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Thema: Fernglas vs. Spektiv


Hallo zusammen...

... ich habe heute mal ein sicher etwas ungewöhnliches Thema...
Ich beobachte aktuell mit einem mittelmäßigen 10x50 Fernglas von Minolta. Meine Frau schleppt ein 65er Zeiss-Spektiv durch die Gegend.

Bei mir steht für dieses Jahr eine Neuanschaffung an. Aktuell liebäugele ich mit einer 10x42er Trinovid von der Marke mit dem roten Punkt.

Aber...: Soll ich besser auf ein Spektiv setzen? Vorteile sind natürlich die deutlich höhere Vergrößerung / Reichweite. Aber das Teil hat man halt auch nicht mal schnell vor die Augen gehoben, ohne Stativ geht ja gar nix. Also: Geschleppe.

Womit schaut ihr?? Spektiv oder Fernglas? Sehe ich das mit dem Rumtragen eventuell zu schwierig??

OK, optimal ist sicher beides zusammen, aber die Moneten sind begrenzt ;-)

Freue mich über jeden Tipp!

Beste Grüße
Andreas



Ich persönlich bevorzuge ein günstiges Fernglas ( NIKON Monarch 10x 36) und dafür ein eher hochpreisiges Spektiv, als umgekehrt.

Das NIKON ist meiner Meinung nach preis-leistungstechnisch super. Hab es für 230€ bekommen und es liefert auch unter schwierigen Beobachtungsbedingungen (Regenwald) super Leistung.

Bei Spektiven finde ich es dann selbst bei Mittelklasse Spektiven schon auffällig, wie schnell man an die Grenzen des Möglichen stößt, während nebenan das Zeiss/Swarowski Spektiv noch problemlose Bestimmung ermöglicht.

Ist bei mir aber auch eine Angewohnheit, dass ich lieber durchs Spektiv als durchs Fernglas schaue.

Denke ein Patentrezept wird es da nicht geben.

VG Robin






Buteo89:


Ist bei mir aber auch eine Angewohnheit, dass ich lieber durchs Spektiv als durchs Fernglas schaue.

Denke ein Patentrezept wird es da nicht geben.

VG Robin


Da schliesse ich mich an!
VG Harry




Hallo Andreas, ich weiß nicht ob du "nur" beobachtest oder auch fotografierst; und wenn ja, mit welcher Ausrüstung. Es gibt einen Lens2scope genannten Adapter für verschiedene DSLR-Marken, mit dem aus einem Objektiv ein Spektiv wird. Ich bin damit zufrieden, kenne aber deine Ansprüche nicht und habe es nicht mit einem Spektiv verglichen. Hier im Forum gab es dazu schon mal einen Beitrag dazu. Und hier der Link zum Shop:
http://www.orniwelt.de/Lens2scope?XTCsid=d15fb1158efd8d84a0ccd301f7dc2776
Vielleicht ist es ein Kompromiss oder eine Alternative.
VG Ulrich



Hallo Ulrich,

ja, das mit dem Fotografieren ist da schon so ein Ding ;-)
Ich komme eigentlich von der Fotografie. Habe eine Canon 60D mit 100-400 L-Objektiv, also schon recht gut. Aber: boah! 400mm Brennweite bei 1:5,6er Blende, das reißt keinen vom Höckerle... aber ein 400mm 1:2,8 mit 2fach Adapter.... da muss man gebraucht schon 7.000 Eurotaler hinlegen! Digiscopie??? geht doch wohl nur bei ruhigen Objekten...

gebe zu, bin momentan echt "in der Klemme" mit meinen Gedanken.... schaue nur mal die neuen Gänsesäger-Fotos in den Februar-Beobachtungen.... das wäre mein Ziel! Mit meinen schon recht guten Objektiv einfach illusorisch...

was tun??

LG
Andreas



Hi Andreas, es ist keine Digiskopie, indem du durch den Adapter fotografierst. Ich habe auch die 60D und das 100-400 mm. Das Objektiv habe ich auf dem Stativ und kann Adapter oder Kamera ans Bajonett anschließen; aber der Wechsel geht ganz schnell. So habe ich immer ein 10x Fernglas zum Suchen und die Kamera auf dem Stativ. Wenn ich dann einen Vogel nicht genau genug sehen kann, um ihn zu bestimmen, nehme ich die Kamera ab, Adapter dran und aus 400 mm Brennweite wird 40-fach Vergrößerung. Natürlich wäre 1:2,8 bei 400 mm wünschenswert, aber das bezahlt mir keiner. VG Ulrich
PS: auch wenn es so aussehen mag, dass ich dafür Werbung mache; es ist nicht so.



Ulrich,
ah, jetzt verstehe ich... also habe ich quasi schon ein Spektiv ;-), hey, das klingt cool!!
Da mache ich mich, dank deiner "Werbung" ;-) mal schlau in diese Richtung!!

Danke für diesen Tipp, der pusht!

Besten Gruß,
Andreas



KlangRausch:
das Teil hat man halt auch nicht mal schnell vor die Augen gehoben


das ist übungssache. wenn man ein spektiv oft benutzt, findet man die anvisierte stelle schnell, dann geht sogar irgendwann himmel. für den schnellen überblick braucht man natürlich ein fernglas - aber du hast ja schon eines!

die art, wie und wo man beobachtet, hat natürlich auswirkungen auf das geschleppe - obwohl mich meine vogelbeobachtungslast oft nervt, ist die vogelbeobachtungslust mit spektiv einfach viel größer, sobald es irgendwo steht... ich würde darauf nicht mehr verzichten wollen.

viele grüße, yvonne

ps: dass du dich in sachen fotos ausgerechnet mit Katrin messen musst - ein hartes los... ;-)


Zuletzt bearbeitet: 13.02.14 20:39 von ychri


KlangRausch:
Womit schaut ihr?? Spektiv oder Fernglas? Sehe ich das mit dem Rumtragen eventuell zu schwierig??

Zum Ausgangsthema zurückkommend möchte ich folgendes in den Ring werfen:
Persönlich würde ich mir erst einen guten Feldstecher zulegen, da ich diesen viel häufiger einsetzen kann. Es sollte dann auch ein besseres sein zum Beispiel mit dem roten Punkt. Die Qualität eines Feldstechers schätzt man dann, wenn man in Grenzsituationen kommt.
Spektive sind dann von Vorteil, wenn ich regelmäßig auf große Entfernung beobachte (Meer, große Gewässer) oder mich auf Details konzentrieren will.
Ich kenne Beobachter, die zum Beispiel auf Helgoland im Prinzip nie mit einem Spektiv unterwegs sind.
Einen Vorteil hat ein Feldstecher noch: Ich finde in der Regel schnell den Vogel und kann ihn so schneller bestimmen, zum Beispiel wenn in der Dämmerung eine Große Rohrdommel über das Schilf fliegt oder ein Eisvogel geschwind den Bachlauf längs fliegt oder ein Zilpzalp durch die Hecke huscht.
Letztendlich kommt also darauf an, wofür du die Optik nutzen willst.
VG



ps: dass du dich in sachen fotos ausgerechnet mit Katrin messen musst - ein hartes los... ;-)
Und ein Spektiv wäre bestimmt leichter :-D



KlangRausch:
Womit schaut ihr?? Spektiv oder Fernglas?

Hallo Andreas,

das ist im Grunde die falsche Frage. Es geht nicht um entweder-oder, sondern darum, was wofür geeignet ist.

Das Fernglas ist die Grundausrüstung. Ich gehe oft ohne Spektiv los, aber so gut wie nie ohne Fernglas. Dessen Vorteile brauche ich nicht zu erklären, der einzige Nachteil ist eben die zu schwache Vergrößerung, wenn der Vogel sehr weit entfernt ist.

Und das ist auch schon der Hauptgrund für die Anschaffung eines Spektivs: Wenn das öfter (zu oft) vorkommt, dass du dich ärgerst, weil ein Vogel zu weit weg zum Bestimmen ist, dann könnte die Anschaffung eines Spektivs sinnvoll sein. Natürlich auch für spezielle Zwecke, z.B. das Ablesen von Ringen.

Darüber hinaus ist es allerdings auch reiner Genuss, in aller Ruhe und ohne die ganze Zeit etwas ruhig hochhalten zu müssen, z.B. einem Seeadler bei der Gefiederpflege zuzusehen :-)

Herzliche Grüße – Martin M.



Ich werfe noch das stabilisierte 15fach oder 18fach Canon-Glas in den Ring. Wenn ich nicht gerade an die größeren Gewässer hier fahre, habe ich nur das 18fach-Canon dabei. Ist zwar auch ein Brocken, aber durch das beidäugige Sehen steht das 18fach-Fernglas einem 30er Spektiv nicht/kaum nach.
Und da kann man noch so viele rote Punkte wo drauf kleben; die Stabilisierung läßt deutlich mehr erkennen, als die etwas besseren Gläser der Rotpunktler oder Kristallschleifer.

Olli



Völlig Unterschiedlich.

Im Wald finde ich ein Spektiv eher hinderlich. Zumal man es dort auch eher mit agileren Arten zu tun hat.
Am Gewässer/ Watt / Strand möchte ich mein Spektiv nicht missen.
Und wenn man dann morgens oder abends das typische "Photografenlicht" und das ganze Können dieser Technik zur Verfügung hat, ist das Genuss pur.
Am liebsten sitzenderweise. Ich habe neulich mit jemandem beobachtet, dem..(der) das nicht bewusst war, das man ein Stativ so weit zusammenfahren kann, das man bequem von einer Bank oder Klappstuhl oder ähnlichem beobachten kann. Oh weia...:-)))

Grüsse



KlangRausch:
Habe eine Canon 60D mit 100-400 L-Objektiv, also schon recht gut. Aber: boah! 400mm Brennweite bei 1:5,6er Blende, das reißt keinen vom Höckerle...

.... das wäre mein Ziel! Mit meinen schon recht guten Objektiv einfach illusorisch...


Auch wenn das hier nur das Nebenthema ist, das 100-400er von Canon in Verbindung mit einer Cropkamera ist durchaus gut geeignet für schöne Naturfotos. Ich glaube Raimund macht seine Actionbilder mit dieser Kombination und die sind wirklich klasse. Klar, mehr Brennweite hilft oft, aber gute Bilder müssen ja nicht immer Vögel formatfüllend zeigen.

Also Andreas, nicht verzweifeln, da geht eine Menge. Hier ein paar Fotos mit "deinem" Objektiv gemacht:

















Und manchmal freut man sich auch über ein Zoom, wenn sich unerwartet andere Motive ergeben:



Und weil der Fotoapparat ja auch schon etwas sperrig sein kann, nehme ich zumeist nur das Fernglas und nur selten das Spektiv mit. daher würde ich immer einem guten Fernglas den Vorzug geben. Das wäre wahrscheinlich anders, wenn ich nicht fotografieren würde.

LG
Katrin



Ich finde auch dass ein gutes Fernglas zur Grundausrüstung gehört, daher würde ich auch raten, zuerst da zu investieren.

Vor allem auch weil ihr ja offenbar schon ein gutes Spektiv habt. Ein Spektiv kann man ganz gut zu zweit benutzen, damit schaut man ja vor allem Vögel an, die rumsitzen oder schwimmen. Für die schnellen und überraschend auftauchenden Vögel hat man dann das Fernglas.



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