und kurz gesagt:
Bio: lohnt sich
Regional: lohnt sich
Auf Inhaltsstoffe achten: Lohnt sich
Fleischverzicht: Lohnt sich
und ergänzt
saisonal: lohnt sich
2 Punkte aus der Liste oben würde ich einschränken:
1. Bio lohnt sich nur, wenn dafür nicht (viel) mehr Fläche gebraucht wird. Wir können in D leicht auf Bio umsteigen und dann die fehlende Lebensmittelmenge (die nachgefragt wird!) von woanders importieren. Dann fehlen die Flächen dort. Effiziente Landwirtschaft mit entsprechendem Flächenmanagement (Brachen etc) ist daher auch eine gute Variante.
2. Inhaltsstoffe sind in D so gut reguliert und überwacht, dass einfache Ernährungsregeln m.E. wichtiger sind (zu viel, zu fett, zu süss).
Und: beim Umwelt/Artenschutz werden oft die Erfolge vergessen. Viele der Arten, um die es vor 20 oder 30 Jahren schlecht bestellt war und die als Indikatoren für Umweltzerstörung/verschmutzung genannt wurden (Wanderfalke, Uhu, Seeadler, Schwarzstorch...; geht auch mit Lachs & Co) sind wieder da. Das hat viele Gründe, die jetzt zu weit führen, würden, ist aber erstmal gut.
D.h. wir brauchen differenzierte Maßnahmen, die den Vögeln der Feldflur (mit besonders vielen "Verliererarten") wirklich helfen.
Gruß
Arnd
Moin Arnd,
da wir hier nur die Auswirkungen unserer Ernährungsweise auf die Artenvielfalt durchleuchten möchten muß man bei Deinen Ausführungen wohl noch ein wenig ergänzen. Wenn Du schreibst "Zu viel, zu fett zu süß" meinst Du dann doch sicherlich das wir zuviel Essen wegschmeißen da das MHD abgelaufen ist, das man häufiger auf Fleischverzehr verzichten sollte und Rohrzucker dem "nomalen" Zucker vorziehen sollte da dieser schonender Aangebaut wird (ist das so?). In allen drei Punkten würde ich mitgehen :-)
In anderen Punkten muß ich Dir leider ein wenig wiedersprechen. Ich finde grundsätzlich den Ansatz falsch. "Bioprodukte" dürften eigentlich nicht "Bio" heißen da das Verbrauchertäuschung ist. Es ist ganz einfach die Nahrung, die so produziert wird wie es in der Zeit vor der Industrialisierung der Landwirtschaft Gang- und Gebe war. Die heutigen ungekennzeichneten Nahrungsmittel sollten vielmehr als "Indu" (Industiell produziert)gekennzeichent sein. Bei uns zuhause machen wir das ganz gerne. Da gibt es dann schon mal einen Satz wie "Sorry, ich habe heute nur Indumöhren" bekommen" :-)
Ich kann nicht glauben, daß die Flächen in der BRD nicht ausreichen würden um wesentlich mehr naturgerecht zu produzieren. Wenn viel mehr Menschen wieder mehr auf Selbstversorgung umsteigen würden und diese unsinnigen "Biogasanlagen" (da ist es wieder, das trügerische "Bio"!) verschwinden würden, wäre reichlich Fläche da. Jetzt wird sicherlich wieder das mit "Selbstversorgung? Wer kann das schon?" kommen. Ich sage dann: Vielleicht nicht jeder - aber fast. Beispiel Eier: ich habe mal geschaut, wer in unserem Bekannten und- Verwandtenkreis Hühner halten könnte:
- 4 Familien tun es bereits und sind begeistert dabei
- 1 Verwandte wird im Frühjahr damit anfangen
- 4 Freunde haben schon einmal darüber nachgedacht aber finden (noch) keinen Zugang dazu
- 7 Haushalte könnten es, haben damit aber Null am Hut
- Der Rest könnte es von der Fläche nicht oder würde es nicht tun
Übrigens braucht man garnicht zwingend eine eigene Fläche. Derzeit schließen sich immer mehr Solawis zusammen. Bei uns im Nachbarort startet dieses Jahr eine - ich bin schon sehr gespannt und werde das mal verfolgen.
Erfolgreicher Artenschutz?
Ja, den gibt es. Die gennannten Arten Wanderfalke, Uhu, Seeadler und Schwarzstorch halte ich aber nur bedingt für gute Beispiele. Uhu und Wanderfalke wurden ausgewildert und brüten seitdem häufig auf Gebäuden und jagen Tauben. Ich habe da so meine Bauchschmerzen inwieweit man diese tollen Vögel wirklich noch als Wildvögel bezeichnen kann. Eine Indikatorfunktion würde ich ihnen aber absprechen!
Seeadler und Schwarzstorch haben sich zu einer Zeit ausgebreitet, als sich die Grenzen im Osten geöffnet haben. Nicht, daß sie darauf gewartet hätten, aber ich denke, daß sich der Druck auf die Naturgebiete im Osten so erhöht haben das sich die Tiere neue Gebiete erschließen mußten - und dies auch glücklicherweise getan haben. Sicherlich ist es irgendwo auch ein Erfolg des Artenschutzes wenn der Seeadler oder der Schwarzstorch dann auch bleibt und sich eventuell auch vermehrt - die Ausbreitung der Arten ist aber nicht erfolgt weil es hier in Westdeutschland so toll ist...
Ich höre jetzt mal auf :-)
Beste Grüße
Holger
LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)
Zuletzt bearbeitet: 14.01.17 20:01 von milvus69
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Hallo zusammen,
zu Arnd´s Ausführungen möchte ich jeweils einen Gedanken äußern:
zu 1.: Deutschland produziert bei ca. 80 Mio Einw. >40 Mio t Getreide, und das auf 6,5 Mio ha Ackerfläche. Wäre es nicht zumindest mal überlegenswert, den Getreideanbau auf unseren Eigenbedarf zu reduzieren? Dann würden schon mal 'ne Menge ha für Bio frei...
zu 2.: Mag sein, ich kaufe trotzdem aus verschiedenen Gründen möglichst viele nicht industriell produzierte Lebensmittel.
zu Und: Auch ich freue mich über die genannten Teilerfolge, allerdings fürchte ich daß die o.g. differenzierten Maßnahmen niemals in dem Maße durchgeführt werden, wie es notwendig wäre, um die in diesem Threat diskutierte Negativentwicklung umzukehren. Die Lobbys, die an der immer weiter intensivierten Nahrungsmitelproduktion sehr viel Geld verdienen sind leider sehr sehr mächtig...
Übrigens: Ich habe heute einen 20 km - Trip durch die Elbaue mitgemacht (Wintervogelzählung). Wir haben nicht eine Goldammer gesehen, das habe ich in diesem Revier noch nie erlebt, die sind hier eigentlich ein Charaktervogel...
Schöne Grüße
Thomas
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... hab gerade diese nachricht gelesen:
https://web.de/magazine/panorama/bundesamt-warnt-agrarwende-voegel-insekten-retten-32387350
Schau, schau, hab ich da gedacht.
Zwar kein Hoffnungsschimmer aber immerhin eine Nachricht.
Vielleicht soll es ja auch nur beruhigen, dass ja
wenigstens darüber nachgedacht wird...
Man traut ja keiner Nachricht mehr.
Schönen Abend noch
Sigurd
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