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Thema: Nachvollziehbarkeit hoher Ornitho-Meldungszahlen |
Hallo zusammen,
sind wir unter uns? Dann würde ich gerne mal was fragen wollen. :)
Ich selbst habe seit November 2012 einen Account bei Ornitho. Diesen pflege ich ziemlich regelmäßig. Sicherlich gab es mal einzelne etwas flauere Monate, aber im letzten Jahr war ich für meine Verhältnisse schwer aktiv, da ich relativ viel Zeit zur Verfügung hatte, und mit der habe ich dann etwas Sinnvolles angefangen.
In der Jahresbilanz kamen dann etwas mehr als 5.600 erfasste Daten zusammen, ein ornimäßig richtig geiles Jahr war das mit allerhand betriebenem Aufwand, aber es war die Mühe wert, definitiv!
Nun pirsche ich mich laangsam an den Punkt, auf den ich hinaus will. Innerhalb von Ornitho schaue ich auch immer mal ganz gerne auf die 'Aktivsten Melder'. Da finde ich dann oben in den Top Ten Leute, die so größenordnungsmäßig 10-15x höhere Meldungszahlen haben wie ich.
Ich möchte keinesfalls missverstanden werden: Ich will hier nicht neidisch an die Beine anderer Leute pinkeln, sondern es ist im Gegenteil total prima, wenn Leute in einer Lebenssituation sind, in der sie viel Zeit mit dem Birden verbringen können und wenn sie dann auch noch in einem guten Gebiet leben, kommen nun mal viele Arten zusammen.
Ins Grübeln komme ich jedoch, wenn ich mir den Aufwand vergegenwärtige, den ich im letzten Jahr betrieben habe und der mich zu der genannten Meldungszahl gebracht hat - wohlgemerkt, auch das Erfassen der Daten dauert.
Wenn ich mir dann vergegenwärtige, dass die Topleute mehrere Zehntausend Meldungen pro Jahr erfassen, dann entspricht das an jedem Tag des Kalenderjahres so 100 bis 150 Meldungen - gleichgültig, ob es stürmt, schneit oder junge Hunde regnet, ob der Kindergeburtstag vorbereitet werden muss oder ob die Bowlingfreundin aus Buxtehude zu Besuch kommt.
Heute beispielsweise ist als bisheriges Tages-Maximum der Erfassungen der aktivsten MelderInnen 521 bei Ornitho vermerkt. Eine fantastische Zahl, aber ich kann sie für mich nicht plausibel machen - zumal es wahrscheinlich auch nicht gesammelte Meldungen aus den letzten Tagen sind, denn unter dem Namen wurden auch in den letzten Tagen schon um die 200 Meldungen pro Tag erfasst.
Und: Wir haben Winter, das sollte sich schon an der Menge beobachtbarer Vögel zeigen, wenn man es schon nicht am Wetter bemerken kann. :)
Was denkt Ihr zur Plausibilität derartig hoher Meldungszahlen?
Spannend wäre es, wenn jemand von Euch selber so intensiv beobachten kann und mal aus dem Nähkästchen plaudern würde.
Im früheren Leben war ich ja mal Naturwissenschaftler, von daher geht es mir nicht um's Glauben oder Nicht-Glauben, sondern um's Verstehen.
Also: Wie geht das? :)
Schöne Grüße aus Berlin,
Steffen
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Liste 2018: 103 Einträge (Klappergrasmücke)
Life List: 264 Einträge (Fichtenkreuzschnabel)
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Schöne Frage. Ich kenne den einen oder anderen Super-Zähler persönlich. In diesen Fällen sind die Meldungen durchaus korrekt, da systembedingt. Ein Beispiel: Ich gehe zwei Stunden mit dem Hund spazieren. Dabei passiere ich mehrere Meldepunkte. Ein fauler Melder wie ich meldet nun höchstens eine Blaumeise. Aber ein fleißiger Melder meldet die Blaumeise auf jeden Meldepunkt die sicher vorhandene Blaumeise und damit summieren sich die Meldungen. So kann die Art "Blaumeise" an einem einzigen Tag zu zig Meldungen führen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Leute mindestens eine Stunde am PC sitzen und fleissig- aber korrekt- ihre Daten eingeben.
LG Marion
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Ich finde das nachvollziehbar. Wer zb einen strukturreichen Garten in ländlicher Region hat kommt doch da schon während des Frühstückseies auf mehrere Dutzend Meldungen.
Anschließend zb 8h mit Rad oder zu Fuss durch abwechslungsreiche Landschaft mit Gewässer, Wald und Wiesen ist das durchaus plausibel.
Und seit Natural List dauert die Eingabe auch keine Stunden mehr sondern ein paar Minuten.
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marionvier: Voraussetzung ist allerdings, dass die Leute mindestens eine Stunde am PC sitzen und fleissig- aber korrekt- ihre Daten eingeben.
Per Smartphone geht’s noch schneller …
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Danke erst mal für Eure Meinungen zum Thema!
Jo, das Argument 'Faulheit' kenne ich vom Gülper See. Dort gibt es einen summarischen Erfassungspunkt, für den trage ich ein. Ich könnte jedoch z.B. 'Krickente' auch an mehreren Punkten erfassen - immer vorausgesetzt, ich habe das jeweilige Planquadrat auch betreten oder zumindest mit der Fernoptik inspiziert.
Eines ist auch klar - wenn ich in einem Topgebiet wohne und dort nicht erst hinfahren muss, dann sind hohe Beobachtungszahlen leichter möglich (das Bild mit dem Frühstücksei bringt es schön auf den Punkt).
Zu NaturaList kann ich mangels Smartphone nichts sagen. Das Erfassen am PC geht so lala, aber ich erinnere mich an meinen Herbstaufenthalt auf Helgoland, da war das WLAN so lahm, dass ich jeden Datenpunkt schneller zu Fuß zum Server hätte tragen können.
Mir geht es ein bissel um die Größenordnung - wenn Leute das drei- oder vierkommasechsfache meiner Beobachtungszahlen haben, kein Thema.
Aber 'Monsterzahlen' wundern mich. Als ich die immer noch stehende heutige Höchstzahl von 521 Meldungen gesehen habe, war ich geneigt, zu sagen: Das geht doch schon physikalisch gar nicht. An einem 7. Januar mehr als das Dreifache des Zweitplazierten? Das ist, als wenn bei einem olympischen 800m-Finale der Sieger die übrigen Finalisten (die ja auch Topathleten sind!) mal locker überrundet. :)
Ciao und Euch eine schöne Woche,
Steffen
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Ich könnte mir vorstellen, dass viele der Melder die Listenfunktion nutzen. In diesem Fall ist es von ornitho extra gewollt, dass man jeden Vogel meldet, den man beobachtet.
Und sofern man jede Amsel und jede Meise meldet und sich dann die Mühe macht dies alles einzugeben kommen natürlich riesige Datensätze zusammen.
Und diese sind dann auch die wertvollsten Daten, da eben nicht nur vereinzelte "Besonderheiten" gemeldet werden.
Auch wenn es der Aufwand sicher wert ist, ich hätte dazu nicht die nötige Zeit.
Andere Frage: Wie kommst du auf die Höchstmeldung von 521?? Kann man das irgendwo einsehen?
Grüße
Markus
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Hallo Markus,
wenn Du auf der Ornitho-Startseite nach unten scrollst, findest Du in der linken Spalte den Punkt 'Statistiken' (über 'Vogelmonitoring').
Dort klicken, dann auf 'Statistik der Melder' klicken und das dann nochmal bei 'Aktivste Melder'.
Gelistet findet man dort für's laufende Jahr bzw. den Gesamtzeitraum
> die beiden nächstplatzierten über einem selbst > den nächstplatzierten hinter sich mit der jeweiligen Zahl der Meldungen.
Ornitho scheint einen kleinen Bug zu haben, weil manchmal nach einem mir nicht klaren Muster anstatt der Liste des laufenden Jahres diejenige des aktuellen Tages gezeigt wird.
Ich weiß halt, dass ich heute 8 Werte eingegeben habe, und diese Zahl steht dort auch anstatt der 112 Werte des laufenden Jahres. Das kommt und geht. :)
Gruß,
Steffen
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Das mit dem Smartphone kann ich allerdings bestätigen. Ich kenne da einige Spezialisten, die nach mir ins Hide kommen, und wenn ich fünf Minuten später rausgehe und aufs Smartphone schaue, um meine Viecher einzugeben, dann sind die schon alle drin... und zwar eingegeben von dem Typen, der gerade erst aufgetitscht war (kölsch).
Liebe Grüße,
Micha
Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)
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Reagiert ornitho bei euch z.Z. auch so quälend langsam? Gerade wurde ich auch noch rausgeschmissen …
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Jo, das hatte ich heute zeitweise auch bemerkt.
Vermutlich hängt das mit der Stunde der Wintervögel zusammen. Ich schätze, dass heute viele Leute Daten erfassen, die das sonst nicht machen, und damit wird der Ornitho-Server wahrscheinlich in die Nähe seiner Grenzen gebracht.
Schöne Grüße,
Steffen
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Ich will mal aus dem Nähkästchen plaudern ;-)
Ich habe 102396 Beobachtungen gesamt (Listenplatz 19, darauf lege ich aber keinen Wert), voriges Jahr waren es etwas mehr als 19000, aktuell dieses Jahr bisher 356.
Ich bin jeden Morgen (Beginn vor Sonnenaufgang) ca. 2 Stunden unterwegs, bis Sommer diesen Jahres immer mit Hund (an Leine, der war auch Orni und mit ihm kam ich manchmal näher an die Vögel als jetzt ohne). Bei dieser Morgenrunde, vor Beginn des Tagwerkes, fertige ich in meinem Stammgebiet eine Beobachtungsliste an, erfasse also alle festgestellten Arten. Jetzt sind es meist so um die 30 bis 35 und in der Hochsaison so 40 bis 60. Das Eingeben einer Liste ist bei Routine eine Sache von maximal 10 min. mit Kontrolle und eventueller Korrektur. Die eine oder andere Beobachtung noch im Laufe des Tages gemacht oder eine Radtour, Seen abklappern am Wochenende, dann kommt man schnell auf 70 oder mehr Beobachtungen. Es gibt natürlich auch (wenige) Ausfalltage. Außerdem habe ich für mein Stammgebiet auch einige interessante alte Beobachtungen ab den 70iger Jahren eingegeben, z. B. Turteltauben, Rebhühner.
Man muss kein Vollzeitorni für solche Beobachtungszahlen sein. Ich vermute aber bei den "Spitzenleuten" schon, die haben ja gut das doppelte von meiner Beobachtungszahl. Alerdings reichen in einer guten Ornigegend sicher auch 3 bis 4 Stunden am Tag.
Gruß Bodo
Zuletzt bearbeitet: 08.01.18 06:23 von Bodo
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Bourkinist:
Heute beispielsweise ist als bisheriges Tages-Maximum der Erfassungen der aktivsten MelderInnen 521 bei Ornitho vermerkt. Eine fantastische Zahl, aber ich kann sie für mich nicht plausibel machen - zumal es wahrscheinlich auch nicht gesammelte Meldungen aus den letzten Tagen sind, denn unter dem Namen wurden auch in den letzten Tagen schon um die 200 Meldungen pro Tag erfasst.
plausibel, wenn der Melder z. B. den Winter nutzt um alte Beobachtungstagebücher auf ornitho zu übertragen.
Gruß Bodo
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Ein interessantes Thema.
Natürlich bin ich auch bei Ornitho, trage aber nur ein, was wirklich bemerkenswert ist. Das sind dann fast schon Fälle für die lokalen Seltenheitenausschüsse. Demzufolge komme ich nichtmal auf 10 Einträge pro Monat und kann deshalb Ornitho nicht vollumfänglich nutzen.
Das kann man sicher kritisieren, aber täglich irgendwelche Allerweltsarten einzutragen, dazu habe ich weder Zeit noch Lust, höchstens bei Ankunftsdaten im Frühjahr.
Ich weiß aber, dass es Leute gibt, für die Ornitho fast schon ihr Lebensinhalt ist. Deshalb verwundern mich die Topzahlen nicht. Und wenn es ein Ranking gibt, dann gibt es auch "schwanzvergleichenden Wettbewerb".
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Prima, dass sich inzwischen z.B. mit Bodo und dem Ostseevogel zwei ganz unterschiedliche Typen von Ornitho-UserInnen hier eingebracht haben.
Oki, immerhin kann ich jetzt die Umstände, die zu hohen Meldungszahlen führen, besser nachvollziehen.
Zugegebenermaßen habe ich gar nicht an die Eingabe von alten Beobachtungslisten gedacht - diese können natürlich temporär zu ganz enormen Meldungszahlen führen, und dafür die dunklen Winterstunden zu nutzen macht Sinn.
Nun gibt es sicher mindestens 37 verschiedene Motivationen dafür, Vogelbeobachtungsdaten zu erfassen. Eine davon hat der Ostseevogel genannt (ich umschreib's mal dezent mit 'optimalerweise öffentlich besser auszusehen als andere...').
Das mag bescheuert, banal und/oder psychologisch nachvollziehbar sein (zumal Wettbewerb doch gesellschaftlich positiv besetzt ist, oder habe ich da was missverstanden?), aber letztlich dient es einem guten Zweck, und dieser heiligt ja bekanntlich die Mittel. ;)
Bei mir selber spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Einer davon ist, dass ich gerne sehen möchte, was ich mit relativ begrenzten Ressourcen schaffen kann ('die Grenzen austesten') - insofern ist es bei mir ein bissel ein Wettbewerb mit mir selbst. :)
Wenn ich etwas geschafft habe, von dem ich dann sage: Boah!, dann freue ich mich, schaffe ich es nicht, dann gräme ich mich nicht besonders.
Ich versuche auch immer, alles zu erfassen, was ich um mich herum bemerke, ungeachtet dessen, ob es der erste Jahreslifer oder die 2000ste Kohlmeise ist (manchmal mache ich aber auch fiese Kompromisse, so bin ich z.B. kein fleißiger Zähler, sondern begnüge mich häufig mit 'nicht gezählt').
Mir ist es wichtig, auf die Welt um mich herum zu achten, und das Wahrnehmen von Vögeln trainiert ungemein. Zudem fasse ich den Zustand der Vogelwelt als guten Indikator für den allgemeinen Zustand unserer Umwelt auf.
Aber bevor ich nun völlig abgehoben daher schwadroniere, möchte ich eines noch mal grundsätzlich heraus stellen: Vögel sind absolut prima, und allein deshalb kann oder besser: sollte man sich schon mit ihnen beschäftigen. :)
Ciao,
Steffen
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Nutzt eigentlich jemand von euch diese Naturalist app? Ich hatte die auch mal installiert, bin aber daran gescheitert mich mit meinen Ornitho Daten einzuloggen. Es kam immer nur der Hinweis Passwort falsch. Hab sie dann wieder gelöscht.
VG Martin
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