birdnet-logo

Seiten: 1 2 Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: starker wind... und starke vögel


Bernd, Nadine und ich haben anfang februar eine forumsexkursion unternommen, mit verstärkung durch unseren persönlichen driver (mein freund). die idee war im herbst entstanden, das ziel war mit euch abgestimmt ;-) das heißt, verschiedene leute hatten vorschläge unterbreitet, wo es zu dieser zeit schön ist, vögel aufzuspüren. und nicht so teuer.

das ergebnis war dann eine kanare, und zwar fuerteventura. der namensgebende dauerwind hat dazu geführt, dass wir nur in wadis ins schwitzen gekommen sind, obwohl auch viel die sonne schien. da dort zu diesem zeitpunkt auch regenzeit ist, gab es aber auch einige niederschläge.



ostkanarische sandschnecke




die kanaren sind durch vulkane entstanden, überall kann man lava in verschiedenen verwitterungszuständen sehen (auf el hierro und la palma habe ich vor etlichen jahren die frischen formationen bewundert, die aussehen wie riesige kuhfladen oder elefantenkacke oder noch schöner).











ende der ausbaustrecke


die wüste beginnt nicht weit von unserem haus




der wind bläst saharasand über 100 km meer, der sich an einigen stellen auf fuerteventura zu schöner wüste aufgehäuft hat. dann wieder gibt es riesige lava-geröllfelder - dort haben haben menschen teilweise kilometerlang steinlesemauern aufgeschichtet, die manchmal auch sehr hoch waren. sie werden einen grund dafür gehabt haben, der sich uns jedoch nicht erschloss.













hier und da ein wenig landwirtschaft. haupteinkommen ist wohl der tourismus, in der regel leute, die am strand brutzeln wollen oder kiten und surfen. dadurch ist alles touristisch erschlossen, man könnte eine pauschalreise buchen, einen mietwagen nehmen und losbirden, um die spezielle fauna und flora dort zu entdecken. so ungefähr haben wir es auch gemacht :-)

ff


Zuletzt bearbeitet: 09.03.18 13:04 von ychri


Bernd hat an einem ort auf der suche nach skorpionen zwei steine umgedreht und legte zwei geckos frei. folgerung: pro stein ein gecko.











sorry für die vielen reptilien, aber die waren so niedlich! wie die wohl unter ihre steine gelangt sind? mit einigen bedenken haben wir ihre steine vorsichtig wieder in die ausgangslage zurückgedreht. hoffentlich sind sie nicht unter druck geraten.

säugetiere gibt es auch





:D




für hunde und hundefans ist die insel nicht so schön


kristallmittagsblumen vom letzten jahr


dieses rote gestrüpp namens goldgelbe seide überwuchert und durchdringt einen dornlattich-busch. der machte immer einen irgendwie geometrischen Eindruck durch die immer gleichen Winkel, in denen sich die Zweige gabelten, erinnerte auch an Atommodelle oder so.




Desfontaines-Jochblatt, sehr typisch in den Lavafeldern






immer wenn sich die see seh, brauch ich kein meer mehr!




schmutzgeier.




Zuletzt bearbeitet: 09.03.18 13:16 von ychri


nicht nur der sand der wüste kommt übers meer, es werden auch wüstenvögel verdriftet. es gibt auch einige endemische arten, und von vielen vögeln, die die sich dort angesiedelt haben, haben sich unterarten entwickelt, manchmal schon zu erkennen, dass sie anders sind, manchmal haben wir aber auch sehr gegrübelt bzw. die unterschiede nicht erkannt.

Bernd hatte im vorfeld viele spots zusammengetragen, die wir aufgesucht haben.
extrem viele arten haben wir in der woche nicht gesehen, aber eigentlich fast alles, was es da so gibt, also ca. 70. völlig entspannt war die laride lage: es gab möwe. punkt. na gut, atlantikmöwe.
netterweise hatte sich eine graurückendommel eingefunden (nur dort kann man sie auf die wp-liste bekommen), für die wir einige strapazen in einem heißen wadi auf uns nahmen, ohne sie zu finden. das barranco de río cabras ist ein steiler einschnitt, in dem kein lüftchen weht. obwohl regenzeit war, gab es nur in zwei staubecken noch wasser.




am nächsten tag starteten wir noch einen versuch und fanden die kleine dommel dann ganz bequem an einem kleinen stausee nicht weit von unserem auto.


atlasgrasmücken waren wohl sogar mehrere dort, aber wir haben sie nicht gefunden, obwohl wir mehrfach allen einsatz gezeigt und dabei einen reifen geschrottet haben (leider hatte der wagen kein werkzeug an bord). ebenso verweigerte sich uns die wüstenläuferlerche, die zwischenzeitlich nach lanzarote übergesetzt hatte.

pfad finden zur atlasgrasmücke


sehr erfreut haben uns die ansässigen wüstenvögel: in großer ferne und im geflimmer saharakragentrappen und rennvögel sowie sandflughühner und triele.

hier ein paar fotos mit dem telefon durchs spektiv:

sandflughühner




sahara-kragentrappe (in typischer umgebung und entfernung xD)


ein running gag wurde zu sagen "hehe, jetzt müssten die rennvögel mal hier die straße überqueren" oder so ähnlich. kurze zeit später holperten wir mit offenen türen auf der staubigen piste weiter, rennvögel überquerten unmittelbar vor uns die straße und eskortierten uns danach noch in kleinen trupps neben dem auto. absurd nah kamen dann auch die flughühner, und wir witzelten, dass nun noch die trappe unseren weg kreuzen müsste. für andere wurde der traum wahr, vermutlich ohne dass sie das bemerkt haben: in einiger entfernung stand ein auto auf der piste, genau wir wir guckten die leute in die flächen rechts und links. unmittelbar vor ihnen stakste eine kragentrappe über die straße und blieb völlig gechillt ab und zu stehen. große erheiterung bei uns!


wir fuhren weiter. das auto stört die vögel dort überhaupt nicht. die trappe lief dann tatsächlich auch in 5 oder 8 m entfernung an uns vorbei, sodass Bernd erstmal nur portaits fotografieren konnte, bis er den konverter rausgenommen hatte. xD da wir uns gefragt hatten, was die trappen eigentlich fressen, wenn sie da ab und zu mal picken, demonstrierte die vorbeiflanierende uns das auch schön, damit Nadine ihr food dokumentieren konnte. wir konnten auch wunderbar das balzverhalten beobachten, die trappe bläst sich dabei auf, krempelt das gefieder um und rennt in einem großen kreis umher, abschließend wird der kopf nochmal in den nacken geworfen. alles einfach herrlich. auch triele, die wir sonst eher als ferne, meist unsichtbare vögel kannten, standen auf fuerteventura auf größeren grundstücken in ortschaften herum oder auch direkt neben der schotterpiste. bin mir nicht sicher, ob auf dem einen bild Bernd oder mindestens unser auto in der reflexion im auge des triels zu erkennen ist...
wir haben im nordosten im landesinneren gewohnt und konnten abends die triele hören :-)

will jemand?


man ist dort aber extremer witterung ausgesetzt, salz, wind, sand! :-)




Zuletzt bearbeitet: 09.03.18 13:14 von ychri


hier mal noch ein paar vögel, aber Nadine und Bernd sollen bitte ihre Bilder verlinken :-)

kanarischer raubwürger


schmutzgeier.
sie haben auf fuerteventura einen deutlich gelb-orangen farbton, wo das gefieder eigentlich weiß sein sollte. ob die das absichtlich machen wie die bartgeier (oder kraniche), die sich ihr gefieder mit mineralien oder schlamm färben? welchen sinn könnte das haben? oder sind sie halt normal schmutzig?


kanarischer rennvogel


sahara-kragentrappe (kanarische unterart)


i'm walking :D








kanarenpieper


kanarische brillengrasmücke




felsenhuhn passiert rostgänse
:D


wüstengimpel


hier bräuchte ich mal kurz das herzaugensmiley: kanaren-schmätzer sind niedlich!


kanarische unterart des kolkraben


palmtaube





Zuletzt bearbeitet: 09.03.18 13:19 von ychri


es hatte grad etwas geregnet.
kanarischer triel (hier wird glaub ich sogar noch in ost- und westkanarentriel unterschieden)


sandflughühner


kanarischer wiedehopf


der rennvogel passt in die landschaft


ultramarinmeise


wüstengimple


dieser triel stand in unserem ort rum


die graurückendommel (auf englisch dwarf bittern)


weitere sandflughühner



Zuletzt bearbeitet: 09.03.18 13:23 von ychri


Moin Yvonne!

Das hört sich auch nach einer sehr schönen Tour an. Da habt ihr ja ein paar feine Arten vor die Linsen bekommen. Zur gleichen Zeit waren meine Chefs auch auf der Insel. Ich hatte ihnen noch gesagt sie sollen mal ein paar Vögelchen zum bestimmen fotografieren. Fazit: "auf der ganzen Insel gibt es keine Tiere außer Backenhörnchen.." Ja, is klar Cheffe...

Beste Güße
Holger

LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)


Aaah Yvonne, jetzt kann ich auch die Bilder in den ersten beiden Beiträgen sehen :)
Das sieht nach einer richtig interessanten Tour aus. Neben deiner Bilder von Vögeln und anderen Tieren finde ich auch die Landschaftsbilder toll. Vielen Dank für die Arbeit, das hier zu zeigen.
Ich war dort noch nie: Gibt es auf Fuerteventura wirklich so wenig Vegetation? Ich hätte dort mehr erwartet.

Richtig lachen musste ich hier:
"Bernd hat an einem ort auf der suche nach skorpionen zwei steine umgedreht und legte zwei geckos frei. folgerung: pro stein ein gecko." :D

Viele Grüße
Matthias



milvus69:
"auf der ganzen Insel gibt es keine Tiere außer Backenhörnchen.." Ja, is klar Cheffe...


:D

die waren aber auch recht auffällig bis aufdringlich. es handelt sich um atlashörnchen (eingeschleppt).



MatthiasM:

Ich war dort noch nie: Gibt es auf Fuerteventura wirklich so wenig Vegetation? Ich hätte dort mehr erwartet.


lanzarote und fuerteventura sind die trockensten der kanarischen inseln, die anderen bekommen mehr feuchtigkeit vom atlantik. auf gomera gibt es ja sogar einen richtigen nebelwald. aber die beiden östlichen haben sehr häufig wind aus afrika (calima).

ganz im süden wurde ein bewässerter park angelegt, in dem wachsen etwas üppigere bäume.
ansonsten nur flache pflanzen richtung sukkulenten.


Zuletzt bearbeitet: 08.03.18 19:11 von ychri


ychri:


für hunde und hundefans ist die insel nicht so schön




Hmmm. Hört sich ja richtig gut an...:-)))
Wobei das natürlich ein ganz armer Tropf ist. Trotzdem, gerade aktuell wo hier die paar Kiebitze die im Süden noch am brüten
sind ihre Brutplätze aufsuchen gehen mir die ganzen und immer mehr werdenden freilaufenden Töllen auch in Schutzgebieten immer mehr auf den Senkel!

Sehr schöner Bericht!


Zuletzt bearbeitet: 08.03.18 20:05 von Wolfzge


Danke für den tollen Bericht, Yvonne.

Tolle Landschaftsaufnahmen, keine Bäume im Weg die einem immer die Sicht versperren.

Liebe Grüße
Richard



xD

mir ist grad noch eingefallen, im barranco del torre stehen auch bäume rum. deshalb haben wir da auch vergebens die atlasgrasmücke gesucht.

das mit freilaufenden hunden ist dort wirklich kein problem. frage mich, warum sich die leute da überhaupt einen hund halten. auch auf den höfen sind teils mehrere hunde an kurzen ketten. elend. oder der auf dem bild. eine hütte im nichts. ???



übrigens habe ich wegen des windes usw. eben mal den artikel über saharastaub gelesen. super interessant und erstaunlich!



ychri:


das mit freilaufenden hunden ist dort wirklich kein problem. frage mich, warum sich die leute da überhaupt einen hund halten. auch auf den höfen sind teils mehrere hunde an kurzen ketten. elend. oder der auf dem bild. eine hütte im nichts. ???


In der Regel sind das Jagdhunde die nur dann von der Kette gelassen werden wenn es auf die Jagd geht. Das sieht man in vielen südeuropäischen Ländern. Arme Geschöpfe...

LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)


Denke für den Bericht, Yvonne!
Kriegen wir denn auch noch die Vogelnamen zu den Bildern? 8–)

Seiten: 1 2 Zurück zur Übersicht


Besuchen Sie auch www.birdingtours.de!
Zusammen Natur genießen und mehr sehen!
birdingtours-Katalog