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Thema: Beobachtungen Mai 2017 Teil 2


Hallo miteinander,

vorhin habe ich beim Kartieren 4 (in Worten: vier) Bartmeisen-Männchen gesehen, die gemeinsam Nahrung suchten 8–)
Und gestern wuselten dort, wo am Forumstreffen-Wochenende noch die Eltern mit Raupen im Gras verschwanden, vier putzige Schwarzkehlchenjunge herum und ließen sich füttern :-)

Herzliche Grüße aus Gülpe – Martin


Zuletzt bearbeitet: 17.05.17 21:51 von martinmiethke


Ja, also super Bilder von den Krähen, Martin B. und Steffen Braunkehlchen, Wendehals:)..der fehlt mir in diesem Jahr noch und der Baumfalke und Wachtel.
heute früh konnte ich noch eine Runde etwa 9 km durch die Feldflur radeln und es zwitscherte ohne Ende: alle Grasmücken waren zu hören...viele..., die Nachtigallen , einige Gelbspötter ,Schafstelzen, 4 Ortolane, 6 Neuntöter, 1 Pirol und alle dagewesenen.
Unsere Blaumeisen sind kurz vorm Rausfliegen, relativ spät, finde ich, sie hatten noch mal den Kasten gewechselt.



Hallo zusammen,

gestern hatten wir das schöne Wetter genutzt und sind in die brandenburgische Nuthe-Nieplitz-Niederung gewandert.

Anstrengend war's und gefühlt recht vogelarm (ich habe meine Auswertung noch nicht final und schätze die Artenzahl auf vielleicht 30 plus etwas x), aber immerhin hatten wir dann in den Ungeheuerwiesen (die heißen tatsächlich so :) ) unseren ersten Neuntöter der Saison und etwas später eine sich durch mehrfaches 'pick-wer-wick' outende Wachtel, auch hier die No. 1 des Jahres.

Zu den Neuntötern noch ein Wort: Unsere Erstsichtung ist spät, und auch in anderen Beiträgen wurde das Ausbleiben des Neuntöters thematisiert.

Ich habe mir die gemeldeten Sichtungszahlen des Neuntöters der letzten Jahre mal aus Ornitho rausgezogen (ich hoffe, das ist ok und verstößt nicht gegen irgendwelche Regeln? Zumindest habe ich eben nichts in der Richtung gefunden).

20120501-10: 672
20120511-17: 891

20130501-10: 1800
20130511-17: 1331

20140501-10: 621
20140511-17: 923

20150501-10: 1026
20150511-17: 1894

20160501-10: 2448
20160511-17: 1831

20170501-10: 562
20170511-17: 1065

Zunächst mal fällt auf, dass die Zahlen von Jahr zu Jahr stark schwanken.
Was man nicht sieht und was unbedingt mitbedacht sein muss, ist die Tatsache, dass die Zahl der Meldenden im Verlauf stark zugenommen hat, d.h., eine fiktive Sichtungszahl von 600, die von 1000 Beobachtenden zu Beginn der Ornitho-Zeit erfasst wurde, ist u.U. als 'besser' einzuschätzen als 1200 Meldungen von den ggw. mehr als 20.000 UserInnen.

Ich bin engagierter Orni-Laie mit wissenschaftlichem Background und würde die Zahlen so interpretieren:

- Es gibt offenbar bzgl. der Eintreffzahlen 'gute' und 'schlechte' Neuntöter-Jahre (womit ich nichts über den Bruterfolg der Saison aussage).

- 2016 war die Zahl der Meldungen sehr hoch, der Absturz zu 2017 ist bzw. wirkt dramatisch.

- Wenn man die zeitliche Komponente betrachtet, modifiziert sich das Bild etwas, man sieht z.B. für die laufende Saison, dass der Einflug erst verspätet eingesetzt hat (die ersten 7 Tage der 2. Maidekade haben fast die doppelte Meldungszahl der 1. Maidekade erbracht). So einen Anstieg gab es in den Jahren 2012-2016 nicht ansatzweise.

- Ich vermute, dass der schlechte Beginn der Neuntötersaison auf eine Überlagerung mehrerer Faktoren zurückzuführen ist:
a) Wahrscheinlich ist 2017 ohnehin wieder eines von den 'schlechteren' Jahren
b) Das Gros der einflugbereiten Neuntöter hat möglicherweise südlich von Mitteleuropa eine gewisse Zeit abgewartet, bis die relativ zu den letzten Jahren recht kalte Witterung im April, die sich bis in den Mai-Beginn zog, ihr Ende fand.

Ich meine, die Tiere erkennen ja, ob ihre Nahrungsgrundlage sich schon hinreichend entwickelt hat, und wenn dies aufgrund von z.B. Witterung verzögert passiert, passen die Tiere möglicherweise ihr Zugverhalten temporär dem an.

Bin ich auf dem Holzweg?

Sorry, das wurde nun länger als erwartet, aber ich brauche halt etwas, um meine trüben Gedanken zu entwickeln :).

Gruß aus dem vorsommerlichen Berlin-Hermsdorf von
Steffen

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He Steffen, da hast du dir ja richtig viel Mühe gemacht 8–)
Und so auf Anhieb habe ich erstmal nichts an deinen Gedankengängen auszusetzen …

War heute wieder zum Kartieren unterwegs – eigentlich Kleinvögel (bestimmte Arten), aber natürlich kriege ich auch sonst mit, was es so gibt.
Die erste Bekassine des Jahres (!) flog vor mir auf. Bei denen scheint es einen richtigen Einbruch in der Population gegeben zu haben :–(
Nachdem nun schon mehrmals in den letzten Tagen ein Rohrweihen-Männchen immer an der selben Stelle im Schilf verschwand, kann ich wohl davon ausgehen, dass da ein Nest ist 8–)
Aber was mich besonders überrascht hat: In einem sehr kleinen Kieferngehölz, in dem seit Jahren immer ein Rotmilan-Paar brütet und ich außerdem auch Schwarzmilane vermutete, nisten heuer neben den „obligatorischen“ Roten sogar zwei Schwarzmilan-Paare! Dabei ist das eine Nest gerade mal 25 m vom Rotmilan-Nest entfernt!

Herzliche Grüße – Martin



martinmiethke:
Dabei ist das eine Nest gerade mal 25 m vom Rotmilan-Nest entfernt!

Hallo Martin, warum ist das so ungewöhnlich? Kappeln die sich? Ich meine, das schon beobachtet zu haben, war mir aber nicht sooo sicher.

Viele Grüße
Matthias



MatthiasM:
martinmiethke:
Dabei ist das eine Nest gerade mal 25 m vom Rotmilan-Nest entfernt!

Hallo Martin, warum ist das so ungewöhnlich? Kappeln die sich? Ich meine, das schon beobachtet zu haben, war mir aber nicht sooo sicher.

Hallo Matthias,

vielleicht ist es ja gar nicht ungewöhnlich. Ich habe aber schon öfter Revierstreitigkeiten zwischen den beiden Milanarten beobachtet, deshalb hat mich diese geringe Entfernung viel mehr überrascht als das zweite Schwarzmilannest in etwas größerem Abstand.

Herzliche Grüße – Martin



Hallo Matthias und Martin,

es ist ja wohl auch ein Indiz für ein gutes Nahrungsangebot, wenn sie so dicht brüten.

LG Annette



Annette:
es ist ja wohl auch ein Indiz für ein gutes Nahrungsangebot, wenn sie so dicht brüten.

Sehe ich auch so, Annette.
Jetzt werde ich mal verstärkt darauf achten, ob in dem Kiefernwäldchen auf der anderen Seite der Wiese auch Milane horsten 8–)

Herzliche Grüße – Martin



Steffen, eine interessante Neuntöter Auswertung hast Du da gemacht. Statistiken kann man zwar von allen Seiten anders betrachten, aber der Abbruch 2017 zu 2016 spiegelt auch meine Beobachtungen wieder.
Ich habe in diesem Jahr noch keinen Neuntöter gesehen obwohl der im Cuxland sicher ist. Heute habe ich 4 Reviere vom letzten Jahr besucht, keinen gesehen. 3 Reviere habe ich noch nicht geschaut. Vielleicht kommen die wirklich soviel später in diesem Jahr, was ich hoffe.

Eben auf der Terrasse noch erfolgreich nach Maikäfern Ausschau gehalten, einer landete sogar auf meinem Arm.
Nebenbei gab es die erste Wachtel aus einem Regen-Rückhaltebecken, welches an meinen Garten grenzt, zu hören.

Herzliche Grüße aus dem Cuxland

Richard

Jahresliste 2018 (Deutschland): 148 (Fischadler)
Foraner/innen : 59 (Josefine)


Hallo Richard,

ja, da scheinen noch einige Neunis bislang unterwegs gewesen zu sein, aber ich fürchte, die Summe der eingetroffenen Vögel wird unterdurchschnittlich bleiben.

Ich weiß z.B. nicht, wie sich die Verhältnisse in Nordafrika entwickelt haben, bzgl. der dortigen Fangnetze habe ich leider schlimme Dinge gehört.
Kommen dann mehrere negative Parameter zusammen, resultiert ein Populationseinbruch, der nicht leicht wieder wett zu machen ist.

Ich hoffe, zeitnah in die Pankower Lietzengrabenniederung zu kommen, dort waren in den letzten Jahren mehrere Reviere besetzt - vor einer Woche allerdings noch nicht.

Schöne Grüße aus Berlin,
Steffen

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In den Gebieten, die ich regelmäßig begehe, kann ich bezüglich Neuntöter Entwarnung geben. Bestand mindestens wie 2016. Was mir aufgefallen ist, die erste Feststellung war in mehren Revieren nur akustisch, die Vögel waren nicht zu entdecken. Für diese Art und ihre Habitate fast schon ein Kuriosum. So heimlich habe ich die noch nie erlebt.

@Martin: In alter Literatur wird manchmal das fast koloniehafte Brüten der Milane und enge Nachbarschaft der Arten erwähnt. Ich habe Rot- und Schwarzmilan im Abstand von (immerhin) 250 m seit vielen Jahren. Der Schwarzmilan wird in alter Literatur als aggressiver und Sieger bzw. Besetzer von bereits belegten Rotmilanhorsten beschrieben. Erklärt wird das in einem Buch (nach meiner Erinnerung) damit, dass sie später ankommen und horstsuchende Vögel intensiver kämpfen und brütende Störungen nicht mehr so leicht tolerieren. Aber ob das wirklich so ist? Ich habe solche Beobachtungen noch nicht gemacht. Revierkämpfe der Arten sind nach meiner Erfahrung "harmlos".

Gruß Bodo


Zuletzt bearbeitet: 19.05.17 07:55 von Bodo


Bodo:
@Martin: In alter Literatur wird manchmal das fast koloniehafte Brüten der Milane …

Hallo Bodo, das wusste ich ja schon …

und enge Nachbarschaft der Arten erwähnt.

… aber das noch nicht :-)

Der Schwarzmilan wird in alter Literatur als aggressiver und Sieger bzw. Besetzer von bereits belegten Rotmilanhorsten beschrieben. Erklärt wird das in einem Buch (nach meiner Erinnerung) damit, dass sie später ankommen und horstsuchende Vögel intensiver kämpfen und brütende Störungen nicht mehr so leicht tolerieren.

Das ist eine interessante Erklärung, die ich auch ohne weiteres nachvollziehen kann! Hab’ mich nämlich schon gewundert, dass der eher kleinere Schwarzmilan sich so gut gegen den Roten durchsetzen kann …
(Wobei sie in diesem Fall ja immerhin einen eigenen Horst haben.)

Herzliche Grüße – Martin



Ein schöner Tag im Rheindelta! Morgens zuerst Purpurreiher, Nachtreiher, Rohrweihe und dann plötzlich dieser Kerl hier :-)
(leider zu weit weg für anständige Bilder)





Weiter ging`s mit 19 Schwarzkopfmöwen, Steinwälzer, Zwergstrand, Alpenstrand, Flussregen, Sandregen und einer Steppenmöwe.
Dann auf einer Kiesinsel plötzlich eine Brandseeschwalbe. Bingo! :-)



... und als Abschluss des Tages flogen verschiedene Seeschwalben bunt gemischt über dem See herum. Habe dann mal eine im Fernglas angeschaut und da war es eine Weissbart. Der zweite Vogel den ich anschaute, war eine Weissflügel :-))







Für ne Digiskopie waren die zu wuselig und für die DSLR zu weit weg. Was will man da machen.
Nach einer Weile gesellte sich zu den ohnehin schon anwesenden Fluss-, Trauer-, Weissbart- und Weissflügelseeschwalben noch die Brandseeschwalbe dazu. Eine Minute später tauchte für kurze Zeit eine Küstenseeschwalbe auf. Somit waren sechs Seeschwalbenarten im Direktvergleich zu beobachten.
Enorm lehrreich.

Viele Grüsse,
Harry




Tolle Beobachtungen, Harry!

Ich hatte heute „mein“ drittes Kranichpaar mit Nachwuchs. Angesichts der Bevölkerungsdichte hierzulande ist das ziemlich mager, aber immer noch besser als im letzten Jahr, als ich lediglich ein Paar mit Jungen gefunden hatte.

Besonders gefreut habe ich mich natürlich auch über den Nachwuchs bei „meinen“ Schwarzstörchen :-)

Herzliche Grüße – Martin



SDiger67: Für ne Digiskopie waren die zu wuselig und für die DSLR zu weit weg. Was will man da machen.
Man müsste noch eine Schlauchboot im Rücksack dabei haben, habe ich letztens mal gedacht :-D

Tolle Sammlung, Harry.

Ich hab gar kein Bild vom Rallenreiher und habe ihn nicht einmal gesehen :)

Hier im Cuxland am Polder Glies wurde heute Nachtmittag einer gesichtet.
Da wir zum Abendessen Besuch hatten konnte ich erst gegen 19 Uhr los. Maria unterwegs aufgelesen und hin. Der erste enttäuschte Beobachter der uns begegnete meinte: "wollt ihr auch keinen Rallenreiher sehen" :-D
Der Beobachtungsturm füllte sich mehr und mehr, um 21 Uhr haben wir dann abgebrochen. Es gab aber Rohrschwirl und Östlicher Silberreiher (Modesta-Typ) für meine Jahresliste und auch sonst schöne Arten wie Blaukehlchen, Schilfrohrsänger, Knäkenten, Habicht, Rohrweihe und jede Menge Kraniche.
Gerade zu Hause angekommen kam die Meldung, Kuhreiher und Seidenreiher vom selben Beobachter mit Belegbild gemeldet am Polder Bramel.
Heute Nachmittag gab es für mich den ersten Neuntöter und Sumpfrohrsänger und es kuckuckt überall.

Einen schönen Sonntag allen
und herzliche Grüße
Richard

Jahresliste 2018 (Deutschland): 148 (Fischadler)
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