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Thema: Arten-Erosion |
Kennt Ihr das schon?
http://www.martin-haeusling.eu/images/Biodiversitaet_web_end.pdf
LG Sigurd
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Ich finde es toll, dass dieses Mal nicht ich es bin, der dieses wichtige Thema aufbringt. Und ja, ich kannte das Dokument (und viele andere zum selben Thema).
Leider ist dies auch irgendwie "mein" Thema, denn ich entwickle Technologien, die Landwirten helfen noch effektiver zu produzieren. Was dieses konkrete Paper anbelangt, so erkenne ich einige wissenschaftliche Mängel und Simplifizierungen, aber ich stimme mit der Kernaussage überein: die Art und Intensität unserer landwirtschaftlichen Produktionssysteme sind einer der Hauptfaktoren für die Abnahme der Biodiversität. Punkt.
Letztlich dürfen wir dabei aber nicht die Landwirte an den Pranger stellen, denn sie sind letztlich nichts weiter als Ökonomen, die ihre Betriebe auf Gewinnmaximierung programmieren (wer das nicht gutheißt oder akzeptiert, müsste zunächst einmal unser gesamtes Gesellschaftssystem in Frage stellen - darüber reden wir ein anderes Mal ...).
Was können wir tun? Wir können - wie Sigurd hier - die Information verbreiten, darüber mit anderen diskutieren und wir können vor allem Eines: UNSER KONSUMVERHALTEN überdenken und anpassen. Wer zum Discounter geht und dort für 6 € pro Kilo Hühnerfleisch kauft oder ein Ei für 20 ct, der unterstützt 1:1 den Trend weiterer Intensivierung der Agrarproduktion. Oder anders ausgedrückt, wer jeden Tag Billiggemüse kauft und Fleisch oder Käse frisst, tötet unsere Vögel.
Traurig.
Gern bin ich bereit euch zu diesem Thema zu referieren - und ich würde mich dabei möglichst sachlich geben... Vielleicht wäre das Forumstreffen in Gülpe ein Anlass, so am Abend ... 30 min vorm Essen von vegetarischen, lokal und biologisch angebauten Zutaten ;)
Ich weiß, meine Aussagen hier sind jetzt auch simplifiziert, plakativ und etwas undifferenziert. Was ich dennoch hoffe, ist, dass ihr euch das vn Sigurd verlinkte PDF einmal vornehmt und als Anregung für euch verwertet.
Kennt ihr die Dokumentation "Die Verwüstung des Himmels"? Die schlägt in dieselbe Bresche.
Lebe Grüße,
Micha
Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)
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michaschade: Letztlich dürfen wir dabei aber nicht die Landwirte an den Pranger stellen, denn sie sind letztlich nichts weiter als Ökonomen, die ihre Betriebe auf Gewinnmaximierung programmieren
(…) und wir können vor allem Eines: UNSER KONSUMVERHALTEN überdenken und anpassen. Wer zum Discounter geht und dort für 6 € pro Kilo Hühnerfleisch kauft oder ein Ei für 20 ct, der unterstützt 1:1 den Trend weiterer Intensivierung der Agrarproduktion. Oder anders ausgedrückt, wer jeden Tag Billiggemüse kauft und Fleisch oder Käse frisst, tötet unsere Vögel.
Hallo Micha, das ist genau der Punkt. Da gibt’s nichts hinzuzufügen …
Gern bin ich bereit euch zu diesem Thema zu referieren - und ich würde mich dabei möglichst sachlich geben... Vielleicht wäre das Forumstreffen in Gülpe ein Anlass, so am Abend ... 30 min vorm Essen von vegetarischen, lokal und biologisch angebauten Zutaten ;)
Schöner Vorschlag – leider sieht’s bisher so aus, als ob das dann nur ein ganz kleiner Kreis wird (wenn überhaupt) …
Herzliche Grüße – Martin
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Ach Micha,
auch mir ist das ein Herzensthema. Persönlich haben wir schon in möglichst vielen Bereichen unser Verhalten geändert (größtenteils Selbstversorger bei Fleisch, Eier und in der Saison Gemüse, Kauf nur von Bioprodukten etc...) und stellen fest, daß es sogar richtig Spaß macht, mit Verstand einzukaufen und zu essen. Auch viele unserer Bekannten und Freunde haben wir schon zumindest z.T. "auf unsere Seite" bekommen. Jetzt ist uns auch noch eine Eismaschine ins Haus geflattert da wir einfach kein gutes Eis ohne Palmöl finden konnten und auf Eis nicht verzichten wollen...
Gerne würden ich und Betty ja mal mit Dir quatschen - allein die Gelegenheit dazu fehlte bisher. Bietest Du denn auch Vorträge an? Dann wäre das ja vielleicht mal ein Thema für die Biostations-Vortragsreihe.
Beste Grüße
Holger
@Sigurd: Danke für den Link, ich gucke mir das gerne mal an!
LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
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2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)
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Also ich weiß nicht ob das so einfach ist, allein als Verbraucher ein wirksames Signal zu setzen. Kauf von Bioprodukten etc. allein scheint mir nicht die Lösung zu sein. "Selbstversorger bei Fleisch" -> Wie geht das für einen normalen Verbraucher?
Ich zweifle mit der Weile die "Bioprodukte" als solche an. Was die Bezeichnung als "Bioprodukt" auszeichnet, kann niemand wirklich einschätzen oder gar ernstnehmen. Das ist für mich alles irgendwie verschwommen. Und ich bezweifle auch, dass ein Hühnerei für zB 40 ct aus einer artgerechten und umweltfreundlichen Haltung stammt - man möge mich bitte berichtigen, wenn ich da falsch liege.
Dieses Thema tut einfach nur weh. Aber ich sehe keine wirksame Möglichkeit, das Dilemma allein durch das Konsumverhalten zu ändern. Das ist sicherlich ein Anfang - keine Frage. Aber hier muss mMn. deutlich mehr Druck auf die EU und Deutschland ausgeübt werden. Denn die Masse wird weiter billige Hähnchen, Eier etc kaufen. Machen wir uns doch nichts vor.
Viele Grüße
Matthias
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Hallo Sigurd und Micha,
Ja ein gutes Thema zum Diskutieren, ist meines schon seit den 90ern...freue mich auf die Diskussion beim Forumtreffen... den Artenrückgang erlebe ich hautnah seit 97, da ich seit in einem kleinen Dörfchen mit ringsum intensiver Landwirtschaft wohne, das ist zum Heulen. auf Feldern mit ökologischer Lw sieht es schon ganz anders aus. Das Problem hier bei uns ist, dass solche ökobauern nicht genügend FFlächn kaufen können, da viele von den Raps-, Maisanbauern für die unzähligen Biogasanlagen aufgekauft wurden. Durch diese grosflächigen Monokulturen und Umbruch zahlreichem Grünland hat sich hier in der altmark in den letzten Jahren viel verändert, erschreckend für einige Arten. Mit der Ernährung kann ich nur zu stimmen, regional und wenns geht Bio aus dem Garten oder von FFamilienbetrieen, da gibts auch bioöko ohne Biosiegel und preiswert in meiner Umgebung, bewusst umgesetzt seit 2001 etwa..man kann es jederzeit ändern und es muss nicht teuer sein, nur wrst mal sich mit dem Thema auch intensiv auseinander setzen..
Lg Silvia
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...also ich denke, das wir nur durch unser Verbraucherverhalten allein nicht etwas ändern können.
Es wird immer genug Abnehmer für alle Produkte geben.
Es gibt aber inzwischen sehr viele Berichte und Fernsehsendungen über das Artensterben angefangen bei den Insekten. Inzwischen soll auch die Politik etwas Wind davon bekommen haben, dass es so nicht weitergeht, weil wir uns letztendlich damit selbst wegrationalisieren.
Alles ist alarmierend und erschreckend. Aber wenn es die Politk nicht ändert (siehe den Bericht über die Pestzidverabreichungen der neulich hier eingestellt war), und die Regierungen so etwas nicht verbieten, dann machen die Landwirte natürlich so weiter, ist doch klar.
Freuen wir uns über alle Fauna, die wir noch erleben dürfen. Die Seite 17 hat mich schon sehr geschockt. Das es bei einigen Arten der Vogelwelt schon so an den Kragen geht hätte ich nicht gedacht.
Alle Meinungen, die hier bereits geäußert wurden, kann ich voll nachvollziehen.
Im Grunde tun ja alle Birder die Arbeit für die da oben, nämlich zählen, wieviele Vögel es noch gibt...
Ich denke, uns bleibt nur die Trotzreaktion uns weiter an der Vogel- und sonstigen Tierwelt zu erfreuen und uns so bewußt wie möglich zu ernähren.
Liebe Grüße
Sigurd
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Sigurd: Ich denke, uns bleibt nur die Trotzreaktion uns weiter an der Vogel- und sonstigen Tierwelt zu erfreuen und uns so bewußt wie möglich zu ernähren.
Liebe Grüße
Sigurd
Hallo Sigurd,
das wäre eine Trotzreaktion, wie ich sie persönlich gar nicht mag. Das klingt wie "Aufgeben".
Kann denn nicht jemand eine stichhaltige Petition erstellen? Wir als "bewusste" Verbraucher können da insgesamt wenig tun und sind immer auch mehr oder weniger abhängig. Wenn Fleisch- und Milchprodukte endlich DAS kosten würden, was sie auch Wert sind... das wär schon mal ein Anfang. Aber allein DAS ist schon schwierig... wenn ich mir die ganzen Prozesse der Fleischproduktion betrachte.
Viele Grüße
Matthias
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Natürlich ist es nicht einfach als einzelner Verbraucher etwas zu bewegen aber auf der anderen Seite,denke ich mir, irgendwer muss halt auch mal anfangen. Ansonsten kann man die ganze Sache gleich aufgeben. Naturschutz ist leider eine Sisyphusarbeit. Aber solange es noch Leute gibt denen es nicht egal ist wieviel Vögel durch ihren Garten flattern und welche Schmetterlinge oder andere Insekten zu sehen sind, besteht auch noch ein wenig Hoffnung. Jeder sollte halt das tun was für ihn möglich ist und wenn man den ein oder anderen dann noch von der Sache überzeugen kann ist das doch schon ein kleiner Fortschritt.
VG Martin
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MatthiasM: Also ich weiß nicht ob das so einfach ist, allein als Verbraucher ein wirksames Signal zu setzen.
Richtig, es ist nicht einfach - wer behauptet das denn?
MatthiasM: Kauf von Bioprodukten etc. allein scheint mir nicht die Lösung zu sein.
Volltreffer, Matthias! Schön wäre es, wenn das die alleinige Lösung darstellen würde! Zum Glück glaubt niemand, dass dies das Allheilmittel sein würde. Wir wären ziemlich weltfremd - meinst du nicht auch?
MatthiasM: "Selbstversorger bei Fleisch" -> Wie geht das für einen normalen Verbraucher?
Gar nicht - denn du dürftest das Tier nicht einmal schlachten - selbst wenn du es artgerecht halten könntest. OK, die gesetzlichen Rahmenbestimmungen für "artgerecht" sind in der EU gar nicht mal so schwierig einzustellen... und das Schlachten kann man lernen und dann auch die Berechtigung erlangen. Wäre sicher ein psychologisch sehr wirksamer Weg den Konsum zu reduzieren - wenn jeder seine Tiere selbst töten müsste. Ist aber - wie du sagst - unrealistisch.
MatthiasM: Ich zweifle mit der Weile die "Bioprodukte" als solche an. Was die Bezeichnung als "Bioprodukt" auszeichnet, kann niemand wirklich einschätzen oder gar ernstnehmen. Das ist für mich alles irgendwie verschwommen. Und ich bezweifle auch, dass ein Hühnerei für zB 40 ct aus einer artgerechten und umweltfreundlichen Haltung stammt - man möge mich bitte berichtigen, wenn ich da falsch liege.
Das ist aber schlimm, dass du gar kein Vertrauen hast! Verstehe ich dich richtig? Weil du kein Vertrauen hast, lässt du lieber gleich die Finger von "Bio"? Und das fehlende Vertrauen rührt daher, dass es Fälle gegeben hat, dass irgendwo "Bio" drauf stand, dieses Produkt entsprechend teuer verkauft wurde und der Verbraucher somit betrogen wurde? OK, diese Fälle gab's, gibt's und wird's immer geben! Na denn...
MatthiasM:
Dieses Thema tut einfach nur weh.
Ja - und genau deshalb werde ich mich in diesem Punkt nicht denjenigen anschließen, die nicht einmal das Wenige beizutragen versuchen, was sie selbst in der Hand haben!
MatthiasM:
Aber ich sehe keine wirksame Möglichkeit, das Dilemma allein durch das Konsumverhalten zu ändern.
s.o. - meint zum Glück niemand ernsthaft! Aber wie du selber sagst - es ist ein Anfang - und in meinen Augen auch noch ein wenig mehr als das.
MatthiasM:
Aber hier muss mMn. deutlich mehr Druck auf die EU und Deutschland ausgeübt werden.
Ja, also nähern wir (du und ich) uns doch noch in diesem Punkt ein Stück an. Leider beweist die Geschichte, dass dem Menschen mit dem Vernunft-Appell nicht wirksam beizukommen ist. Es braucht Gesetze. Wir sind als Spezies ziemlich dumm, stur und unbelehrbar, wenn es um die Umwelt geht.
Was du allerdings mit Druck "auf die EU" meinst, ist mir nicht klar. Woher sollte der kommen, wenn nicht vom Bürger? Und wenn du genau das meinst: Die von Sigurd eingebrachte Publikation hat ebendies zum Zweck! Gerade deshalb wünsche ich mir, dass sie von möglichst vielen potenziellen Replikatoren gelesen und verstanden wird.
MatthiasM:
Denn die Masse wird weiter billige Hähnchen, Eier etc kaufen. Machen wir uns doch nichts vor.
Ich hoffe (und bin davon überzeugt), dass du damit nicht meinst "Weil die Masse weiterhin Billigfleisch (in D > 62 kg p.a. p.P.!!!) konsumiert bis sie im eigenen Dreck erstickt (D immerhin schon an zweiter Stelle nach Malta in Sachen N-Belastung des Grundwassers durch Eintrag von tierischen Ausscheidungen - sprich Mastviehkacke und -pisse) - deshalb werde auch ICH mein Konsumverhalten nicht ändern, denn es bringt ja nichts (Tropfen-auf-den-heißen-Stein-Prinzip)!"
Lieber Matthias, es geht m. E. um die Balance. Es muss NICHT jeden Tag Bio sein. Es muss NICHT Veganismus sein. Es muss auch nicht die Lebensmittel-Autarkie auf Einzelhaushaltsebene sein. Klar, die Veganer haben mit Abstand den besten ernährungsabhängigen ökologischen Fußabdruck - aber würden wir wenigstens unseren Fleich- und Milchproduktekonsum REDUZIEREN und nicht ganzjährig auf die komplette Palette an Obst, Gemüse, etc. zurückgreifen, sondern mehr (nicht einmal exklusiv) jahreszeitlich passendes und möglichst nicht energieaufwändig transportiertes oder gelagertes wie selbstverständlich täglich in uns hinein stopfen - dann wäre eben doch schon etwas getan. Und gerade WEIL Landwirte Ökonomen sind, werden sie das produzieren, was nachgefragt ist. Die Anpassung erfolgt dabei erstaunlich schnell! Nein - ich wiederhole mich - es ist nicht einfach, aber es funktioniert nach diesem Prinzip. Was keiner kauft, baut keiner an (Idealfall). Was wenig nachgefragt wird, wird wenig angebaut. Schwupps, schon kannst du einige Wildkräuter mehr auf deinem Acker tolerieren und ein paar Pflanzensauger mehr in deinem Bestand herum hopsen lassen.
Noch ein Wort zu "Bio": Ohne modernen Pflanzenschutz und mineralische Dünger etc. können wir die Welt beim gegenwärtigen Konsumverhalten, beim Wachstumstrend und vor allem (!) angesichts der Verteilung monetärer Ressourcen in der Weltbevölkerung (und dem damit verbundenen Zugang zu Nahrungsmitteln) nicht ernähren und kleiden. Dies kannst du aber auch umkehren: Würden wir weniger tierische Produkte verzehren (und somit die Effizienz der Zufuhr von Energie und Proteinen vom Acker in den menschlichen Schlund - je nach Produkt - um den Faktor 3-12 verbessern, dann könnten wir sogar noch deutlich mehr als die heutigen 7,4 Mrd Menschen ernähren, und zwar mit weniger landwirtschaftlicher Produktionsintensität. Klar, eines ganzen Batzens politischen Fortschritts bedürfte es dafür auch...
Wusstest du, dass die brasilianischen Naturreserven in erster Linie für Soja gerodet werden und dass diese Soja zum größten Teil nach China verfrachtet wird, um dort die Milliarden von Mastviechern zu füttern? Das ist nicht nur ein ökologisches, sondern eben auch ein politisches und soziales Desaster.
Viele Grüße,
Micha
Birds rock!
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martin_meffert: Natürlich ist es nicht einfach als einzelner Verbraucher etwas zu bewegen aber auf der anderen Seite,denke ich mir, irgendwer muss halt auch mal anfangen. Ansonsten kann man die ganze Sache gleich aufgeben. Naturschutz ist leider eine Sisyphusarbeit. Aber solange es noch Leute gibt denen es nicht egal ist wieviel Vögel durch ihren Garten flattern und welche Schmetterlinge oder andere Insekten zu sehen sind, besteht auch noch ein wenig Hoffnung. Jeder sollte halt das tun was für ihn möglich ist und wenn man den ein oder anderen dann noch von der Sache überzeugen kann ist das doch schon ein kleiner Fortschritt.
VG Martin
Huch, da hast du das verfasst, während ich an meinem Beitrag schreibselte - du sprichst mir aus der Seele und hast fürs Thema schöne Worte gefunden.
Herzliche Grüße, Micha
Birds rock!
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Zum Thema bewußte Ernährung ein kleines Beispiel.
Ich kaufe Eier an der Tanke hier auf dem Dorf, weil sie vom Bauern sind. Irgendwie bin ich auf den Trichter gekommen, die Nummer zu kontrollieren: 05!!! = NRW!
Beim nächsten Besuch an der Tanke:
"Die Eier sind doch von hier, vom Bauern?"
"Ja."
Sag ich: "Nee. Die sind aus NRW!"
"Nein, der Bauer sagt, die sind von hier."
Sag ich: "Dann schauen Sie sich mal die Nummer an, dann wissen Sie das sie nicht von hier sind!"
Hat den Menschen wie der Schlag getroffen.
Gut, dass hat jetzt nicht zu bedeuten, dass sie vielleicht keine Freilandhuhneier sind. Aber so geht der Beschiss schon los. Vielleicht habe ich den Menschen aber etwas sensibilisiert, hoffe ich.
Liebe Grüße
Sigurd
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MatthiasM: Kann denn nicht jemand eine stichhaltige Petition erstellen?
Solche Petitionen gibt es alle Nase lang z.B. auf change.org. Ich glaube nicht, dass diese viel mehr ändern, als wenn wir uns an unsere eigene Nase fassen und versuchen etwas zu ändern.
Ich bin nun selber seit 3 Jahren Vegetarier, normalerweise binde ich das niemandem auf, denn damit würde ich nur bei den allerwenigsten irgendeine Veränderung hervorrufen. Die Entscheidung zu so einem Schritt muss von den einzelnen Menschen selber getroffen werden und wird nicht dadurch begünstigt, wenn jemand ihnen das Gefühl gibt sich moralisch über sie zu stellen. Das führt nämlich genau zu den oben angesprochenen Trotzreaktionen.
Dennoch weiche ich heute mal von meiner normalen Haltung ab und belehre ein wenig.
Änderungen im Konsumverhalten haben schon viel bewirkt, mehr als ihr wahrscheinlich glaubt. Diese Veränderungen kommen schleichend, man bekommt sie kaum mit, aber in der Masse führen sie zu Paradigmenwechseln. Es ist für mich inzwischen selbstverständlich, dass ich inzwischen fast alles im Supermarkt in Bio bekomme und es eine Riesenauswahl vegetarischer Ersatzprodukte gibt und häufig beides sogar kombiniert. Viele Produkte werden inzwischen mit Labeln wie "Ohne Palmöl", "Aus der Region", "Sojaanbau in der Region" oder ähnlichem versehen, es gibt offenbar doch genügend Verbraucher, die darauf achten. Auch das Label "Ohne Gentechnik" findet sich häufig. Hier sind jedoch viele Menschen nur unzureichend bis fehlinformiert. Gentechnik hat keine Auswirkungen auf die Gesundheit und häufig überschaubare Auswirkungen auf ökologische Aspekte. Das größte Problem mit Gentechnik ist eher, dass große Firmen wie Monsanto hier absolut unmoralisch handeln und damit Existenzen auslöschen oder die Landwirte an ihre Produkte binden. Glyphosat lässt grüßen. Aber hier kennt sich Micha sicherlich besser aus als ich.
Wer im Ausland unterwegs ist, den ermutige ich mal die dortige Auswahl genauer anzuschauen. Die oben genannten Label oder gar vegetarische Ersatzprodukte sind dort meist erheblich seltener, als bei uns.
Es gibt übrigens verschiedene Gründe zum Vegetarier zu werden. Die einen tun dies um den Tieren Leid zu ersparen, andere halten es für gesünder oder sind religiös gebunden. Ich bin vor allem Vegetarier geworden, nachdem mir bewusst geworden war, was für ein Klima- und Umweltkiller Tierprodukte sind. Durch die Fleischindustrie gelangt mehr CO2 in unsere Atmosphäre als durch unseren Verkehr! Ein Kilo Rindfleisch entspricht 1.600 km Autofahrt! (SPON spricht in einer anderen Studie von 250km; immer noch viel)
Nachdem ich von solchen erschreckenden Zahlen gehört hatte (es gibt noch viel mehr: Wasserhaushalt, Flächennutzung, etc.) habe ich mich zum Fleischverzicht entschlossen, um ein Gegengewicht zum durchschnittlichen Konsumherzustellen. Im Durchschnitt isst der Deutsche 60kg Fleisch pro Jahr. Gesund wären 15kg. Ökologisch vermutlich sogar noch viel weniger.
Wer sich denkt, dass es zwar unfassbar scheiße ist, dass unsere Welt vor die Hunde geht, aber nichts an seinem Konsumverhalten ändert, der hat eigentlich kaum ein Recht mitzureden. Nicht immer nur sind die anderen Schuld und haben sich zu verändern. Nicht alles müssen Politiker für euch entscheiden. Und wenn dann auch noch solche Initiativen wie der Veggie Day gnadenlos abgeschossen werden, weil es nicht ZUMUTBAR ist, dass an EINEM TAG in der Woche eine größere vegetarische Auswahl in öffentlichen Kantinen o.ä. angeboten wird, oder Minister Vorschläge machen, dass man Veggiewurst nicht mehr Wurst nennen darf (Aber Leberkäse oder Fleischsalat geht wohl?!) dann verliere ich ein wenig die Hoffnung, dass sich da viel ändern wird. Allerdings sehe ich auf der anderen Seite in meinem Umfeld durchaus eine Sensibilisierung für die Thematik und vielleicht darf man doch noch hoffen. Irgendwann wenn die Menschen ihren Fleischkonsum stark gedrosselt haben, könnte ich mir auch wieder vorstellen selber damit wieder anzufangen. Lecker ist es ja und einige wichtige Nährstoffe hat es ja durchaus. Wie es im Moment aussieht, wird das aber noch eine ganze Weile dauern.
Und auch wenn ich jetzt schon irre viel geschrieben habe, nochmal ein Kommentar zu Matthias Kommentar:
Wieso bezweifelst du den Sinn von Biosiegeln und dergleichen. JEDER, der ein BIO-Siegel bekommen kann wird sich eines für seine Produkte holen, da bin ich mir sicher. Wer also keines hat, der wird quasi immer unökologischer sein, als einer mit BIO-Siegel.
Die Kritik an manchen BIO-Siegeln wird meiner Meinung nach oft falsch aufgenommen. Es wird nicht kritisiert, dass BIO-Siegel wirkungslos und Quatsch sind, sondern dass die Kriterien manchmal zu lasch für die Vergabe sind. Um auf solche Defizite hinzuweisen gibt es die oben erwähnten weiteren "Siegel".
Wer das 20ct Ei nimmt, anstatt das 40ct Bio-Ei, weil er denkt, dass beide gleich ökologisch sind, der liegt mit absoluter Sicherheit FALSCH.
Und ich bezweifle auch, dass ein Hühnerei für zB 40 ct aus einer artgerechten und umweltfreundlichen Haltung stammt
Ein solches Ei mag eventuell nicht aus einer artgerechten und umweltfreundlichen Haltung stammen, aber mit Sicherheit stammt es aus einer artgerechteren und umweltfreundlicheren Haltung! Und je mehr Personen solche Produkte konsumieren, desto mehr werden sich die Standards in diese Richtung verändern und dann im nächsten Schritt die Vergabe-Kriterien verschärfen lassen.
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Ich hoffe, irgendjemand hat sich tatsächlich diesen ewig langen, absolut oberlehrerhaften Text durchgelesen und etwas daraus mitgenommen. Es ist eins der ersten Male, dass ich so etwas schreibe und eventuell liege ich mit Details nicht ganz richtig oder habe die Umstände nur schlecht erklärt (bin kein guter Rhetoriker), aber zum Schluss noch ein Resümee:
Bio: lohnt sich
Regional: lohnt sich
Auf Inhaltsstoffe achten: Lohnt sich
Fleischverzicht: Lohnt sich
Mit dem Fleischverzicht meine ich übrigens nicht zwingend einen kompletten Verzicht. Aber vielleicht schafft ihr es in eure Woche einen persönlichen Veggieday einzubauen oder ihr habt statt 3 nur noch 2 Mahlzeiten mit Fleisch pro Tag. Diese Welt wird es euch danken
MfG Maffong
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