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Thema: mit schrecken...


Hallo Lorenz,

die Chorthippus-Arten sind nach Fotos oft nicht leicht zu bestimmen, aber ich denke doch, dass ich richtig liege.

Allan_T:
Eine goldene Schrecke, aber keine Goldschrecke?

Das sollte Chorthippus parallelus sein, ein Männchen.

Ein Chorthippus-Männchen? Würde auf parallelus/montanus tippen.

Nö, ein Weibchen, und zwar Chorthippus albomarginatus. Auf dem zweiten Bild wahrscheinlich auch, aber von oben sind die Grashüpfer noch viel schwerer zu bestimmen.

Dies sollte eine Feldgrillen-Nymphe sein, die sich demnächst zur Überwinterung eingraben wird. Richtig?

Ja :-)

Herzliche Grüße
Martin M.




Vielen Dank Martin,

aha, dann haben also albomarginatus-Weibchen besonders lange Flügel im Vergleich zu anderen Chorthippus-Weibchen. Ist übrigens das selbe Individuum, einmal von der Seite und einmal von oben.

Ein sicheres Ausschließen von Ch. montanus beim ersten Bild ist aber wohl nicht möglich? Die Männchen sollen ja eh kaum zu unterscheiden sein...



Allan_T:
aha, dann haben also albomarginatus-Weibchen besonders lange Flügel im Vergleich zu anderen Chorthippus-Weibchen.

Nein, nur gegenüber parallelus und montanus.

Ein sicheres Ausschließen von Ch. montanus beim ersten Bild ist aber wohl nicht möglich?

Doch – aber nicht nach dem Bild, sondern anhand der Umgebung :-)

Herzliche Grüße
Martin M.




Die Dornschrecke auf deinem Foto würde ich als Langfühler-Dornschrecke (Tetrix nutans) bestimmen, denn die wirken i.d.R. von oben deutlich untersetzt breit und "krötenartig". Außerdem kann man beim Heranzoomen schon erkennen, dass einige Fühlerglieder deutlich verlängert sind und dass der Vorderrand des Halschildes deutlich abgerundet ist (bei T. bipunctata wäre er spitz ausgezogen). Außerdem erreicht das Ende das Dorns nicht die Hinterknie (bei T. undulata zumindest ebenso lang).
Was macht euch eigentlich so sicher, dass das eine Larve ist? Der Vorderflügel an der Seite lässt sich doch ganz gut erkennen ;)

Foto 2 zeigt auf keinen Fall ein Stenobothrus-Weibchen. Die Farbe der Halsschildkiele passt dafür nicht (ebenso nicht für Chorthippus) und das Tier wirkt auch viel zu schlank. St.-Weibchen sind viel klotziger, wie kleine Rammböcke. Das sieht eher nach einem Weibchen von Omocestus viridulus aus, wo das eine typische Farbvariation ist.

Das oberste Foto der letzten Reihe zeigt ein typisches Chorthippus albomarginatus-Männchen. Chorthippus parallelus-Männchen (wie auch Ch. montanus) wirken nicht so klar "kantig" lederartig und haben eher dunkle Knopfaugen (Niedlichkeitsfaktor!). Chorthippus dorsatus wurde noch nicht genannt, aber lässt sich auch ausschließen, da die Männchen knallig rotorange-gefärbte Hinterleibsenden haben (ist das beste Bestimmungsmerkmal der Art, wird aber in den gängigen Bestimmungsbüchern meist nie erwähnt, nur das nutzlose mit den Halsschildkielen) und meist deutlich behaart sind - was auf dem Foto von Bellmann sehr schön zu sehen ist.


Zuletzt bearbeitet: 10.10.12 04:14 von Greenhorn


Greenhorn:
Außerdem kann man beim Heranzoomen schon erkennen, dass einige Fühlerglieder deutlich verlängert sind

Naja – mit etwas Fantasie. Eindeutig finde ich das nicht ...

Was macht euch eigentlich so sicher, dass das eine Larve ist?

Gute Frage :-) Eigentlich nur die Proportionen – und wirklich sicher bin ich auch nicht. Ich hätte mich halt nach diesem Bild keine sichere Bestimmung getraut.

Der Vorderflügel an der Seite lässt sich doch ganz gut erkennen ;)

Sorry – aber das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Oder war das nicht ernst gemeint 8-) Aber dann verstehe ich den Witz nicht ...

Foto 2 zeigt auf keinen Fall ein Stenobothrus-Weibchen. Die Farbe der Halsschildkiele passt dafür nicht (ebenso nicht für Chorthippus) und das Tier wirkt auch viel zu schlank. St.-Weibchen sind viel klotziger, wie kleine Rammböcke.

Was die Gestalt angeht, stimme ich dir zu, nicht jedoch, was die Farbe der Kiele betrifft. Trotzdem, Stenobothrus können wir wohl ausschließen.

Das sieht eher nach einem Weibchen von Omocestus viridulus aus, wo das eine typische Farbvariation ist.

Nun – so typisch kann sie nicht sein, denn so ein Weibchen habe ich noch nie gesehen. Die Farbkombination an sich ist nicht selten, aber ich kenne nur Tiere, bei denen der Halsschild oben grün und an den Seiten rot ist – nicht umgekehrt. Was natürlich nicht die Diagnose in Frage stellen soll :-)

Das oberste Foto der letzten Reihe zeigt ein typisches Chorthippus albomarginatus-Männchen. Chorthippus parallelus-Männchen (wie auch Ch. montanus) wirken nicht so klar "kantig" lederartig und haben eher dunkle Knopfaugen (Niedlichkeitsfaktor!).

Hier muss ich dir klar widersprechen. Dieses Tier hier hat
- deutlich gebogene Halsschild-Seitenkiele
- einen geraden Radius
- ein deutlich erweitertes Praecostalfeld
und kann somit unmöglich ein albomarginatus-Männchen sein.

Chorthippus dorsatus wurde noch nicht genannt, aber lässt sich auch ausschließen, da die Männchen knallig rotorange-gefärbte Hinterleibsenden haben (ist das beste Bestimmungsmerkmal der Art

Wirklich immer? Ich meine auch schon welche ohne gesehen zu haben. Aber wie auch immer – dorsatus habe ich schon wegen der Flügellänge ausgeschlossen.

Herzliche Grüße
Martin M.


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