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Thema: Lichtstärke 65er vs. 80er Spektiv messbar?


Hallo,

hat jemand eine Info, wie stark sich die Lichtstärke eines 65er von einem 80er Spektiv unterscheidet? Am sinnvollsten wäre für mich die Angabe in Blendenstufen, denn die kann ich einschätzen. Konkret geht es um den Unterschied zwischen einem Swarovski ATS65 und einem ATS80.
Man kann das sicher irgendwie –in Abhängigkeit von der Vergrößerung- berechnen, nur ich find nix. Weiß da jemand was?

Mir geht es darum, ob sich der Mehraufwand (Geld/Gewicht/Stativ/Neiger) eines 80ers gegenüber einem 65er beim Digiscopieren wirklich lohnt. O.K., „lohnen" ist subjektiv; daher meine Frage nach Blendenwerten, denn dann könnte ich das besser einschätzen.
Klar bringt ein 80er mehr Licht auf den Chip der Kamera mit der Folge einer Verkürzung der Belichtungszeit bzw. einer rauschmindernden Senkung der Empfindlichkeitseinstellung. Nur ist das wirklich so viel –also z. B. 3 oder 4 Blendenstufen- , dass es sich lohnt neben rd. 400 € Mehrausgabe für das Spektiv auch noch einen doppelt so schweren Neiger und ein doppelt so schweres Stativ mit sich rum zu schleppen?




Hi,

die effektive Blende hängt von der Vergrösserung des Okulars, der Brennweite des Kameraobjektivs und des Spektivobjektivdurchmessers ab.

Eine Anleitung zur Berechnung gibts auf dieser Seite:

http://www.kowa-usa.com/digiscope/gr_digi/F%20stop%20calculation.htm

Grüsse, Florian



3-4 Blendenstufen? Das wuerde zum Beispiel bedeuten f4 gegen f11 bzw. f16!

Zwischen 65mm und 80mm Spektiven wird eine Blendenstufe schon Wunschdenken sein!

Herstellerangaben fuer ihre Spiegelreflexadapter unterscheiden nicht zwischen den verschiedenen Spektivmodelle und liegen all jenseits f9.

Bei Pentax gibt es neben 65mm und 80mm auch noch ein 100mm Spektiv. Laut Pentax liegen die f-nummern fuer alle drei zwischen f12 (100mm) und f12.5 (65mm).

Ulli



Genau das hatte ich vermutet; die Kowa-Seite bestätigt es:
Wenn ich bei einer Kamera, die beim vollen 3 oder 4fach-Tele eine größte Blendenöffnung von sagen wir mal 5 habe und ich mit einer 40fachen Vergrößerung am Spektiv arbeite, "bringt" mir eine Vergrößerung des Spektivdurchmessers pi mal Daumen noch nicht mal eine Halbierung der Verschlusszeit. Das ist verdammt wenig "mehr" für das viel mehr an Geld und Gewicht.

Danke!

Olli



Blechroller:
Das ist verdammt wenig "mehr" für das viel mehr an Geld und Gewicht.


Stimmt wohl schon. Aber bei normalen Teleobjektiven kostet eine Blendenstufe mehr wohl noch wesentlich mehr Geld und Gewicht, oder?



dowitcher:
3-4 Blendenstufen? Das wuerde zum Beispiel bedeuten f4 gegen f11 bzw. f16!

… oder wenn man es über die Lichtempfindlichkeit ausdrücken will: 100 ISO gegen 800 resp. 1600 ISO!



Klar kostet Lichtstärke bei Teleobjektiven "richtig", aber da ist der Sinn auch etwas weiter. Da geht es nicht nur um Verkürzung der Verschlusszeit oder Reduzierung von ISO/ASA (Sorry Martin, ist bin altmodischer ASAler ;-), sondern mindestens genau so um die Möglichkeit der Reduzierung der Schärfentiefe.
An meinem DSLR-Zeugs habe ich auch mittlerweile auf durchgehend mindestens 2,8er Objektive umgestellt. Aber bei einem Spektiv, das auch noch auf einem Stativ steht und bei dem man (ich) beim Digiscopieren meist eher weniger lebhafte Ziele vor der Linse habe, schlägt das Mehr an Lichstärke der größeren Spektive für mich im Moment die Nachteile (noch) nicht.
Für flatternde Vögel halte ich eine Suppenzoom-Bridge immer noch für die bessere Wahl oder bei genügend Nähe halt gleich die DSLR.



Blechroller:
Klar kostet Lichtstärke bei Teleobjektiven "richtig", aber da ist der Sinn auch etwas weiter. Da geht es nicht nur um Verkürzung der Verschlusszeit oder Reduzierung von ISO/ASA (Sorry Martin, ist bin altmodischer ASAler ;-), sondern mindestens genau so um die Möglichkeit der Reduzierung der Schärfentiefe.


Dafür gibt es beim Spektiv ja noch das Beobachten an sich ;) Der Zugewinn an nutz- und geniessbarer Beobachtungszeit liegt auch da bei höchstens 10-20%, trotzdem reicht das ja für viele als Grund für den Kauf eines grossen Spektivs aus.


Zuletzt bearbeitet: 18.11.13 17:42 von florian


Die Frage welcher Zugewinn notwendig ist um Mehrkosten zu rechtfertigen ist sowieso schwer zu beantworten.

Wenn ich statt mit 1/500s mit 1/750s arbeiten kann (~1/2 Blendenstufe) dann macht das manchmal schon einen entscheidenden Unterschied.
Ob und wieviel ich dafuer bereit zu investieren muss und kann ich nur selbst entscheiden.

Und wie Du ja schreibst kommt ja beim Spektiv noch der Nutzen als reines Beobachtungsinstrument dazu.

Kauf die ein Spektiv zum beobachten und nimm die Digiscoping Option als Zugabe mit.

Die Reichweite ist zwar (theoretisch)unschlagbar, aber wenn man Bildqualitaet will muss man aber auch beim digiscoping nah ran. Also eher mit 15x als mit 30x am Spektiv arbeiten. Mir waren irgendwann der Aufwand und Handhabung zuviel, und mit einem alten Sigma 400er f5.6 an der dann verfuegbaren digitalen Spiegelreflex (Nikon D50) hatte ich mehr Spass und bessere Ergebnisse.

Ulli

PS: Mehr Lichtstaerke kostet, aehnlich wie Brennweite, ordentlich Kohle. Canon hat zur Zeit zwei 400er Festbrennweiten im Angebot, beides L-Objektive (die Guten bei Canon, Nikon hat nur Gute). Unterschied in der Optik: zwei Blendenstufen. Unterschied im Preis: Das lichtstaerkere ist 7-8x teurer.



Der Unterschied ist ca. 1 Blende bei gleicher Brennweite und Vergrößerung.
Normalerweise sind 80er aber länger ,das heißt sie haben statt 350mm Brennweite beim 65er 500mm beim 85er (Zeiss)
Bei gleichem Okular also 1,4 -5 Fach mehr Vergrößerung bei gleicher Blende.
Das spielt beim gucken also 10 Minuten in der Dämmerung eine Rolle...bei miesem Licht wie im November merkt man es aber auch schon tagsüber.

Gruß Bernd



Ich hab ja ein Spektiv; es war nur für mich die Frage, ob eine Aufrüstung vom 65er Swarovski auf das 80er Sinn macht. Und da ging es nur um die Digiscopie und nicht um das Beobachten, denn beim Beobachten reicht mir mein 65er vollkommen.

Danke!

Olli



Nicht so ganz!

Sieht man an den Pentax Daten wo alle drei Spektive (65, 80 und 100) zwischen f12 und f12.5 liegen.
Da wird die groessere Breenweite der grossen Spektive (und im Verbindung mit dem Okular hoehere Vergroesserung)durch den entspechend groesseren Frontlinsendurchmesser kompensiert so dass am Ende aehnliche Blendenwerte rauskommen.

Sieht man bei den oben angesprochenen 400mm Kameraobjektiven in umgekehrter Relation.
400mm f2.8 Frontlinse 16cm Gewicht 4kg
400mm f5.6 Frontlinse 9 cm Gewicht 1.5kg

Dazu noch halbe Brennweite gleiche Lichtstaerke
200mm f2.8 Frontlinse 8.5cm Gewicht 0.8kg

1/4 Blende Unterschied sieht man bereits deutlich, volle Blende Unterschied ist gewaltig!

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