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Thema: Beobachtung im Oktober 17


Hallo zusammen,
ich bin neu hier und hätte gerne eine Hilfe bei der Bestimmung einer Beobachtung.
Gestern morgen habe ich auf einem Baum 2 größere Vögel gesehen (evtl. Grauspechte). Sie haben einen ungewöhlich melodisch und rhythmischen Gesang produziert und dabei gemeinsam ihre Köpfe im Rhythmus nach links und rechts bewegt.
Was war das für ein Verhalten? Wurde es schon öfter beobachtet? Ich hatte bis dato so etwas noch nie gesehen.

Danke schon mal für Eure Hilfe.
Es grüßt josate



Hallo josate (ist das richtig so mit dem kleinen 'Jott'?),

herzlich willkommen erst mal hier in der Runde!

Leider ist es gar nicht so einfach, Dich bei der Zuordnung Deiner Beobachtungen zu unterstützen.
Es heißt so schön und grad bei der Vogelbeobachtung sehr treffend: Bilder sagen meist mehr als 1000 Worte, aber wer hat schon die Kamera mit dem Supertele immer griffbereit?

Zudem könnte man Dir natürlich umso mehr helfen, je mehr Details Du nennst.

Es macht einen großen Unterschied, ob Du die Vögel in einem Wald oder in einem Einzelbaum gesehen hast, der auf einem Feld steht.
Zu den Vögeln schreibst Du leider nur, das sie 'größer' gewesen sind, das ist aber ein bisschen unkonkret. Kannst Du das genauer sagen (z.B. 'größer als ne Amsel, aber nicht so groß wie ein Eichelhäher')?
Hast Du weitere Merkmale wahrgenommen (Gefiederfarbe(n), Schnabel,...)?
Den Gesang beschreibst Du recht schön, auch in Verbindung mit dem Verhalten. Leider höre ich vor meinem inneren Ohr keinen Vogel, der dem unmittelbar nahe kommt.
Wenn ich mich nicht irre, kommt partnerschaftlich koordiniertes Verhalten, wie Du es gesehen hast, bei Vögeln durchaus vor, ohne dass ich etwas über die Häufigkeit sagen könnte. Mir fehlt jetzt der Fachbegriff, aber ich würde mal vorsichtig 'Zwischenbalz' dazu sagen, weil es meines Wissens nach der Festigung der Paarbindung dient (sollte ich hier Grütze schreiben, dann bitte ich um Ergänzung bzw. Korrektur).

Jetzt noch ein paar Tipps, mit denen man sich ggf. selber helfen kann.
Ich gehe mal implizit davon aus, dass Du ein Fernglas hast? Falls ja, so sollte es bei der Vogelbeobachtung immer griffbereit sein. :)
Hast Du ein Bestimmungsbuch? Das kann gerade zu Beginn auch ein 'Was fliegt denn da?' sein, später wird es vermutlich der Svensson werden. Ein Bestimmungsbuch ist letzlich unverzichtbar, denn da erfährst Du alles Wesentliche zur Erscheinung der Vögel, zu Rufen/Gesang sowie zum Habitat.

Wenn Du meinst, es könnten Grauspechte gewesen sein, dann checke mal den entsprechenden Wikipedia-Beitrag. Text und Bilder sagen einem häufig schon eindeutig: Jo, 100%ig bzw. Nee, nie im Leben...

Zum Abgleichen des Sounds empfehle ich die Seite der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, dort hat man zu vielen Arten Tracks mit typischen Lautäußerungen.
Die meisten Tracks wirst Du auf Xeno-Canto finden, aber die Seite ist ein bissel unhandlich.
Ornitho hat ebenfalls ein Tonarchiv, anders als ich dachte, kommt man da auch ohne Account schon ran (Ornitho Foto- und Tonarchiv).

Viel Glück bei der Recherche und vielleicht kannst Du ja noch ein paar weitere Details nennen, ich bin sicher, dass man Dir gerne hilft, wenn man es kann. :)

Viele Grüße aus Berlin,
Steffen

p.s.: In den jeweiligen Kalendermonaten gibt es übrigens Threads, die den jeweils aktuellen Bestimmungsfragen gewidmet sind. Da kannst Du eine Anfrage wie diese hier prima posten, das ist übersichtlicher, als wenn zu jeder Frage ein Extrafred aufgemacht wird. :)

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Zuletzt bearbeitet: 27.10.17 21:21 von Bourkinist


Danke für die vielen Tipps.
Zu den Fragen:
natürlich habe ich ein kleines Fernglas und sogar einen Fotoapparat - ohne große Vorbauten, aber wenn ich mit dem Hund zum Walken gehe ist das meist zuviel Balast und ich lasse es zuhause - blöd ist nur, dass ich dann meist was sehe, das ich gerne genauer gesehen hätte oder sogar im Bild festgehalten. Dann trage ich es wieder einige Male umsonst mit und lasse es dann wieder zuhause ....

Der Baum stand in einem Privatgarten am Ortsrand - letzte Häuserreihe vor einem Sportgelände und dann Wald.
Ich schrieb ja schon, es könnten Grauspechte (in unserem Wohngebiet gibt es sowohl Grau- als auch Grünspechte) gewesen sein, ich habe die Vögel von unten im Morgenlicht von hinten gesehen - das Gefieder schien dunkelgrau, der Schnabel kräftig und lang (also spechtähnlich). Der ungewöhnlich melodische Gesang hat mich zum Anhalten und Umkehren motiviert und dann sah ich die beiden Vögel in ihren rhythmischen Bewegungen.

In unserer Nähe gibt es auch einen "Vogelsee" an dem sich viele Hobbyornitologen tummeln und ich einige davon regelmäßig sehe oder treffe. Einigen habe ich das Ereignis geschildert und bekam leider keine 100% befiedigende Lösung. Balzverhalten war eine Antwort, aber Ende Oktober??? Zwischenbalz klingt ganz gut - Ich habe mir auch schon einige Tonbeispiele angehört, aber dabei werden nur die üblichen Laute der Vögel wiedergegeben und dieser Gesang war einfach anders! Vielleicht auch noch, dass man dieses Verhalten selten zu sehen bekommt und dann vielleicht auch gerade kein Tonbandgerät dabei hat:-))

Das kleine jott stimmt - ich schreibe mich "josate"

Gruß - Renate





Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)

Zuletzt bearbeitet: 02.11.17 13:22 von michaschade


Ich habe hier mehrere Fragen.

1.
michaschade:
Dein Rätselvogel ist leider im Moment genau das für mich: ein Rätsel. Es gibt einfach immer noch zu viele Kandidaten, die für mich in Frage kommen.

Welche denn, im Oktober? Vielleicht ausgesetzte Kakadus?

2.
josate:
In unserer Nähe gibt es auch einen "Vogelsee" an dem sich viele Hobbyornitologen tummeln und ich einige davon regelmäßig sehe oder treffe.

Wo ist dieser "Vogelsee"?

3.
Bourkinist:
Zu den Vögeln schreibst Du leider nur, das sie 'größer' gewesen sind, das ist aber ein bisschen unkonkret. Kannst Du das genauer sagen (z.B. 'größer als ne Amsel, aber nicht so groß wie ein Eichelhäher')?

Diese wichtige Frage wurde leider nicht beantwortet. Wie groß waren die Vögel in etwa?

4.
Ich will niemanden zu nahe treten, aber könnte "josate" vielleicht einen "Gesang" mit dem Titel "Spiel mir das Lied vom Troll" gehört haben?

Viele Grüße
Matthias



Moin Matthias,

ad 4) Man weiß es nicht, ok, und die ganze Geschichte ist etwas eckig.

Aber im Moment gehe ich noch davon aus, dass Renate/josate eine interessierte Zeitgenossin ist, die etwas für sie Unklares beobachtet hat und an die Sache mit einem anderen Blick herangeht, als es erfahrene Birder tun würden - d.h. sie nimmt für diese wesentliche Dinge u.U. nicht wahr, aber dafür vielleicht andere, die sie dann falsch interpretiert.

Ich habe 2012 mal einen Specht in Berlin fotografiert und mir zeitweise eingeredet, dass das ein Weißrückenspecht gewesen sein könnte - mit der Ansicht bin ich auch vorsichtig an andere herangetreten.

Keine Ahnung, ob ich mich heute noch mit der Vogelbeobachtung beschäftigen würde, wenn man mir damals gesagt hätte, dass ich ein Troll wäre.

Vermutlich schon. :)

Nothing for ungood und Euch nen schönen Sonntag,
Steffen



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Bourkinist:
Keine Ahnung, ob ich mich heute noch mit der Vogelbeobachtung beschäftigen würde, wenn man mir damals gesagt hätte, dass ich ein Troll wäre.

Hallo Steffen,

da hast du sicher Recht :).

Viele Grüße
Matthias





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Zuletzt bearbeitet: 02.11.17 13:22 von michaschade


Liebe Birdnet-Forum User,

zu Euren Fragen und Ungereimtheiten:
Leider hatte ich weder Foto noch Fernglas dabei, deshalb kann ich die beiden Vögel nicht besser beschreiben als bisher.
Ich kenne die Lautäußerungen des Spechtes bisher auch nur als Ruf und nicht als Gesang, aber was ich hörte, war ein sehr melodischer Gesang - ich dachte zuerst, es handelt sich um einen Vogel in Gefangenschaft, also eher ein Exot.
Um so mehr war ich erstaunt, dass es sich um 2 frei/wildlebende Vögel handelt, die aussahen wie Grau-oder Grünspechte.
Falls Ihr alle so etwas auch noch nie gesehen habt und mir deshalb nicht exakt helfen könnt, ist es auch ok, dann habe ich halt ein seltenes Schauspiel gesehen - auch recht!

Unser "Vogelsee" ist eher ein kleines schwäbisches See'le. Es liegt an der Grenze von BaWü und Bayern. Es handelt sich um einen ehemaligen Baggersee, der sich inzwischen zum Vogelparadies entwickelt hat. Da ich ein Wassermensch bin, bin ich von April bis Ende Oktober bei jedem annehmbaren Wetter dort draußen und schwimme je nach Wetter kurz oder etwas länger in einem der Nachbarseen. Dabei treffe ich dann auf die Hobbyornitologen und gelegentlich reden wir auch miteinander.

Gruß - Josate



Hallo Renate / josate

zu Deinen misteriösen Vögeln kann ich Dir leider auch nix Hilfreiches beisteuern.
Um so mehr würde mich Dein "Vogelsee" interessieren, da ich eventuell nicht allzuweit entfernt wohne. Handelt es sich etwa um den Baggersee bei Sinningen?

Liebe Grüße
Thomas

http://handwerkstatt.tumblr.com


Moin Moin!

Viel fällt mir dazu auch nicht ein. Aber hast Du einmal bei der Dohle nachgeschaut? Deren Gefieder kann bei onneneinstrahlung auch schon mal heller erscheinen und die können auch recht "melidiös" klingen.

Beste Grüße
Holger

LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)


Guten Morgen,
mein kleiner Baggersee liegt in der Nähe von Günzburg, dort hat es im Abstand von ca. 1km 2 kleine Seen, die inzwischen beide mit Aussichtstürmen versehen sind.

Gruß - Renate



josate:
Guten Morgen,
mein kleiner Baggersee liegt in der Nähe von Günzburg, dort hat es im Abstand von ca. 1km 2 kleine Seen, die inzwischen beide mit Aussichtstürmen versehen sind.

Gruß - Renate


Offensichtlich meinst du den Schurrsee bzw die Fetzer oder Mooswaldseen im Donaumoos. Das sind meine Stammgebiete und da wurden auch schon Mega-Arten nachgewiesen. "Kleiner Baggersee" ist nett umschrieben das muss ich schon sagen!



Hallo Wolfzge,

genaugenommen meine ich den beim Sophienried. Aber sicherlich bist Du da dann auch zugange und hast mich vielleicht schon öfter dort mit Hund laufen sehen.
Sehr zum Unwillen der Hobby-Ornies - ich mißachte nämlich die Schranke und das Gebot "Hund an die Leine". Die meisten kennen uns schon und sagen auch nix mehr, denn mein Hund jagt nur seinem Spielzeug nach - und selten passiert es, dass durch unsere Anwesenheit Vögel aufgescheucht, verjagt oder vertrieben werden.

Gruß - Renate

PS: ich habe mich auch damit abgefunden, dass Ihr vermutlich so was wie ich noch nicht gesehen habt und mir deshalb auch nicht mit Eurer Weisheit weiterhelfen könnt.



josate:
- und selten passiert es, dass durch unsere Anwesenheit Vögel aufgescheucht, verjagt oder vertrieben werden.

Hallo Renate,

ich weiß nicht, was ich dazu noch sagen soll. Bin ehrlich entsetzt. Ich bin sicher kein Hardliner in Sachen Schutzgebiete und mir sind auch Erholung und Spaß kein Fremdwort. Aber irgendwo hört es auf.

Auch wenn das "selten passiert", so ist doch jedes Mal in meinen Augen genau 1 Mal zu viel. Vögel und auch andere wild lebende Tiere haben genug Stress. Denen geht es beinahe täglich um ihr eigenes Überleben. Sei es, dass Mangel an Nahrung herrscht oder Prädatoren auf sie warten.
Dem nicht genug kommt dann auch noch ein domestiziertes und wohlgenährtes Tier vorbei, das womöglich min. 1x im Jahr beim Arzt ist, und will "doch nur spielen".

Ich finde das nicht richtig. In BW und Bayern gibt es nach meiner Info generell keinerlei Leinenpflicht für Hunde im Wald etc. Und dann wird so eine schlichte Leinenpflicht für ein bestimmtes Gebiet einfach ignoriert?

Traurig. Das ist echt sehr traurig.
Ich vermute einfach, dass Du Dich noch nie ernsthaft gefragt hast, warum dort Leinenzwang herrschen könnte.

Nachdenkliche Grüße
Matthias


Zuletzt bearbeitet: 01.11.17 17:48 von MatthiasM
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