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Thema: Mein Israeltrip |
Hallo zusammen,
vom 23.03.-02.04.2017 war ich mit mehreren Freunden in Israel unterwegs und hatte quasi meine erste richtige Birdingreise außerhalb von Deutschland. Es war genial!
Unser Hotel lag in Eilat ganz im Süden und meist beobachteten wir in der weiteren Umgebung von Eilat.
Insgesamt hat unsere Gruppe 213 Arten beobachten können (ich persönlich habe davon 209 gesehen).
Alle unsere Zielarten haben geklappt und so komme ich auf 65 Lifer!
Israel bietet die perfekte Mischung aus vielen spannenden und neuen Vogelarten, dazu immer wieder viele altbekannte Gesichter und natürlich einen Vogelzug, den man erlebt haben muss!
Vorweg schon mal eine klare Reiseempfehlung! Ich werde sicher nicht zum letzten Mal dort gewesen sein.
Jetzt folgen erstmal Rückblicke auf die einzelnen Tage und später dann auch irgendwann noch viele Bilder (aber erst müsst ihr den Text lesen ;)
Hier aber schon mal ein Vorgeschmack

und ein Bild, was eigentlich für sich selbst spricht:
Vögel kennen (brauchen) keine Grenze...

Wüstengrasmücke in einem Stacheldrahtzaun an einem Minenfeld, das sich entlang der jordanischen Grenze zieht.
LG Armin
D-Liste 421 + 2 (Alpendohle, Steinadler, Haselhuhn, Weißrückenspecht)
Gartenliste 126 (Wasserralle, Knäkente)
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Hannover96Birder:
und ein Bild, was eigentlich für sich selbst spricht:
Vögel kennen (brauchen) keine Grenze...
Das hast du sehr schön auf den Punkt gebracht!
Und ich freue mich auf mehr aus Israel...
Liebe Grüße, Micha
Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)
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Den Text habe ich gelesen... das war ja auch nicht soooo viel! Für mich als Grundschullehrer reicht die Text völlig aus!
Jörg
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Einiges haben wir in der Whatsapp Gruppe ja schon fast Life miterlebt, trotzdem freue ich mich auf eine Nachlese, und den Bericht, und vor allem den Bildern wo für die meisten von uns sicher spannende Arten dabei sein werden.
Achja .... Du wolltest ja texten :-D
Liebe Grüße
Richard
Jahresliste 2018 (Deutschland): 148 (Fischadler)
Foraner/innen : 59 (Josefine)
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Wow Armin, das wäre für mich auch eine Traumreise! Ich bin gespannt, was Du noch mitbringst. Herzliche Grüße aus Dortmund, Raimund
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Hamburg_Joerg: Den Text habe ich gelesen... das war ja auch nicht soooo viel! Für mich als Grundschullehrer reicht die Text völlig aus!
Jörg
Gleich kommt mehr :D
Dank eines Feuerwehreinsatzes ging mein fast abschickbereiter Bericht der ersten zwei Tage verloren und ich darf neu anfangen :D
LG Armin
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23.03.2017 Nachmittags kamen wir in Tel Aviv an und machten uns auf den Weg Richtung Eilat. Wir hatten nur noch wenig Licht, ich konnte aus dem fahrenden Auto aber dennoch Gelbsteißbülbül, Fahlsegler, Spornkiebitz und Hirtenmaina lifern. Ein erster Vorgeschmack.
24.03. Der erste volle Birdingtag begann. Es ging im ersten Licht in einen knapp außerhalb von Eilat gelegenen Park, dem sogenannten Holland-Park. Ich weiß nicht, ob es an dem Namen lag, aber in dem Park konnte man super Vögel beobachten ;)
Die Büsche waren voller Leben! Extrem viele Klappergrasmücken -insgesamt sicher über 500-, über 150 Maskengrasmücken, mehrere Nachtigallengrasmücken, einige Weißbart- und eine Samtkopfgrasmücke, dazu überall Balkanlaubsänger, Bülbüls, 8 Grauortolane, 5 Arabische Wüstenhühner, einige Jerichonektarvögel, 10 Graudrosslinge, 5 Maskenwürger, einige ziehende Rötelschwalben sowie Fahlsegler, 5 Steppenadler, 1 Zwergadler...dazu Schwarzschwänze, Palmtauben, Glanzkrähen, erste ziehende Steppenbussarde...um es zusammenzufassen: pure Reizüberflutung :D
Weiter ging es in die Eilat Mountains in der Hoffnung auf stärkeren Greifvogelzug. Leider war kaum etwas unterwegs, Highlight waren jedoch zwei Saaharasteinschmätzer.
Nun ging es ins Uvda Valley. Dort machten wir uns auf die Suche nach der Wüstenläuferlerche und dank der Hilfe eines Freundes, haben wir die Stelle auch gefunden und konnten uns an zwei teils balzenden Wüstenläuferlerchen erfreuen. Hammer! Eine absolute Wunschart von mir. Zeitgleich ließen sich auch 2 Saharaohrenlerchen blicken, teils in einem Spektivbild mit der Wüstenläuferlerche :D
Steinlerche und Sandlerche fanden sich ebenfalls vor Ort und Steinschwalben flogen umher, dazu mehrere Rotkehlpieper, 1 Spornpieper, 2 Wüstensteinschmätzer, 1 Balkansteinschmätzer.
Dann sah ich bei einem Fernglasschwenk für kurze Zeit zwei landende Vögel, die ich für Flughühner hielt. Es waren Tropfenflughühner :)
Weiter ging es in ein großes Wüstengebiet (KM 82), in dem zuletzt noch einige Knackerlerchen beobachtet werden konnte. Auf dem Weg hielten wir kurz an einem kleinen Cafe bei Shizzafon und schauten uns einen Tienshan-Laubsänger an.
Des Weiteren machten wir einen Zwischenstopp im Wadi Yahel, um dort nach Zederngirlitzen zu suchen, die an den Vortagen noch dort anwesend waren. Tatsächlich hatten wir zwei rufende Individuen :)
Bei KM82 gab es mehrere Gartenrotschwänze der Unterart samamisicus, einen Blassspötter, Wüstenprinien, über 100 Kurzzehenlerchen unter denen wir eine Bergkalanderlerche entdecken konnten :)
Insgesamt war das ein mega geiler erster Tag, den ich in einem Kurzbericht gar nicht gebührend beschreiben kann und mich hier auf die spannendsten Arten beschränken musste.
25.03. An diesem Tag begannen wir auf dem Gelände des Birding Centers von Eilat. Viele Reiher aus diversen Arten, Sichler, viele Limikolen, aber auch viele Singvögel wie Schilfrohrsänger, Beutelmeisen etc waren im Gebiet unterwegs. Mit Graufischer und Smaragdspint gab es große Highlights.
Wieder ging es in die Eilat Mountains und bereits aus dem Auto war klar, dass dies ein geiler Zugtag wird.
Insgesamt gab es in knapp 2h über 30000 (für mich eher sogar über 40000) Steppenbussarde, 200+ Schwarzstörche, 4 Adlerbussarde, 40 Schlangenadler, 10 Schreiadler, 2 Schelladler, 2 Kaiseradler, 200 Steppenadler, 20 Zwergadler, 3 Schmutzgeier, 6 Steppenweihen, über 100 Schwarzmilane und weitere Greifvogelarten.
Diesen Greifvogelzug kann man eigentlich nicht in Worte fassen, man muss es erleben und genießen!
Oft kamen Trupps von 300 und mehr Bussarden, die in einer Thermiksäule kreisten und meist sah man von diesen Säulen mehr als 5....einfach unfassbar.
Dann kamen plötzlich noch 45 Saharaohrenlerchen an, die neben uns auf der Straße landeten und dann weiter zogen.
Nachdem der Zug merklich abebbte ging es auf die Jagd nach dem Rußheckensänger bei En Avrona. Zwischendurch machten wir noch einen Halt um eine Wüstenammer zu beobachten.
An der Rußheckensängerstelle angekommen, mussten wir leider feststellen, dass dort einige Leute direkt an den Bäumen standen, wo der Vogel dann und wann auftauchen sollte, wir hatten jedoch gehört, dass man im Auto warten muss, da er sonst nicht kommt...also erstmal 1h gewartet und nichts passierte, außer das meine rechte Körperhälfte von Medium in durchgebraten wechselte :D
Dann kamen weitere Beobachter von der jordanischen Grenze etwa 1km entfernt zurück, die dort gerade eben eine Wüstengrasmücke entdeckt hatten, die wir uns natürlich nicht nehmen ließen und die ihr schon aus dem Anfangspost kennt.
Nach einigem erneuten Warten, zeigte sich dann auch kurz der Rußheckensänger. Insgesamt gab es in dem Bereich noch zwei Blassspötter, einen rufenden Wüstengimpel, mehrere Smaragdspinte, die üblichen Grasmücken -inbesondere Klappergrasmücke- die an jedem Tag in nahezu jedem Busch rasteten.
Wir ließen den Abend in den Feldern um Yotvata ausklingen. Überall jagten und zogen Steppenweihen durch, Highlight waren jedoch über 150 Weißflügelgimpel.
In einem Getreidefeld waren über 1000 Maskenschafstelzen, dazu weitere Schafstelzenunterarten, daneben viele Rotkehlpieper, Bergpieper der Unterart coutellii und eine männliche Zitronenstelze.
Ein ebenfalls unvergesslicher Tag.
Wunderbar an diesem Aufenthalt war, dass man die Rufe von Fahlsegler und Rötelschwalbe super lernen konnte und diese wirklich auffallen. Genaauso ist es beim Rotkehlpieper, den man ja recht regelmäßig zu den Zugzeiten in Deutschland beobachten kann, wenn man die Rufe kennt. Gab es bisher immer mal wieder ziehende Pieper, die nur einmal riefen und ich sie daher unbestimmt gelassen habe, glaube ich nun, dass ich nie wieder bei einem Rotkehlpieperruf zögern muss ;)
LG Armin
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26.03. Wieder ging es im ersten Licht in den Holland Park. Deutlich weniger Kleinvögel als zwei Tage zuvor, die Artenpalette blieb nahezu gleich, jedoch in geringer Häufigkeit.
Einige rastende Wachteln waren über Nacht eingefallen.
Nun ging es an den North Beach von Eilat. Dort gab es zwei Küstenreiher, ein Rallenreiher, zwei Graufischer, zwei Wüstenregenpfeifer und viele Dünnschnabelmöwen unter denen sich eine Lachmöwe versteckte.
Dann ging es wieder nach Yotvata und weiterhin waren dort viele Weißflügelgimpel, immer mal wieder durchziehende Greife etc.
Anschließend fuhren wir an mehrere größere Teiche bei KM 20, an denen wir diverse Limikolenarten super aus kurzer Distanz aus dem Auto beobachten konnten, darunter auch zwei Sumpfläufer und mind. 50 Teichwasserläufer, dazu eine Weißbart-Seeschwalbe. Ein tolles Gebiet!
Abends wurde nochmal der Strand kontrolliert, um die Weißaugenmöwen zu beobachten. Insgesamt konnten wir 9 Individuen zählen, dazu eine K2 Fischmöwe.
27.03 Wieder begannen wir im ersten Licht im Holland Park. Da sich die Arten weitestgehend wiederholen, überspringe ich den Teil ;)
Es ging ins Wadi En Netafim, wo Einödgimpel zu beobachten sein sollen, die dort an eine Tränke kommen.
Wir hatten keinen Erfolg, hatten dafür aber super Beobachtungen von zwei Kappensteinschmätzern, von denen das Männchen vor uns Singflüge vollführte, die aussehen, als würde ein Schmetterling geflogen kommen.
20 Wüstengimpel waren ebenfalls unterwegs und die Landschaft war einfach gigantisch.
Wieder wurden die Felder um Yotvata kontrolliert und wir konnten zwei Kaptäubchen entdecken, dazu 12 Rötelfalken, deren Zug sich nun langsam steigerte.
Am Abend fuhren wir eine Stelle an, an der Wellenflughühner zum Trinken kommen sollen. Dort zeigten sich wieder verschiedene Limikolen, eine Zitronenstelze (Weibchen), verschiedene Schafstelzenunterarten etc.
Dann kam ein jagender Wüstenfalke vorbei und 10min später landeten tatsächlich 5 Wellenflughühner bei fast kompletter Dunkelheit und verschwanden nach kurzer Zeit wieder. Super :)
28.03. Morgens ging es zu KM 82 in die Wüste. Leider zeigten sich wieder keine Knackerlerchen, aber ein Sonnenaufgang in der Wüste ist genial :)
Endlich klappte jedoch die Schuppengrasmücke, bei der wir gefühlt die letzten der aktuell anwesenden Birder waren, denen sie noch fehlte :D
Ein schönes Bild lieferte ein Fischadler, der in einem abgestorbenen Baum die ersten Sonnenstrahlen genoss und bald seinen Zug fortsetzte.
Der Oberhammer waren jedoch über 10000 Weißstörche, die sich in einigen Km Entfernung in die Höhe schraubten! Wie ein Mückenschwarm sah es aus...mega
In Yotvata stiegen weiterhin die Rötelfalkenzahlen und wir hatten binnen kurzer Zeit über 70 dz. Bereits an den Vortagen wurde unregelmäßig eine Kleine Feldlerche gesehen, die sich uns jedoch bisher nicht zeigte. Dann lief ich mit einem Kumpel entlang einer spärlich bewachsenen Fläche am Rande eines Getreidefeldes und sie flog direkt vor uns auf und landete 5m von uns entfernt! Sofort zogen wir uns zurück und verständigten unsere Mitstreiter, jedoch haute der Vogel nach 1-2 Minuten von alleine ab.
Frühmorgens hatte ich bei KM 82 noch den Verdacht auf eine rufende Kleine Feldlerche, konnte aber leider nichts sehen, daher war ich sehr zufrieden, sie später perfekt beobachten zu können.
Wir kontrollierten anschließend die üblichen Flächen und abends besuchten wir neben dem North Beach auch noch den South Beach an dem wir einen Mangrovenreiher beobachten konnten
LG Armin
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29.03. Wir starteten bereits 2,5h vor Sonnenaufgang, um nach Nizzana zu fahren. Dort in den umliegenden Wüsten gibt es allerhand Leckerbissen.
Bei beginnender Dmmerung kamen wir an einem alten Bahnwagon an, der als Aussichtspunkt diente. Von hier konnten wir eine meiner größten Zielarten für die Tour beobachten: Steppenkragentrappen! Leider für Fotos zu weit weg, aber im Spektiv toll zu beobachten. Wir konnten 5 Individuen entdecken, die teilweise auch balzten.
Auf der anderen Straßenseite waren einige Rennvögel unterwegs, dazu riefen Triele und Chukarhühner waren präsent. Was für ein Start!
Einige Dorkasgazellen waren ebenfalls unterwegs.
Weiter ging es an ein nahegelegenes Teichgebiet, das von allen 4 tagsübertrinkenden Flughuhnarten besucht werden sollte.
Über 100 Sandflughühner kamen nach und nach zum Trinken, von den anderen Arten fehlte leider jede Spur (am nächsten Tag wurden sie aber wieder gesehen).
Wir trafen das Big Year WP Team vor Ort und gaben Ihnen noch Tipps für Kappensteinschmätzer.
Unweit der Wasserstelle kreisten dann über 1000 Weißstörche und ein recht früher männlicher Kurzfangsperber zog durch.
Es ging weiter nach Midreshet Ben-Gurion. Dort präsentierten sich Nubische Steinböcke sehr ausgiebig und wenig scheu. Ein Kumpel sah zweimal kurz einen Braunliest, der Rest der Gruppe hatte aber Pech und sah keinen :(
Wie überall in Israel lohnte sich auch ein regelmäßiger Blick in den Himmel: mehrere Steppenadler, mind. 14 Schreiadler, 1 Schelladler, 1 Schmutzgeier, 4 Zwergadler und über 300 Steppenbussarde zogen durch.
Bei Mitzpe Ramon sah ich kurz einen Schwarzrücken-Steinschmätzer, der aber schnell wieder verschwand und von meinen Begleitern nicht mehr gesehen werden konnte. Zum Glück fanden wir wenig später einen Zweiten und konnten ihn ausgiebig beim Singen beobachten. Bei Mitzpe Ramon ist ein riesiges Tal (oder ein Krater?), der eine einmalige Kulisse bot. Überall flogen Steinschwalben und Saharasteinschmätzer jagten von den Steinen.
Weiter ging es ins Wadi Nekarot, wo uns ein Schwarzrücken-Steinschmätzer, 2 Arabische Wüstenhühner und 2 Smaragdspinte begrüßten.
Über eine israelische Beobachtungsseite hatten wir gelesen, dass dort am Morgen 4 Einödgimpel gemeldet wurden.
Tatsächlich konnten wir nach einiger Zeit 1 Männchen und 2 Weibchen beobachten, die aber meist im ungünstigen Fotolicht saßen. Insgesamt waren es dort mind. 18 Individuen! Hammer. Die Art hatte ich für die Tour eigentlich bereits abgeschrieben, umso größer war die Freude :)
30.03 Nun stand eine Tour zum Toten Meer und Umgebung an. Bei Sonnenaufgang befanden wir uns nordwestlich von Arad um dort den Langschnabelpieper zu beobachten. Zwei Individuen zeigten sich, eines davon sehr ausgiebig beim Singflug und auch beim Singen von seiner Lieblingswarte.
Kappensteinschmätzer, Balkansteinschmätzer, Brillengrasmücke und Chukarhühner waren ebenfalls präsent.
Am Toten Meer bei Neve Zohar hörten wir einen Stentorrohrsänger, sahen kurz einen Moabsperling und einen Goldschakal am Schilfrand ruhend :)
Dann ging es ein Stück zurück zu KM152 um nach Akaziengrasmücken zu suchen, deren Bestand in Israel deutlich abgenommen hat.
Eine Schuppengrasmücke zeigte sich, mehrere Nachtigallengrasmücken ebenfalls, eine Akaziengrasmücke leider nicht. Es war unerträglich warm und die Aktivität nahm merklich ab, daher fuhren wir weiter nach Norden ein Stück ins Westjordanland und besuchten noch ein schönes Wadi Salvador. Dort gab es einige Wüstenammern, fotogene Tristramstare, überall Borstenraben, einige Steinlerchen. Dann hörte ich Einödgimpelgesang und ein Freund konnte 3 fliegende Individuen sehen.
In den Klippen waren noch einige Klippschliefer unterwegs :)
Um 18:30 hatten wir eine Verabredung mit einem Guide für zwei sehr besondere Vogelarten. Daher machten wir uns langsam auf den Rückweg. An den Klippen jagten sehr viele Fahlsegler und bei einem Halt an einem Teich mit großen Schilfflächen, hörten wir mehrere Stentorrohrsänger und fanden auch 4 Moorenten.
Kurz vor dem Treffpunkt saß neben 2 Smaragdspinten auch ein größerer Spint auf der Stromleitung, leider war er direkt wieder verschwunden bevor wir angehalten hatten. Vielleicht war es nur ein Bienenfresser, eventuell aber auch ein Blauwangenspint (den ich aber zum Glück bald in Aserbaidschan genießen darf). Ein Kappensteinschmätzer landete auf einer Stromleitung, Fahlsegler jagten umher. Toll.
Nun trafen wir uns mit dem Guide und den anderen Teilnehmern, der Abend-/Nachtexkursion und es ging in ein nahegelegenes Kibbutz und von dort auf sandigen Wegen zwischen Minenfeldern entlang. Es wurde dunkler und dunkler und nun begannen die Triele zu rufen. Plötzlich begannen auch die Nubischen Ziegenmelker sich zu Wort zu melden und wir konnten 2 Individuen kurz auf dem Weg im Schein einer Taschenlampe beobachten. Um die Tiere nicht länger zu stören, ging es auch direkt weiter und wir konnten noch ein weiteres Ind. im Licht unseres Autos beobachten.
Permanent hörte man in der Umgebung weitere rufende Nubische Ziegenmelker...ein tolles Gefühl, eines der seltensten Brutvögel der WP zu erleben, deren Brutplätze wohl nur noch bestehen, da die Minenfelder nicht geräumt sind.
Nun begann die spannende Phase für die zweite Zielart, dem Fahlkauz. Wir fuhren an ein Wadi heran und konnten tatsächlich Männchen und Weibchen rufen hören! Ein zweites Männchen balzte in weiterer Entfernung.
Nilflughunde waren ab und an zu sehen, ein toller Moment.
Ein paar Male hatte der Guide Rufe abgespielt, aber immer riefen die Fahlkäuze aus großer Entfernung , dann meinte der Guide, dass er ein letztes Mal 3 Rufe abspielt und noch einmal kurz leuchtet. Fast unfassbar, aber nach den letzten Rufen, antwortete der Fahlkauz tatsächlich deutlich näher und der Guide hat den richtigen Busch angeleuchtet und wir konnten kurz den Fahlkauz im Busch beobachten. Genial.
Nachdem jeder Teilnehmer den Vogel gesehen hatte, wurde direkt das Licht ausgemacht und der Vogel in Ruhe gelassen. Alles in allem wurde nur sehr zaghaft und vorsichtig gelockt und geleuchtet, sodass eine Störung für den Vogel extrem gering gehalten wurde.
LG Armin
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31.03. Nach zwei Hardcoretagen ging es mal nicht bei Sonnenaufgang raus, stattdessen starteten wir gegen 9 im Uvda Valley. über 130 Tropfenflughühner flogen umher, einige Kurzzehen- und Steinlerchen zeigten sich, wir konnten einen Asiatischen Esel beobachten und dann klappte plötzlich die Art der Tour...Knackerlerche
Was für ein Vogel, wunderschön gezeichnet, einfach toll.
Kurz beobachteten wir an Klärteichen, an denen die üblichen Limis und Kleinvögel umherwuselten, aber auch ein Drosselrohrsänger auf die Tourliste kam.
In den Feldern bei Yotvata zogen 42 Rötelfalken durch, über 200 Rotkehlpieper und 100 Kurzzehenlerchen waren versammelt, Bienenfresser zogen durch und es war warm :D
Wir beendeten den Tag am North Beach von Eilat.
01.04. Nun stand der letzte volle Birdingtag an und wir fuhren nochmal zu KM 152 wegen der Akaziengrasmücke. Wir hatten Glück und in einer Akazie, stritt eine Akaziengrasmücke mit 2 Klappergrasmücken und nach kurzer Zeit war Ruhe und es fehlte jede Spur von der Grasmücke. Stattdessen zeigte sich ein Ägyptischer Dornschwanz, eine große Echse die bis zu 75cm lang werden kann.
Es wurde unerträglich heiß und über Yotvata mit den üblichen Arten, ging es zum Birding Center. Dort liefen mind. 5 Kleine Sumpfhühner umher, eine Zwergdommel zeigte sich kurz, Graufischer balzten etc.
Dann ging es kurz zurück ins Hotel, wo ich kurz in den Pool sprang und auch nette Beobachtungen machen konnte ;)
Den letzten Abend wollten wir dann nochmal bei KM20 und später bei den Wellenflughühnern beenden.
Bei KM20 flogen 6 Rotflügel-Brachschwalben umher, dau Raubseeschwalbe und Lachseeschwalbe und ein Großer Brachvogel mit einem riesigen Schnabel, der der Unterart orientalis angehörte.
An der Wellenflughuhnstelle waren wieder diverse Reiherarten, 2 Rotflügel-Brachschwalben, Flamingos etc und 3 Wellenflughühner kamen kurz zum Trinken.
Vor uns saß jemand mit einem 600er Objektiv und es ist schon erstaunlich, was man damit bei keinem Licht noch alles rausholt :D
02.04. Mittags mussten wir wieder in Tel Aviv sein, damit wir rechtzeitig unseren Rückflug erreichen konnten. Dennoch entschieden wir uns dazu, nochmal an den Teichen bei Nizzana zu starten, um die anderen Flughuhnarten doch noch erleben zu dürfen. Wieder kamen nur Sandflughühner :D
Eine Zwergseeschwalbe schaute vorbei, 3 Rotflügel-Brachschwalben und die üblichen Verdächtigen.
Nun ging es an der Yerucham See. Dort konnten wir ein Afrikanisches Purpurhuhn beobachten, hörten viele singende Seidensänger, sahen mehrere Blutspechte und eine Flussseeschwalbe für die Tourliste.
Dann kamen wir in Tel Aviv an und bei der Rückgabe des Mietwagens zogen plötzlich 1400 Rosapelikane im Trupp durch...wow
Glücklicherweise kam auch ein Braunliest angeflogen und später rief noch ein zweiter. Das war nochmal ein toller Abschluss und ich bin sehr froh, dass ich den Braunliest doch noch beobachten durfte.
Sorry für den langen Bericht, habe ihn aber möglichst kurz gehalten.
Insgesamt war es wie gesagt eine hammermäßige Tour und lediglich 3 mögliche Lifer (paar Kategorie C Arten wären auch möglich gewesen, da hatte ich aber keine Lust drauf :D) , die ich hätte sehen wollen (Spieß- und Kronenflughuhn, Mariskenrohrsänger) haben nicht geklappt, ansonsten haben wir alles gesehen. Halbringschnäpper hat auch nicht geklappt, aber den werde ich auch zu genüge in Aserbaidschan genießen :)
Schön war es auch, jeden Tag etwas neues zu erleben und den Zug der Arten verfolgen zu können: z.B. anfangs keine Rötelfalken, dann jeden Tag mehr; Abnahme der Maskengrasmücken, bzw. allgemein der Kleinvogelbestände; Zunahme der ziehenden Schreiadler etc.
Tolles Land, klare Reiseempfehlung und wenn jemand Tipps braucht, helfe ich gerne :)
LG Armin
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Arabisches Wüstenhuhn


Rosaflamingo

Weißstorch


Purpurreiher

Seidenreiher

Küstenreiher



Rallenreiher


Nachtreiher

Sichler

Fischadler



Schmutzgeier


Gänsegeier

LG Armin
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Schlangenadler


Falkenbussard (Steppenbussard)





Schreiadler


Schelladler

Steppenadler





Zwergadler


Kleines Sumpfhuhn

Afrikanisches Purpurhuhn

Spornkiebitz


LG Armin
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Wüstenregenpfeifer

Seeregenpfeifer

Regenpfeiferkampf

Säbelschnäbler

Teichwasserläufer

Uferschnepfe

Zwergstrandläufer


Kampfläufer

Rotflügel-Brachschwalbe


Zwergseeschwalbe


Lachseeschwalbe

Raubseeschwalbe

Weißbart-Seeschwalbe

Tropfenflughuhn

Sandflughuhn






LG Armin
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Moin Armin,
hört sich nach einer verdammt guten Tour an.
Das ist so eine Sache, die ich mir wohl auch gerne mal antun würde. Toll, was für eine Artenvielfalt Du da so vor die Linde bekommen hast. Auch die Bilder zeugen von atemberaubenden Augenblicken. Mir persönlich gefallen die Brachschwalben ja hammermäßig. Die würde ich auch so gerne mal wieder sehen.
Danke fürs zeigen und die Arbeit, die Du Dir mit diesem Bericht gemacht hast!
Holger
LL: 364 (Carolinakrickente,Zwergschneegans)
Liste-D: 282 (Berglaubsänger, Zwergammer)
Kreis Viersen: 221 (Waldbaumläufer)
2018: 164 (Waldlaubsänger, Schwarzstorch)
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Hallo Armin,
Da getraut man sich ja fast nichts dazu zu schreiben. Alle Superlativen wären wohl noch ein rechtes Stück untertrieben. Deshalb einfach mal Gratulation zu dieser Hammer-Tour und danke fürs Einstellen des Monsterberichts samt den dazugehörigen Bildern!
Viele Grüsse,
Harry
Zuletzt bearbeitet: 10.04.17 17:55 von SDiger67
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