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Thema: Elsterbrut im Winter?


Heute Morgen machte ich in unserem Kreuzberger Innenhof eine interessante Beobachtung: Eine Elster flog immer wieder laut krakelend auf ein Eichhörnchen los, das in den Ästen einer Douglasie das dort befindliche Elsternest inspizierte.

Ich weiß, dass es hier ein ortsansässiges Paar gibt, der Neststandort war mir allerdings bisher nicht bekannt. Das Nest selbst ist oben geschlossen, wirkt also intakt.

Nun frage ich mich, ob aus diesem Verhalten bereits auf eine aktuelle Brut geschlossen werden kann. - Wahrscheinlich nicht. Möglicherweise reicht schon die Anwesenheit des Eichhörnchens in "Wohnzimmernähe" aus, um dieses Abwehrverhalten hervorzurufen. Aber sicher bin ich mir nicht, da ja immer wieder von frühen Bruten bei Stadtvögeln berichtet wird.

Sind Winterbruten von Elstern bekannt?

Ich werde die Situation weiter beobachten.

Herzliche Grüße

Annette



Hallo Annette,

da sich niemand anders zu Wort meldet.
Deine Elstern werden nur einfach hassen. Das sieht man jetzt sehr häufig bei den Rabenvögeln. Ob Krähe auf Sperber, Rabe auf Adler oder wie bei dir Elster auf Hörnchen.
Hat mit Brutgeschäft nichts zu tun. Vielleicht üben sie ja fürs Frühjahr :-)

Es grüßt Bengt.



da sich niemand anders zu Wort meldet.
Ich will auch noch :) Bei mir und in der Nachbarschaft sind mindestens 3 Elsternpaare, und die meckern täglich immer irgend jemanden an. Sei es Katze, Sperber, Turmfalke oder MäBu, sie verteidigen auch im Winter ihr Revier .
Da würde ich auch nicht von einer Brut ausgehen !

Liebe Grüße

Richard



Ich beobachte dieses Verhalten besonders dann häufig, wenn andere Rabenvögel (gleiche und andere Arten) in der Nähe sind. Ist ja wie bei uns Menschen: Imponiergehabe ist um so spaßiger und zweckerfüllender, je mehr Leute in der Nähe sind ;-)


Zuletzt bearbeitet: 06.12.13 21:30 von Silbermoewe


Ja, ihr habt wohl recht. Die Elster war allerdings allein auf weiter Flur (Hof). Eine Pear-Group war nicht in der Nähe. Irritiert hatte mich, dass das Eichhörnchen gezielt das Nest aufgesucht hat. Aber wahrscheinlich durchsuchen die ständig Nester, auch wenn nichts drinliegt.

lg Annette



hallo Annette!

das kompendium der vögel mitteleuropas gibt als früheste "beginne" (steht da so) die letzte märzdekade an, als späteste beginne mitte juli. damit wären jetzt brütende elstern ziemlich aus der zeit. nester werden ab januar gebaut, den standort kann man ja jetzt schonmal verteidigen.

ich bin froh, dass es so ist. vorgestern hat sich ein junge um ein xavergeschütteltes elsternest in einem charlottenburger innenhof sorgen gemacht. ich habe ihn beruhigt, dass da jetzt auf gar keinen fall gebrütet wird, ohne es aber definitiv zu wissen (raben(vögel) sind ja recht früh dran und in städten sind die "beginne" nochmal früher). meine behauptung habe ich jetzt wenigstens nachträglich abgesichert ;-)

lg, ¥



ychri:
kompendium der vögel mitteleuropas (…)
nester werden ab januar gebaut

Hallo Yvonne,

wichtig finde ich hier auch diesen Satz: „Alte Nester in Siedlungs- und offenen Kulturlandbiotopen [seltsam – warum nur hier?] nicht selten wiederbezogen und nur ausgebessert“.

Rabenvögel gehören ja zu den nicht gerade zahlreichen Singvogelarten, die ihr Nest nicht immer wieder neu bauen. Bei Raben spricht man ja manchmal sogar von einem „Horst“ :-)

Herzliche Grüße – Martin M.



joa, ich gebe zu, das das etwas verkürzt dargestellt zu haben, weil es mir nur um den brutbeginn ging...

vielleicht wurde es in anderen habitaten bisher nur nicht beobachtet ;-)
in welchen habitaten siedelt die elster eigentlich noch außer in siedlungs- und offenen kulturlandbiotopen?

lg, ¥



ychri:
in welchen habitaten siedelt die elster eigentlich noch außer in siedlungs- und offenen kulturlandbiotopen?

Steht doch auch im Kompendium 8-)



jaa, aber ich habs grad nicht.
aber wikipedia listet eigentlich auch keine anderen lebensräume auf (außer sümpfen), finde ich, höchstens für unterarten.

gute nacht, ¥



Hallo Yvonne,

in den "Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands" steht: "Lichte Auwälder, halboffene, parkartige Landschaften bis zu offenen Landschaften mit einzelnen Gehölzen" - wobei gleich darauf eingeschränkt wird, dass die Elster in Deutschland heute bevorzugt in Siedlungen brütet und nur noch selten "in reich strukturierten Agrarlandschaften".

Ich bin auf die Idee der Winterbrut u.a. auch darauf gekommen, weil ich grad einen Artikel über eine sehr frühe (erfolgreiche) Ringeltaubenbrut in Berlin gelesen hatte (im aktuellen BOA-Bericht). Die Eiablage war im Januar. Scheint also zu gehen. Wobei bei Ringeltauben beide Partner brüten, sodass immer einer auch bei Minusgraden auf den Eiern hocken kann, während der andere Partner frisst.

Herzliche Grüße

Annette



Annette:
Irritiert hatte mich, dass das Eichhörnchen gezielt das Nest aufgesucht hat. Aber wahrscheinlich durchsuchen die ständig Nester, auch wenn nichts drinliegt.

lg Annette


Vielleicht wollte es ja das Elster-Nest als Grundlage für seinen Kobel nutzen. Ich weiß nicht, ob Eichhörnchen das machen, wundern würde es mich aber nicht.

Dann wäre es auch kein Wunder, wenn die Elster das Eichhörnchen verjagt - wer hat schon Lust auf Eichhörnchen, die sich im zukünftigen Kinderbett breit machen ;-)

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