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Thema: Israel


Hallo,

anbei ein kleiner Reisebericht aus Israel. Vor über 20 Jahren war ich schon zweimal in Israel (u.a. auch in Eilat) ohne mich aber ernsthaft mit der Vogelbeobachtung zu beschäftigen oder gar zu wissen, wie wichtig Eilat für die Migration ist. Und da ich meinem Sohn immer schon mal dieses faszinierende Land zeigen wollte, waren wir jetzt für 8 Tage in Israel.

Da es deshalb aber nun kein reiner Vogelbeobachtungsurlaub war (zudem ohne Spektiv), liest sich die Gesamtartenliste mit 61 Arten eher bescheiden; auch sind auf Grund fehlender Mobilität (kein Führerschein) keine Wüstenarten beobachtet worden, da ein geplanter Ausflug nach Amram's Pillars nicht möglich war.

Gleich auf dem Flughafen in Tel Aviv gab es die erste Überraschung, hatte ich doch beim Warten auf das Nesher-Sammeltaxi nach Jerusalem einen (aus Indien kommenden, mittlerweile einheimischen) Hirtenmaina beobachten können, der nicht auf meiner Liste der erwartbaren Arten stand.


(Photo ist von einem Exemplar später in Tel Aviv)

Unser Hotel in Jerusalem lag unweit der Altstadtmauern an einem kleinen Park, wo ich am nächsten Morgen bei perfektem Wetter für mich weitere tolle Beobachtungen machen konnte.





Neben den Halsbandsittichen und den reichlich vorhandenen Palmtauben war ich vor allem auf der Suche nach dem Blutspecht, der sich kurze Zeit später eindrucksvoll präsentierte.



Aus den Gebüschen ringsum waren die umtriebigen Gelbsteißbülbüls zu vernehmen.



Eine meine 3 Zielarten zeigte sich dann am nächsten Tag (leider bei bescheidenem Licht). Aber auch so fand ich den Jerichonektarvogel beeindruckend.



Steffen

P.S.: ich habe z.Z. erhebliche Probleme beim Hochladen der Bilder, daher geht es später weiter (eventuell auch erst morgen, da ich noch zum Nachtdienst darf)


Zuletzt bearbeitet: 11.02.17 06:29 von brennabor


Hallo Steffen, tolle Fotos, der Nektarvogel ist ja wunderschön,
LG von Silvia



Zwei Tage später ging es dann per Egged-Bus nach Eilat, wo wir vom Regen erwartet wurden (übrigens lt. Statistik 7 Regentage im Jahr...).
Auf dem Weg vom Busbahnhof zum Hotel gab es inmitten einer stark frequentierten Fußgängerzone diese beiden Tristamstare.



Am Nachmittag ging es dann an den Nordstrand, dort gab es mit Mangrovenreiher und Weißaugenmöwe die nächsten beiden Lifer.





Da unser Hotel am Rande des (häßlichen) Hotelbezirks lag, sind wir am nächsten Tag zu Fuß in Richtung Birdwatching Center (IBRCE) gelaufen. Bei heftigem Gegenwind war leider kein Vogel sicht- bzw. hörbar. Am recht überschaubaren IBRCE angekommen, gab es erwartbar die nächsten Lifer: Stelzenläufer, Rosaflamingo, Teichwasserläufer und Steinschwalben.

Ansonsten war in den Gebüschen und Sträuchern recht wenig Betrieb, lediglich ein Blaukehlchen ließ sich aus knapp 3 m ausgiebig beobachten. Nach einer halben Stunde "Ansitz" konnte ich dann endlich auch die Streifenprinie photographieren.



Der nächste Tag brachte dann endlich die erwünschte Sichtung eines Smaragdspints, auch wenn nur für kurze Zeit.



Durch einen IBRCE-Guide, der ein Gruppe durch die Anlage führte, wurde ich auf 4 kreisende Steppenadler aufmerksam gemacht.



Auf dem Fußweg zurück sind wir dann in der Nähe des Nordstrandes auf diesen leider recht scheuen Graufischer gestoßen.



Steffen


Zuletzt bearbeitet: 11.02.17 18:37 von brennabor


Am letzten Tag in Eilat konnte ich endlich vernünftige Bilder von der Glanzkrähe machen, die sonst nur hoch oben in den Palmen saßen.



Da der Weg zum IBRCE nicht wirklich attraktiv ist, nahmen wir für überschaubare 30 NIS ein Taxi, wodurch wir relativ früh im Beobachtungsgebiet ankamen. Aber auch dieser Tag fiel durch eine überschaubare Anzahl von sicht- und hörbaren Vögeln auf. Nach einer dreiviertel Stunde Versteckspielen, gelang mir dann endlich dieser Schnappschuss des Moabsperlings.



Etwas außerhalb des Geländes entdeckte ich dann meine erste Samtkopfgrasmücke und kurze Zeit später einen kleinen Trupp Weidensperlinge.



Steppenadler konnte ich keine kreisen sehen, dafür diesen Adlerbussard(???).



Steffen



Als Fazit kann ich sagen, dass es natürlich nicht die optimale Beobachtungszeit in Eilat ist (eher Ende Februar/März), aber trotzdem schöne Beobachtungen möglich sind. Falls möglich, sollte unbedingt ein Spektiv mitgenommen werden, um die doch recht weit entfernten Limikolen sicher bestimmen zu können.
Und wer motorisiert ist, sollte natürlich auf jeden Fall die Wüste ringsum aufsuchen, um solch spannende Arten wie Sahara- und Kappensteinschmätzer, Chukar- und Arab. Wüstenhuhn oder Steinlerche bzw. Wüstengimpel entdecken zu können.
Eilat an sich ist ein reiner Badeort, mit der entsprechenden Infrastruktur, leider nicht wirklich schön. Zudem sind die Strände im Norden sehr klein und unmittelbar vor den Hotelburgen. Richtung Süden sind die Strände etwas attraktiver, vor allem am in der Nähe des Coral Beachs kann man recht gut ufernah schnorchelnd Fische beobachten.
Leider ist z.Z. die politische Lage in der Region wieder angespannter; so wurde Eilat 2 Tage nach unser Rückkehr mit Raketen beschossen, die zum Glück abgefangen wurden.

Steffen



Eine Anfrage habe ich noch zu folgendem Reiher, den ich in Eilat am Nordstrand photographieren konnte.





Könnte das ein Küstenreiher der hellen Morphe sein?

Steffen

P.S.: den Spornkiebitz habe ich noch unterschlagen, interssanterweise immer nur auf geschotterten Parkplätzen und Brachflächen anzutreffen





Geiler Reisebericht mit top Bildern und richtig attraktiven Arten. Weiss nicht, was ich da noch mehr schreiben soll!

Und das Wetter hat ja offenbar auch gepasst :-)

Viele Grüsse,
Harry




Sensationell!

Ehrlich gesagt habe ich die allermeisten Arten nie mit Israel in Verbindung gebracht. Wenn Du nur die Vögel gezeigt hättest - ich wäre nicht auf die Idee gekommen, wo ihr gewesen seit.
Danke für die tllen Eindrücke.
Zum Reiher: Bilder von ähnlich bunten Reihern findet man ja schon im Netz. Die sind als Küstenreiher betitelt. Inwieweit das zutrifft und ob es bei Deinem Tier einen Hybrideinfluß gibt vermag ich allerdings nicht zu sagen. Ich finde aber, der sieht schon sehr gut nach Reinrassig aus.

Beste Grüße
Holger

LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)


Tolle Bilder und tolle Arten!

Meine Vorfreude ist weiter gestiegen.

Vom 23.3.-2.4. werde ich zusammen mit mehreren Freunden intensiv Israel abbirden ;) wird sicherlich mega geil.

Den Reiher halte ich auch für einen Küstenreiher, aber für mich ist der weder hell noch dunkel, also eine intermediäre Morphe.

LG Armin

D-Liste 421 + 2 (Alpendohle, Steinadler, Haselhuhn, Weißrückenspecht)
Gartenliste 126 (Wasserralle, Knäkente)


Ganz großes Kino, Steffen! Vielen Dank!

Herzliche Grüße, Micha

Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)


Tolle Bilder von richtig attraktiven Arten!!

Danke für's Zeigen!!

Jerichonektarvogel ist echt ein Traum.

Den Greifvogel hätte ich auch als Adlerbussard bestimmt.

LG,
Matze

LL: 332 (Kiefernkreuzschnabel)
Liste-D: 299 (Kiefernkreuzschnabel)
Garten-Liste: 55 (Gelbbrauenlaubsänger, Trauerschnäpper, Wachtel)


Zuletzt bearbeitet: 12.02.17 04:25 von Roehrennase


Ich freue mich über eure positiven Reaktionen!
Und über die Bestätigung für den Küstenreiher.

Steffen

P.S.: für Nachfragen (Israel als Reiseland/ birding spots) stehe ich gern zur Verfügung

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