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Thema: Froschfalle Kellertreppe


Ich brauche mal praktischen Rat und hoffe ihr verzeiht mir, dass es in meinem Beitrag nicht hauptsächlich um die Beobachtung und Bestimmung wildlebender Tiere geht.

Ich parke mein Auto hin und wieder in der Tiefgarage meines Arbeitgebers. Die hat mehrere Ausgänge, von denen einer eine Beton-Kellertreppe mit Stahltür ist. Als ich vor ca. 3 Monaten nach längerer Zeit mal wieder da geparkt habe, fand ich in der Garage, nah der Tür ein "Fröschchen". Dazu muss ich sagen, dass ich keinen blassen Schimmer von Amphibien hab - es mag eine Erdkröte gewesen sein. Ich fürchtete, dass es in der Garage vertrocknen, verhungern, verdursten müsste oder von der Stahltür zerquetscht würde und hab es zu einem nah gelegenen Bachufer getragen. Es sprang in den Bach und verschwand.
Vor ein paar Tagen war ich wieder in der Garage. Diesmal saß eine kleine Kröte außen vor der Kellertreppe. Da ist es feucht und es liegen ein bisschen nasses Laub und auch kleine Mengen Erde auf dem Beton. Ich hab die Kröte auch zum Bachufer getragen. Sie sprang nicht weg und verhielt sich insgesamt sehr still, war aber definitiv nicht tot.

Heute bin ich extra in die Garage gefahren und hab die Treppe benutzt, weil ich dachte, dass da vielleicht wieder jemand festsitzt und Hilfe braucht. In der Garage saßen zwei Kröten und außen am Fuß der Kellertreppe ein gutes Dutzend + ein Laubfrosch! Es war nicht einfach, alle einzufangen und in Freiheit zu bringen, ohne welche zu verletzen. Ich bin spät und schlammverschmiert zur Arbeit gekommen - das will ich nicht bis zum Winter täglich tun!

Jetzt wüsste ich gern, ob ich das richtig sehe, dass die Tiere die Kellertreppe zwar runterkommen, aber nicht ohne Hilfe wieder rauf? Und ist das ein bekanntes Problem? Kennt ihr einfache Lösungen dafür, die es den Tieren ermöglichen, aus dem Kellerhals wieder rauszukommen? Und wo sollten Frösche und Kröten denn um diese Jahreszeit eigentlich sein? Graben sie sich für den Winter irgendwo ein?

Viele Grüße,
Sabine



So, ich hab in der Mittagspause ein bisschen gegoogelt und festgestellt, dass das kein tragischer Einzelfall ist. Frösche, Kröten, Mäuse und andere Kleintiere purzeln nicht selten solche Außentreppen runter und kommen die hohen, glatten Stufen dann oft nicht wieder rauf.

Eine schmale Ausstiegsrampe könnte helfen. Da der Hausmeister mir nicht den Eindruck macht, ein offenes Ohr für solche Ideen zu haben, werde ich wohl den Niederlassungsleiter davon überzeugen müssen, dass da so ein Ding anzubringen ist. Am besten wär's natürlich, wenn er den Bau einer solchen Rampe beauftragen würde. Ich bin mal gespannt!

Hat von euch vielleicht jemand Erfahrung mit dem Bau von Ausstiegshilfen?

Viele Grüße,
Sabine



Hat hier wirklich noch niemand so ein Kellertreppen-Problem gehabt oder vielleicht sogar erfolgreich gelöst? Ich denke, ich nehm am Montag eine Fußbodendiele mit zur Arbeit und lege sie als Froschrampe auf die Stufen - mal sehen, ob die Frösche damit zurechtkommen. Wenn der Hausherr mit der pragmatischen Lösung einverstanden ist, sollte das Brett auch liegenbleiben, bis es so kalt ist, dass Frösche und Kröten nicht mehr herumspringen.

Wenn aber jemand eine bessere Idee hätte, würde ich die immer noch dankbar annehmen!

Viele Grüße,
Sabine



liebe Sabine!

damit du nicht zum selbstgespräch verdammt bist, trage ich bei, dass bei meinem vater das problem auch besteht - er trägt die tiere immer wieder hoch. ich glaube, die tiere haben eine mangelnde zielstrebigkeit. bestimmt könnten sie die stufen überwinden, aber sie tun's einfach nicht. vielleicht wollen sie nicht dem licht oder der oberfläche entgegenlaufen? ich bin gespannt, ob sie deinen laufsteg annehmen! du wirst uns sicher auf dem laufenden halten.

hinzu kommt bei meinem vater das problem mit einer unterirdischen regenwasserzisterne! für die viecher, die da (vermutlich als jungtiere durch kleinste öffnungen im deckel) reingeraten, hat er eine styropor-insel als rasthilfe eingebracht, denn in der zisterne ist er ja eher selten. ab und zu versucht er, sie rauszukeschern...

lg, yvonne



Ich mache hier bei mir im Garten die gleich Erfahrung. Die Kellertreppe geht nach hinten und jeden Herbst verirren sich einige Frösche und Kröten. Wir bringen sie wieder nach oben. Mäuse kommen auch dorthin. Da steht das Vogelfutter. "Jack the overeater". Die muß man am Ende des Winters auch tragen. Ich werde jetzt ein Brett vor die Treppe stellen, basta! Liebe Grüße, Raimund



ychri:
liebe Sabine!

damit du nicht zum selbstgespräch verdammt bist, trage ich bei, dass bei meinem vater das problem auch besteht - er trägt die tiere immer wieder hoch.

Danke dir, liebe Yvonne, für deinen Beitrag, da fühle ich mich schon viel weniger allein und sonderbar mit meinem Froschproblem!
ich glaube, die tiere haben eine mangelnde zielstrebigkeit. bestimmt könnten sie die stufen überwinden, aber sie tun's einfach nicht.
Das halte ich auch für möglich. Ein paar von ihnen sind aber auch nicht größer als mein Daumennagel, wahrscheinlich können die wirklich nicht wieder rauf. Und egal was es ist, wenn sie da unten vertrocknen oder von der Stahltür zerquetscht werden, gefällt mir das nicht.

[...] hat er eine styropor-insel als rasthilfe eingebracht
Schöne Idee! Dein Vater ist mir unbekannterweise sehr sympathisch.

Ich bin selbst sehr gespannt, ob sie den Laufsteg annehmen werden.

Viele Grüße,
Sabine



Wir haben auch einen "Frösche-und-Kröten-Keller" - da habe ich schon das ganze Artenspektrum unserer Gegend rausgeholt (Erd-, Kreuz- und Knoblauchkröte, Gras- und Moorfrösche), außer den Grünfröschen :-)

Bis zum Herbst hole ich sie wieder raus, aber jetzt lasse ich sie unten, dann können sie da überwintern :-)

(herrlich - den ganzen Abend schon fliegen draußen Saat- und Blässgänse vorbei)

Herzliche Grüße aus Gänse-Gülpe
Martin M.



Hi Sabine,

Lurche sind nicht mit Hirn gesegnet, sind eher Bauchmenschen. So eine Kellertreppe ist für eine Kröte erst mal die Verlockung eines Abstiegs in eine kühle, luftfeuchte Höhle, warum sollte sie da freiwillig den Wiederaufstieg antreten? Dass der Weg aus der Sackgasse nur nach oben führt, wird ihr nicht ohne weiteres einleuchten.

Ich habe im letzten Herbst beim Winterfestmachen eine dicke Erdkröte in der Brunnenstube unserer Ferienhütte gefunden, da ist sie offenbar durch einen schmalen Spalt an der Abdeckplatte reingepurzelt, die hat sich in immerwährender Dunkelheit den Sommer über an Asseln und Tausendfüßlern dick und rund gefuttert, allerdings drohte sie dort auch nicht zu vertrocknen.

Leg doch besser das Brett vor die Treppe, wie Raimund vorschlägt, als auf die Treppe. Oder kann man den Grundstücksteil, aus dem sie vermutlich kommen, mit einem Krötenzaun absperren? Schön, dass ihr jedenfalls noch eine Menge Lurche in der Gegend deiner Arbeitsstelle habt.

Herzliche Grüße
Manne




Hallo Sabine.

Ich habe 2 Keller mit Treppen. Bei einer hat es einen Radstreifen, dort muss ich nie welche retten, beim andern trage ich sie einfach oben und setze sie irgendwo zwischen die Pflanzen, die sind ja nicht im Wasser zu hause. Ein Laufsteg sollte also funktionieren.
Ein Brett vor der Treppe querstellen, davon muss ganz

energisch abraten,

stell dir vor jemand achtet sich nicht und bricht sich den Hals.

Gruss Pinus



Vielen Dank euch allen für Rat und Zuspruch!

Ich kann kein Brett vor die Treppe stellen, um die Viecher davor zu bewahren runter zu hüpfen oder zu purzeln; der Ausgang ist als Fluchtweg gekennzeichnet. Wenn ich einen Fluchtweg eines großen Bürogebäudes mit einem Stolperbrettchen verstelle, ist das erstens innerhalb von 24 Stunden wieder weg, zweitens nimmt nie wieder jemand auch nur den harmlosesten Naturschutzvorschlag von mir ernst. Die lassen mich nichtmal mehr einen Greifvogelaufkleber ans Fenster pappen!

Ich hab mein Dielenbrett heute morgen so unter den Handlauf auf die Stufen gelegt, dass es nichts von der Breite des Fluchtwegs nimmt - bin mal gespannt, ob es liegenbleibt und hilft. Zweifel habe ich daran. Die Treppe ist steil und das Brett ist länger als die Treppe. Also hab ich es - die Länge des Treppenfußes nutzend - flacher gelegt => es federt und ich kann nur hoffen, dass die Kröten schwindelfrei sind. Natürlich könnte ich es kürzen oder Stützwinkel drunterschrauben, wenn es da bleiben darf.

Was du, Pinus, über den Radstreifen geschrieben hast, finde ich interessant. An der Stelle braucht zwar in Wirklichkeit kein Mensch einen Radstreifen, weil es ein reiner Ausgang und kein Eingang ist, aber ein Radstreifen ist eine übliche, nicht allzu aufwendige bauliche Veränderung, die der Hausherr ohne in Erklärungsnöte zu geraten in Auftrag geben könnte, und schon hätten wir eine solide Ausstiegsrampe.

Außerdem hab ich aus euren Beiträgen gelernt, dass die Tiere, zumindest im Außenbereich des Ausgangs, wohl gar nicht in so großer Gefahr sind, wie ich mir vorgestellt hatte. Es ist da feucht und in meinen Augen schmuddelig, aus Krötensicht wahrscheinlich sehr gemütlich. Was zu futtern gibts wohl auch (danke, Martin, an lecker Asseln hatte ich gar nicht gedacht!). Klar ist die Stahltür gefährlich, zudem gibts eine gewisse Gefahr des Zertretenwerdens und wer in die Garage gerät, vertrocknet. Da ich das alles ziemlich schäbig finde, werde ich wohl öfter mal nachsehen und die Verirrten aus der Gefahrenzone tragen. Vielleicht reicht das aber auch, denn seit Freitag früh ist die Treppe Frosch- und Krötenfrei geblieben.

Viele Grüße,
Sabine



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