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Thema: gelbe blume, blaue blume, weiße blume


schön, dass ich diesen passenden thread wiedergefunden habe. :)
leider sind die alten bilder ja nicht mehr verfügbar, vermutlich, weil ich irgendwann mal meinen photobucket-account aufgeräumt habe. aber egal, es geht ja jetzt um andere blumen, die auf einer mittelinsel einer stark befahrenen berliner straße blühen (nonnendammallee).

die erste interessiert mich besonders. sie hat so einen merkwürdigen effekt auf die umgebung, wenn sie irgendwo in größerer anzahl wächst. dann ist alles so liniert. auf dem bild ist das ein bisschen zu sehen. ob ihr wohl wisst, was ich meine...? ich kann mich noch erinnern, dass ich diese pflanze irgendwo in süddeutschland, vermutlich bayern, beim wandern das erste mal gesehen habe und gleich begeistert von dieser seltsamen auswirkung auf meine wahrnehmung war. welche art ist das?

hier die bilder:








in ihrer gesellschaft wuchsen außer sauerampfer noch die beiden folgenden arten:

ist die nicht hübsch??




nach dieser gelben habe ich irgendwann schonmal gefragt, glaube ich. ist es hornklee?



könnt ihr mir die namen verraten?

lg, ¥


Zuletzt bearbeitet: 04.07.13 20:00 von ychri


Hallo Yvonne,

Meine Einschätzung:

1. Wiesen-Salbei - Salvia pratensis
2. Gewöhnliche Graukresse - Berteroa incana
3. Sichelklee - Medicago falcata

LG
Cedric



Zuletzt bearbeitet: 04.07.13 21:07 von Cedric_Kleinert


Cedric_Kleinert:

...
1. Wiesen-Salbei - Salvia pratensis
...


Aufgrund der violetten Kelche und der großen violetten Deckblätter (vor allem diese wären bei S. pratensis klein und grün) handelt es sich um den Steppen-Salbei (Salvia nemorosa).

Schönen Gruß

Peter



Für den Wiesen-Salbei wäre es jetzt auch etwas spät …



vielen dank!

das ist witzig - ich habe bei der lilablauen gedacht "die oberfläche der blätter sieht aus wie bei salbei"... kannte ich bisher aber nur als zutat beim kochen. die art, die ich dort verwendet habe, hat rundere, kürzere blätter. kann man steppensalbei auch essen (wenn er nicht an der nonnendammallee geerntet wird)?

okee, kein hornklee. ich habe mal beide arten verglichen und frage mich, wie ihr die unterscheidet, wenn es noch keine frucht gibt... "an der spitze gesägte blätter mit stachelspitze" (wikip.)? seht ihr das bei dem blatt in der mitte? oder müssten andernfalls 5 blätter zu sehen sein?

lg, ¥



der wikipedia-artikel über steppen-salbei erfordert bei mir ständiges klicken auf blaue wörter :D bei einigen wörtern fehlt sogar die blaue farbe (knäuel-tragblätter, scheinquirle, kalkhold (was für ein interessantes wort)...)!

wikip:
Er ist ein Pfahlwurzel-Pleiokorm. Die Stängel sind oberwärts drüsenlos flaumig behaart, es gibt aber sitzende Drüsen. Gleiches gilt für die Knäuel-Tragblätter und den Kelch. Der Hain-Salbei bildet eine Halbrosette oder ist rosettenlos. Die Grundblätter sind zur Zeit der Blüte verdorrt. Die Knäuel-Tragblätter sind meistens purpurn überlaufen. Die Laubblätter sind graugrün.

Die Scheinquirle sind 2- bis 12blütig. Die Krone ist lilablau und 10 bis 15 (selten nur 8) mm lang. Die Staubblätter besitzen einen Hebelmechanismus. Als Blütezeit wird für Deutschland Juni und Juli, für Österreich Juni bis September (Oktober) angegeben.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.

Verbreitung und Standorte

Der Hain-Salbei kommt in Europa und Westasien vor. Er hat eine submeridionale-südtemperate Verbreitung mit den Kontinentalitätsstufen c3 bis c8 (von 10). Als Neophyt kommt er auch in den meridional-temperaten Gebieten Nordamerikas vor.

In Österreich ist der Hain-Salbei im pannonischen Gebiet (Burgenland, Wien, Niederösterreich) heimisch und kommt hier häufig vor, im übrigen Gebiet (Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol) kommt er unbeständig und verschleppt vor. Er wächst auf leicht ruderal beeinflussten Halbtrockenrasen, an Wegen und Böschungen. Er ist kalkhold und kommt häufig über Löss vor. Er ist auf die colline Höhenstufe beschränkt.

In Deutschland fehlt er nur in Schleswig-Holstein, in den übrigen Bundesländern kommt er selten bis zerstreut vor.


aus dem letzten satz schließe ich, dass er auf der verkehrsinsel angesät wurde? ist davon auszugehen oder könnte es auch eines der zerstreuten eigenmächtigen vorkommen sein? muss mir vielleicht doch mal den berliner florenatlas zulegen.
was für ein sekret kommt eigentlich aus diesen pflanzendrüsen raus?

lg, ¥


Zuletzt bearbeitet: 05.07.13 09:02 von ychri


Liebe Yvonne,

im Mauerpark in Mitte habe ich gestern auch eine große Ansammlung von Steppensalbei festgestellt. Scheint also auch in Berlin ( und nicht nur in Spandau ) verbreitet zu sein. Ich habe nach Zerreiben eines Blattes übrigens kein besonderes Aroma riechen können.

Beste Grüße
Martin F.



ychri:
bei einigen wörtern fehlt sogar die blaue farbe (knäuel-tragblätter, scheinquirle,

Hi Yvonne,

die „Knäuel-Tragblätter“ kannte ich auch noch nicht, aber Scheinquirl bedeutet, dass die Blüten bzw. Blätter nur scheinbar quirlig stehen, tatsächlich aber jeweils zu mehreren an zwei gegenüberliegenden kurzen Stengeln (quirlig heißt, dass mehrere Blüten/Blätter auf genau gleicher Höhe um den Trieb herum angeordnet sind – wie z.B. die Blätter beim Waldmeister).

kalkhold (was für ein interessantes wort)...!

Die Wörter mit …hold meinen (m.W.), dass die Pflanze das, was vorne dran steht, gerne mag, aber nicht unbedingt braucht.

Herzliche Grüße
Martin M.



ychri:
kann man steppensalbei auch essen (wenn er nicht an der nonnendammallee geerntet wird)?

Essen schon – aber er hat kein ausgeprägtes Aroma, soweit ich weiß (wie übrigens auch der Wiesen-Salbei).

okee, kein hornklee. ich habe mal beide arten verglichen und frage mich, wie ihr die unterscheidet, wenn es noch keine frucht gibt...

Beim Hornklee sehen die Blätter ganz anders aus, die „Teilblättchen“ sind viel breiter. Auch die Blütenstände sehen anders aus, das ist aber schwer zu beschreiben (bei den Vögeln gibt es dafür den Begriff „jizz“ :-)). Meistens sind jedoch z.B. die Blüten außen rötlich.

Herzliche Grüße
Martin M.

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