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Thema: Brutbestandstrends 2017


Moin Moin!

Für einige Arten ist die Brutsaison ja bereits im vollen Gange und für andere schon fast rum. Wieder andere werden erst in der nächsten Zeit loslegen.
Wie sieht es denn bei euch so (gefühlmäßig) aus? Könnt ihr schon erste Trends feststellen, wer häufiger, gleichbleibend oder seltener als Brutvogel in Erscheinung getreten ist?

Bei mir sieht es für den Kreis Viersen und den niederländischen Grenzbereich in etwa so aus:
Kiebitz: drastische Abnahme, derzeit kenne ich nur noch ca. 5 Paare, die Brutvorbereitungen getroffen haben.
Steinkauz: in etwa stagnierend, vielleicht mit einem leichten Abwärtstrend
Uhu: starke Zunahme
Feldlerche: Stagnation auf niedrigstem Niveau
Heidelerche: ziemlich starke Abnahme - viele Reviere erscheinen verwaist zu sein. Grund?
Wiesenpieper: Stagnation auf geringer Basis
Baumpieper: weiterhin starke Zunahme. Der singt in den NSGs an jeder Ecke
Blaukehlchen: Stagnation auf recht niedrigem Niveau
Hausrotschwanz: erstaunlich wenig Sänger, die ich bisher finden konnte
Gartenrotsschwanz: da sollten ja wohl noch ein paar kommen - Bisher sieht es aber nicht schlecht aus (ähnlich auch der Trauerschnäpper)
Schwarzkehlchen: Auffälliger Verlust an Brutpaaaren. Grund?
Dorngrasmücke: Weiterhin sehr gute Bestände, in einigen Gebieten häufiger als Mönchsgrasmücke
Waldlaubsänger: Es sind wohl noch nicht alle da, aber man hört sie schon in vielen Waldbereichen - hier scheint alles gut zu sein.
Bluthänfling: Ich habe nicht den Eindruck, diese Art wäre seltener geworden.
Stieglitz: der fliegt mir in diesem Jahr recht häufig um die Ohren - sogar im Ortszentrum und in unserer Nachbarschaft scheinen sie zu brüten.
Fichtenkreuzschnabel: Die Bestandszunahme sollte fakt sein. Viele Familien ziehen durch die Wälder der Region.
Goldammer: Stagnation oder leichte Zunahme.

Soweit mein erster Eindruck - ich bin gespannt, wie es bei euch so aussieht.

Beste Grüße
Holger


LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)


Vorläufige Einschätzung für Arten , die Holger bereits aufgeführt hat:

Dorngrasmücke: kommen gerade erst spärlich an, noch keine Einschätzung möglich
Waldlaubsänger: gleichbleibend häufig, wenn ich davon ausgehe, dass noch welche ankommen
Bluthänfling: unverändert guter Bestand in Kiesgruben u. ä. Habitaten, in der Agrarlandschaft unverändert auf sehr niedrigem Niveau
Stieglitz: häufig, eher kurzfristig zunehmend
Fichtenkreuzschnabel: kein Brutvogel
Heidelerche: gleichbleibend häufig
Wiesenpieper: gleichbleibend spärlich
Baumpieper: gleichbleibend sehr häufig
Feldlerche: Bestandeinbruch bis 50 %
Hausrotschwanz: gleichbleibend
Blaukehlchen: gleichbleibend
Gartenrotschwanz: gleichbleibend
Goldammer: geringe Abnahme
Schwarzkehlchen: Zunahme der letzten Jahre setzt sich fort; besetzten Reviere, die zuvor Braunkehlchenreviere waren (wahrscheinlich Habitatveränderung wie Austrocknung und damit Änderung der Vegetation und des Mikroklimas, muss noch weitestgehend spekulativ bleiben)
Braunkehlchen: jahrelange Abnahme scheint sich fortzusetzen

Weitere Arten und Neueinschätzungen bei Gelegenheit.

Gruß Bodo


Zuletzt bearbeitet: 05.05.17 14:41 von Bodo


Moin,bei mir im Garten ist es wenig dieses Jahr. Von 4 Nistkästen ist einer mit Blaumeisen besetzt.
Ansonsten kann ich Holgers Eindruck vom Stieglitz bestätigen, sehr häufig hier. Den gleichen Eindruck hab ich bei der Nachtigall, viele Sänger in diesem Jahr. Wobei in der nahen Kreisstadt sehr viel mehr Nachtigallen singen als bei mir auf dem Land. Gute Zahlen auch bei Bluthänfling, Mönschsgrasmücke, Dorngrasmücke, Waldlaubsänger, Hausrotschwanz. Feldlerche ist auch recht gut vertreten. Noch keine Mauersegler und noch wenige Schwalben. Trauerschnäpper ist an zwei mir bekannten Nistplätzen da. Uhu und Waldkauz gibts hier überall Steinkauz hatte ich einen rufend dieses Jahr.
Gartenrotschwanz,schon immer extrem selten hier, Blaukehlchen und Heidelerche gibts hier nicht.
Goldammer recht wenig gegenüber früheren Jahren,Braunkehlchen und Schwarzkehlchen fehlen mir noch ganz.

VG Martin



Von welchem Zeitraum reden wir denn?







Buteo89:
Von welchem Zeitraum reden wir denn?


Steht doch im Thread Titel



Also bei mir sieht es nach meinen Beobachtungen bisher so aus:

Die Gartenbrutvögel Heckenbraunelle, Rotkehlchen, Klapper-und Mönchsgrasmücke,Zaunkönig, Zilpzalp und Fitis sind alle vertreten.
Kohl-und Blaumeise eher abnehmend.

Aber bei Feld-und Haussperling katastrophaler Rückgang, ebenso bleiben seit Jahren besetzte Starennistkästen leer.
Buchfink scheint zu verschwinden.

Amsel gleichbleibend hoch.
Dohle seit Jahren stark zunehmend.

Im Feld wenig Goldammern, alle Kehlchen gleichbleibend hoch.
Zunahme Mönchsgrasmücke und Abnahme Dorngrasmücke.
Gleichbleibend niedrig Feldlerche, Heidelerche zunehmend.

Uhu gleichbleibend hoch, mehr geht gar nicht :)
Dafür starke Abnahme der Kleineulen.

Weißstorch seit Jahren im Brutbestand wachsend, ebenso Kranich (>60 Brutpaare im kleinen Landkreis Cuxhaven)

Noch wesentlich auffälliger als die Abnahme der Vögel finde ich ist das Ausbleiben der Insekten.
Meine 4 Bienenvölker sind hin, bis jetzt habe ich in diesem Jahr wohl max. 5 Hummeln, 1 Schwebfliege, einzelne frühe Falter und 2 Stubenfliegen :) gesehen .
Bisher ist mir auch noch keine Libelle ins Auge gefallen.

Viele Grüße
Richard




Jahresliste 2018 (Deutschland): 148 (Fischadler)
Foraner/innen : 59 (Josefine)


Tendenziell finde ich es gegenüber den Vorjahren auch deutlich weniger, kann allerdings auch an der Präsenz in den Medien liegen, dass man sich intensiver damit beschäftigt und besonders darauf achtet. Es gibt ja mehrere Artikel in diesem Zusammenhang mit den Beobachtungen am Futterplatz. Durch das sehr gute Mastjahr an Wald- / Wildfrüchten stand den Waldbewohnern der Speiseplan offen und wenige sind abgewandert.

In "meinem" Lieblingsgebiet Eggegebirge / Teutoburger Wald (https://www.lwl.org/LWL/Kultur/Westfalen_Regional/Naturraum/Naturpark_Teuto) kann ich momentan nicht viele Veränderungen feststellen. Gerade an den Waldrändern tummeln sich zahllose Arten. Dieses ist aber auch dem Umstand geschuldet, dass bei uns noch einzelne Feldgehölze stehen und eine Beweidung mit Rindern und Schafen stattfindet. "Über den Berg" nach Paderborn und auch in Teilbereichen hier sind die Zustände schon gravierend anders. Monokulturen von endlosen Raps- und Maisfeldern zerstören die Lebensräume und Artenvielfalt. Hinzu kommen die gerade bei Paderborn grossen Windparks die ein übriges beitragen. Neulich habe ich einen Landwirt gesehen, der mit Handpumpe um sein Rapsfeld gegangen ist um auch die letzten Ackerkräuter tot zu spritzen....

Bei den Vögeln sind mir 3 Arten besonders negativ aufgefallen:

Meinen Lieblingsvogel, den Schwarzstorch, habe ich in diesem Jahr noch gar nicht gesehen. War er vor 5 Jahren bei uns "häufig", so scheint er nun so gut wie verschwunden zu sein, bzw. sich Richtung Solling (http://www.naturpark-solling-vogler.de/) zurückgezogen zu haben. Als Grund nehme ich mal die Test- und Präsentationsstrecke Bilster Berg (http://www.bilster-berg.de/). Für den extrem störungsanfälligen Schwarzstorch dürfte der Betrieb der Rennstrecke den Ausschlag gegeben haben sich ein ruhigeres Plätzchen zu suchen.

Auffallend find ich auch, dass ich so gut wie keine Heckenbraunelle wahrnehme. Weder Gesang, noch Sichtung.

Als dritte Art ist von meinem Empfinden die Goldammer stark zurückgegangen. Letztes Jahr noch in jedem Busch und großen Trupps ist es in diesem Jahr deutlich weniger, obwohl ich da noch auf hohem Niveau jammere.

Gefühlt stark zugenommen haben bei mir der Waldkauz und vor allem der Raufußkauz, die mit Ihren Rufen mehrere Reviere bestätigt haben.


Viele Grüße
Oliver


Ich kann ja kaum Erhebungen machen, aber ich kann subjektive Vergleiche zu den beiden Vorjahren ziehen, in einem kleinen Waldgebiet.

Dort war ich heute das erste Mal in diesem Jahr und konnte keine großen Änderungen gegenüber den Vorjahren feststellen. Wie auch zuvor waren dort heute keine Rotkehlchen oder Heckenbraunellen. Dafür (wie zuvor) viele Sommergoldhähnchen, Zilpzalp, Fitis.
Den Bestand an Kohl-, Blau-, Sumpf-, Haubenmeise, Buchfink, Goldammer, Kleiber usw empfand ich als "normal" - was auch immer das ist ;).

Das einzige was (heute) fehlte, waren Schwanzmeisen, die ich sonst dort auch schon beobachten konnte. Aber die machen sich oft unsichtbar. Auch die Anzahl der Greife war eher gering: ein Rotmilan, ein Mäubu und ein Turmi sind deutlich zu wenig. Das will aber auch noch nichts heißen, denn es gibt und gab hier auch Tage, da sieht man gar keinen - wie letztes Jahr auch.

Ansonsten fand ich heute auf einem Weg von nicht mal 1000 Metern durch diesen Mini-Wald mit angrenzenden Futterwiesen insgesamt 25 Vogelarten +1 unbestimmten Greif. Wobei ich mir nichts vormache und sicher bin, dass ich den einen oder anderen Vogel überhört habe.

Viele Grüße
Matthias



Richard:
Buteo89:
Von welchem Zeitraum reden wir denn?


Steht doch im Thread Titel


2017 aber im Vergleich wozu?

Landgfristiger /Mittelfristiger trend? Oder einfach gegenüber 2016?







Buteo89:
Richard:
Buteo89:
Von welchem Zeitraum reden wir denn?


Steht doch im Thread Titel


2017 aber im Vergleich wozu?

Landgfristiger /Mittelfristiger trend? Oder einfach gegenüber 2016?


Moin Moin!

Da hier im Forum die Leute mit unterschiedlichsten Grundlagen zusammenkommen kann man natürlich keine wissenschaftlichen Standarts vorraussetzen. Das ist auch nicht der Plan. Der eine geht alt nach Feierabend eine kleine unde durch sein Stammgebiet, die nächste macht nur Zufallsbeobachtungen und dann ist da noch derjenige, der Hauptberuflich damit zu tun hat.
Trotzdem hat doch jederman so ein Empfinden, wie es bei ihn im Umfeld in diesem Jahr mit dem Brutbestand aussieht. Oder hat konkrete Info von den jeweiligen hauptberuflichen Kartierern.
Ich finde es zumindest stannend zu hören daß es Regionen in Deutschland gibt in denen die Nachtigall scheinbar wieder häufiger wird (das ist bei uns sicherlich nicht der Fall) oder zu erfahren das die Heckenbraunelle in einigen Gegenden scheinbar abnimmt während da bei uns noch ziemlich gute Bestände vorhanden sind. Und ich brenne darauf, zu erfahren, ob die Arten, um die ich mir im Moment so meine Sorgen mache (z.B. Heidelerche) überall seltener geworden sind oder ob es eventuell an für diese Art falschem Biotopmenagment liegt (Dazu: die allermeisten Heidelerchen brüten bei uns in NSGs mit großen Heideflächen und die aufwachsenden Bäume müssen mit großem Aufwand entfernt werden. Entweder durch Pflegetrupps, Schaf- und Ziegenherden oder mittlerweile sogar durch abflämmen).

Beste Grüße
Holger

LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)


Hallo,

ich kann nur zu den folgenden Arten etwas schreiben:

Feldlerche: Gibt es hier sehr viele, Tendenz steigend (gefühlt)
Hausrotschwanz: Stagnation, eher etwas weniger.
Gartenrotsschwanz: Sind hoffentlich noch nicht alle da, bisher habe ich nur ein Paar entdeckt.
Dorngrasmücke: Hier ist es auch so, Dorngrasmücken gibt es in Hülle und Fülle
Bluthänfling: Gibt es hier eh relativ wenige, gleichbleibend
Stieglitz: gleichbleibend
Goldammer: Tendenz rückläufig
Haussperling: Sehr wenige (wie auch im Winter schon)
Blau- und Kohlmeise: wie Haussperling
Nachtigall: Gleichbleibend auf sehr niedrigem Niveau
Stare: Bei mir ums Haus sind bis auf einen Starenkasten alle belegt, gleichbleibend
Mauersegler: Nach dem Einflug vor ein paar Tagen, sind es mindestens genauso viele wie letztes Jahr
Mehl-und Rauchschwalben: Tendenz rückläufig
Dohlen: gleichbleibend
Buchfink: ? sehe ich auch fast keine....
Heckenbraunelle: deutlich mehr Sänger als im letzten Jahr

VG
Volker




Ich finde, dass dieses Jahr im Vergleich zu 2016 -zumindest hier im Raum Braunschweig/Wolfenbüttel- bisher folgende drei Arten ziemlich stark vertreten sind:

Singdrossel
Fitis
Gartengrasmücke

Hamilkar





Ich muss hier leider noch etwas ergänzen.

In diesem Frühjahr wurde hier schon wieder großflächig Gestrüpp- und Unterholzbestand "vernichtet". Mit "hier" meine ich den Großraum Freudenstadt (FDS), Calw (CW) und Rastatt (RA); mein Weg zur Arbeit führt durch diese 3 Landkreise. Und es geht hier nicht um ein paar Stellen, das ging großflächig!

Ich hatte letztes Frühjahr hier schon mal darüber gemeckert. Aber dieses Jahr ist es noch verheerender. Es ist fast alles Gestrüpp weg!

Weggefallen ist schon letztes Jahr (2016) die Brutstätte für den Gartenrotschwanz, den ich aus dem Jahr 2015 an dieser Stelle noch nachweisen kann. Und dieses Jahr hat der fast gar keine Chance mehr, hier zu brüten, was ich hier jedenfalls so sehe.

An wen kann/soll ich mich wenden?

Viele Grüße
Matthias



Durch Richards Anmerkung mit den Stubenfliegen ist mir aufgefallen das ich dieses Jahr noch gar keine gesehen hab und das obwohl in 500 Metern Luftlinie ein Pferdehof ist. Es gab Zeiten da konnte man die Haustür nicht öffnen ohne das 3 bis 4 Fliegen reingekommen sind, sehr bedenklich das ganze.

VG Martin



Moin Moin!

Da die Brutsaison ja jetzt im vollen Gang ist bzw. z.T. die erste Brut schon abgeschlossen ist mache ich hier mal mit meinen Eindrücken weiter:

- Bei den Wasservögeln ist alles normal bzw. z.T. weiterhin positiv. Das liegt wohl daran, das die Wasserpest als Futterpflanze sich weiterhin ausbreitet. Außerdem werden wegen der niedrigen Wasserstände Arten wie die Wasserralle eher gesehen. Sie werden quasiaus dem Schilf gezwungen.

- Baumfalke: total negativer Trend. Selten habe ich sowenige Baumfalken wie in diesem Jahr gehabt.

- Wespenbussard: überraschend positiv. Es vergeht kaum an Tag, wo ich sie nicht sehe - und das in vielen Gebieten. Hätte ich nach dem verregnetem Sommer letztes Jahr nicht erwartet.

- Kiebitz: ich habe bisher erst 1x Jungvögel gesehen - Vollkatastrophe

Grauschnäpper: auch hier habe ich nur 2 Reviere ausmachen können. Auch ein sehr negativer Trend.

- Das gleiche gilt für die Weidenmeise.

- Ziegenmelker: da haben wir eine Bestandszunahme verzeichnen können. So 55-60 Brutpaare werden es im Kreis wohlsein.

- Mauersegler: stagnierend bzw. durch den Abriss eines alten Firmengebäudes in unserem Ort abnehmend.

- Rauch- und Mehlschwlbe: weiterhin abnehmend wobei die Situation für die Mehlschwalbe richtig schlimm sein muß. Es sind nur selten welche zu sehen...

- Turteltaube: auch diese Art scheint sich au sunserer Landschaft zu verabschieden. Ich konnte nur 4 Reviere ausfindig machen...

Mal schauen, wie es weitergeht!

Beste Grüße
Holger



LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)
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