| Autor |
Thema: Winterfütterung-Nix los..? |
Bodo: martin_meffert:
Irgendwie kann ich das aber auch nicht so ganz nachvollziehen. Der Winter 15/16 war der mildeste den ich je erlebt habe. Bei uns hat nur an einem Tag Schnee gelegen aber an der Fütterung war ständig was los. In unserem jungen Apfelbaum saßen manchmal soviel Spatzen und Meisen das sich die Zweige bogen.
Ich habe dieser Tage eine interessante These gehört. Das Sensorium der Vögel für die "Vorahnung" von langen oder harten Wintern ist noch wenig erforscht. Jetzt deutet sich ein später aber länger anhaltender Winter an. Vielleicht ist ein größerer Teil der Population frühzeitig weggezogen. Unsere typischen Futtergäste sind ja in Wirklichkeit keine reinen Standvögel, sondern zumindest Teilzieher ( und viele Meisen, Amseln und ... sind ja gar keine einheimischen Brüter sondern kommen von weiter nord-/nordöstlich ).
Meine Futterstellen am Haus sind auch nach dem Wintereinbruch praktisch total verweist. Nur Amseln und Sperlinge, die auf dem Hühnerhof mitfressen (aber das ist ganzjährig so).
In den nicht urbanen Lebensräumen ist die Vogeldichte nicht signifikant geringer oder größer als im Durchschnitt zu dieser Zeit und Witterung.
Gruß Bodo
Salut Bodo,
dieser Erklärungsansatz erscheint mir bislang am plausibelsten. Und das mit der Vorahnung... da gibt's ja zahlreiche Beispiele!
Vielen Dank für deinen Beitrag, herzliche Grüße,
Micha
Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)
|
|
martin_meffert: michaschade: Seide:
Aber dafür wimmelt es im Wald von Meisen aller Art... auch bei Fütterungen im Wald oder in der Au...
Als ob sie sich heuer nicht in den Gärten aufhalten...
Wenn es tatsächlich dieses Jahr so wäre, dann wäre es spannend zu wissen warum. Wirklich das mehrfach erwähnte erhöhte Nahrungsangebot in den Wäldern?!
Viele Grüße, Micha
Irgendwie kann ich das aber auch nicht so ganz nachvollziehen. Der Winter 15/16 war der mildeste den ich je erlebt habe. Bei uns hat nur an einem Tag Schnee gelegen aber an der Fütterung war ständig was los. In unserem jungen Apfelbaum saßen manchmal soviel Spatzen und Meisen das sich die Zweige bogen.
VG Martin
Moin Moin!
Also, ich finde das garnichr so kompliziert.
Meine These wäre:
Durch eine schlechte Wetterlage, Insektenmangel, Usutu-Virus und / oder "Schutzmittel" (Glyphosat...) hat es in 2016 besonders viele Brutausfälle gegeben. Das ist scheinbar belegt.
=> Die Brutausfälle und Verluste durch Virus und Vergiftung haben dazu geführt, das im Sommer und Herbst deutlich weniger Vögel die Ernte in der offenen Landschaft angetreten haben.
=> Infolgedessen haben die nördlichen Zuwanderer mehr Früchte und Kleintiere in der offenen Landschaft gefunden und halten sich länger dort auf. Zumindest habe auch ich diesen Eindruck - es sind wesentlich mehr Meisen, Finken und Co in den Wäldern als es in den letzten Jahren der Fall war.
Ich denke, so langsam zeigen sich die Auswirkungen der Intensivlandwirtschaft und des Insektenmangels. Wir sollten uns darauf einstellen, das der Frühling leiser wird. Das ist der Preis, den wir für die Ignoranz Vieler zahlen müssen.
Wollen wir hoffen, daß ich da falsch liege und der Frühling wieder erfüllt wird mit dem Gesang vieler Vögel. Persönlich glaube ich es aber nicht...
Beste Grüße
Holger
LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)
Zuletzt bearbeitet: 12.01.17 10:20 von milvus69
|
|
@Bodo und Holger: beide Erklärungen klingen logisch... wobei mir die erste sympatischer wäre...
LG Silke
~~~~~~~~~~~~~~~~
Alle meine Funde stammen, wenn nicht anders angegeben, aus der Obersteiermark.
Arten gesamt: 288 (Waldkauz)
|
|
Hola todos,
ich bin Optimist. Ich rede mir auch oft ein, dass ich mir negative Trends nur einbilde... vorhin beim Einkauf erhielt mein Optimismus jedoch einen weiteren, herben Dämpfer.
Beim Einladen des Vogelfutters sprach mich eine Dame an und sagte, dass sie noch nicht ein einziges Mal Vogelfutter nachkaufen musste, da bei ihr fast keine Vögel mehr an ihrer Futterstelle zu sehen seien. OK. An der Kasse dann völlig unabhängig davon dasselbe Spiel. Ein älterter Herr fragte, als ich die Futtersäcke aufs Band legte: "Entschuldigen Sie, aber kommen bei Ihnen denn Vögel in den Garten?" Als ich ihm erklärte, dass es nicht viele seien, ab und zu eine Kohlmeise, dann ein lokaler Trupp Feldsperlinge, sagte er, dass er dieses Jahr praktisch nichts sehen würde und er auf seinem Futter sitzen bliebe. Also, Skepsis hin oder her, in Lörrach ist die Situation dramatisch!
Den Rest gab mir übrigens vor fünf Minuten meine Nachbarin, die berichtete - als ich ihr vom frustrierenden Einkauf erzählte - dass ihre Verwandten in Kassel dasselbe beobachtet hätten.
Mannomann, was ist nur los?
Liebe, mittlerweile wohl doch sehr sorgenvolle Grüße,
Micha
Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)
Zuletzt bearbeitet: 14.01.17 15:16 von michaschade
|
|
Gerade im NABU-Newsletter:
"Liebe Familie Schade,
pünktlich zu unserer Aktion kamen Frost und Schnee und schon purzeln alle Rekorde. Erstmals haben an einer Stunde der Wintervögel mehr als 100.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde teilgenommen. Dafür hunderttausendfachen herzlichen Dank!
Leider in die Gegenrichtung hat sich die Zahl der beobachteten Vögel entwickelt: minus 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei fällt auf, dass jene Arten besonders schlecht abschnitten, die im Winter üblicherweise starken Zuzug aus Skandinavien und Russland erhalten. Dazu zählen unter anderem die verschiedenen Meisenarten."
OHJE. Und anscheinend hat's eben unseren Raum hier ganz besonders hart getroffen. Die 15% sind ja nur ein Durchschnitt...
Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)
Zuletzt bearbeitet: 14.01.17 15:17 von michaschade
|
|
michaschade:
ich bin Optimist.
Moin Micha,
dazu paß mein Wahlmotto: "Ich bin Realist, was heutzutage meist gleichbedeutend ist mit Pessimist..."
Nein, nicht nur in Lörrach ist so finster. In vielen Teilen Deutschlands sieht es so aus. Speziell bei uns hat sich Lage allerdings ein wenig normalisiert. Mittlerweile darf ich wieder 3 Kilo pro Woche kaufen. Und in den Wäldern sehe ich immer noch Meisen und sogar Heckenbraunellen. Bin gespannt, wie es wird wenn der Frühling kommt und die nordischen Gäste abwandern!
Beste Grüße
Holger
LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)
|
|
Hallo Micha,
Hier kann man sich die vorläufigen Ergebnisse schon ansehen. Dort kann man auch diverse Filter setzen.
Für Lörrach:
2017 -> 150 Gärten -> 4631 Vögel.
2016 -> 117 Gärten -> 4957 Vögel.
Das ist eine Abnahme von ca 6,5% - gesamt!. Rechnet man jedoch die Zunahme der "Gärten" mit ein -also Vögel/Garten und Jahr- , dann sind das für 2016 ca 42,4 Vögel und 2017 ca 31 Vögel/Garten = -27%.
Es wäre aber fatal, nur die beiden letzten Zählungen zu betrachten! Wobei es sicher bei einigen Arten einen deutlichen Trend gibt, was ich ja auch hier sehe.
Allerdings kann ich nicht wirklich klagen. Ich lege derzeit 2x täglich Futter nach. Es kommen sehr viele Grünfinken, Buchfinken, Amseln. Danach Feldsperlinge, Gimpel, Kohl-, Blaumeise, Kernbeißer, Rotkehlchen, Elster, Buntspecht, Türkentaube, Wacholderdrossel. Etwa in dieser Reihenfolge der Anzahl nach. Ab und zu Zaunkönig, Sumpfmeise, selten 2 Goldammern und ein Trupp Schwanzmeisen.
Es fehlen bis jetzt komplett: Heckenbraunelle, Kleiber, Tannenmeise, Erlenzeisig, Distelfink (und Bergfink).
Aber ich bin auch Optimist :)
Viele Grüße
Matthias
|
|
Herzlichen Dank für die Erläuterungen und den Link, Matthias!
Ja natürlich, aus zwei Jahren ist kein Trend zu berechnen. Warten wir einmal ab, wie es im Früjahr wird.
Viele Grüße, Micha
Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)
|
|
Ich habe bezüglich der Fütterung ein Problem. Ich wollte kein neues Thema erstellen, deswegen hier, weil es hier am besten passt.
Wir haben mehrere Futterstellen im Garten. Eine wird mit Weichfutter und geschälten SB-Kernen bestückt. Das fülle ich derzeit 2x täglich auf.
Dann gibt es 2 Spender für ungeschälte SB-Kerne in einem Baum. Da gehen am liebsten die Grünfinken ran, gefolgt von Meisen und Buchfink. ABER: Da kommt fast täglich ein Trupp Feldsperlinge, die zumindest einen dieser Spender komplett ausräumen und alles auf den Boden werfen, natürlich ohne davon zu fressen. Die SB-Kerne landen ungesehen auf dem Boden, bis der Spender komplett leer ist. Erst dann ziehen sie ab und gehen auf die andere Futterstelle mit Weichfutter.
Die Grünfinken stehen dann ziemlich dumm da, weil all das, was die wollen, auf dem Boden rumliegt und zum großen Teil zugeschneit oder -geweht wird.
Ich habe langsam keinen Bock mehr die "Perlen vor die Säue" zu werfen, was natürlich nicht wirklich so gemeint ist.
Aber weiß jemand wirkungsvolle Abhilfe? Sollte ich in unmittelbarer Nähe andere Samen anbieten?
Viele Grüße
Matthias
Zuletzt bearbeitet: 14.01.17 18:55 von MatthiasM
|
|
Da ich im Gegensatz zu den Vorjahren nur noch 5 anstatt ca 50 Haussperlingen an der Futterstelle habe füttere ich die gerne durch.
Ich habe jetzt auch im Wald zumindest diverse provisorische Futterstellen angebracht, aber natürlich sind da die Bestände eher nicht so kontrollierbar, auch wenn da Knödel und Co eher schneller weggehen.
Es hat jetzt im süddeutschen Raum durch das Stürmchen Egon fast alle noch vorhandenen Baumsamen von den Bäumen gepustet und jetzt liegt Schnee drauf.
Zumindest in Baden Württemberg ist davon auszugehen das eben nicht mehr genügend Futter in den Wäldern vorhanden ist.
Ich wollte das testen und habe bereits Freitag morgen meine Futterstellen mit dem Besten bestückt was das Vogelherz in der Regel begehrt. Gehackte Erdnüsse, Rosinen, getrocknete Mehlwürmer, Fettfutter, Äpfel, Birnen...
Bei dem Kackwetter heute habe ich dann mehrere Stunden die Futterstellen beobachtet. Es gab morgens Seidenschwänze aber das ist ein anderes Thema.
1 Sumpfmeise
5 Feldsperlinge
2 Kohlmeisen
3 Blaumeisen
6 Stieglitze
1 Gartenbaumläufer
1 Rotkehlchen
2 Grünfinken
2 Amseln
Mit Verlaub aber das ist ein Witz! Zudem wohn ich an einem Gewässer( immer noch eisfrei) wo viele Vögel sonst noch zum trinken kommen. Ringsum ist alles gefroren aber nicht mal zum trinken kommen noch Vögel. Bei mir brüten Wasseramsel, Eisvogel, Wendehals, Grünspecht, Grauschnäpper und Co um es mal als Qualitätssiegel für nen Garten oder zumindest die nähere Umgebung zu umschreiben.
Ich hatte an guten Tagen hier auch mal 60-70 Vögel auf einmal.
Zuletzt bearbeitet: 14.01.17 20:43 von Wolfzge
|
|
Du machst den Eindruck, als ob du sauer wärst...
Viele Grüße
Matthias
|
|
?
Bezüglich der Anzahl meiner Gartenvögel schon.
Ansonsten eher nicht. :-))
|
|
Wolfzge: Es gab morgens Seidenschwänze aber das ist ein anderes Thema.
Ich würde das Bild hier, oder im Beobachtungsthread, gerne noch mal sehen.
Frage mich ob man Seidenschwänze mit Rosinen zum bleiben überzeugen kann :)
Liebe Grüße
Richard
PS: Futterstellen am Haus und im Garten mau :(
Jahresliste 2018 (Deutschland): 148 (Fischadler)
Foraner/innen : 59 (Josefine)
|
|

Was ein Act extra für Richard...keine Bange. Auch wenn du komische Sachen siehst. Es sind Seidenschwänze! :-)
|
|
Allein anhand der Silhouetten alle vier gut zu erkennen ;)
|
|
|