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Thema: Vogelfotografie, aber...


Liebe Natur- und Vogelfreunde,
ich freue mich immer über die schönen Fotos hier im Forum, möchte aber die Fotografen auf diese Meldung bei ornitho.de hinweisen.
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Viele spannende Beobachtungen in beginnenden Frühjahr
wünscht
Leo



Ich fotografiere selbst ja auch. Aber ich kann echt nicht verstehen, wieso man für ein Bild die Vögel bedrängt. Beobachten ist doch ebenso schön.

Daher Danke, dass du den Hinweis hier auch noch mal verlinkt hats. Offensichtlich kann man nicht oft genug darauf hinweisen...



Hallo Leo,

ich hoffe, dass du hier tausendfach offene Türen einrennst! Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Und doch gibt es sie halt, die schwarzen Schafe.

Viele Grüße, Micha

Birds rock!
ForanerInnen: 48
D: 338 (Sturmschwalbe); LL: 2401 (Brownies Cacholote, Fawn-breasted Tanager)
Jahresliste 2018: 363 (Waldbaumläufer)


"Unfortunately, in the last few weeks several incidents of unacceptable behaviour of bird watchers and wildlife photographers have been reported to us."

"Schwarze Schafe" gibt es in beiden Fraktionen, auch wenn die Schuldigen gerne auf der jeweils anderen Seite ausgemacht werden. Man selbst, oder gute Freunde und Bekannte, stoert natuerlich nie!

Schoenes Beispiel solch selektiver Wahrnehmung und Urteilsfindung (und Ausredenkonstruktion) findet sich http://www.birdphotographers.net/forums/showthread.php/118086-Wildlife-photographer-pleads-guilty-to-violating-Endangered-Species-Act

Vor allem interessant weil die Leute die hier ihren Kumpel verfolgt sehen in anderen Treats breit ueber Ethik in der Naturphotografie diskustieren und da ganz andere Sichtweisen vertreten. Kann es sein, dass man sich hier selbst in dem vorgehalten Spiegel und der "Opferrolle sieht?

Wenn auch die Zuwachsraten unter Birdern nicht annaehernd denen von "Tierfotografen" entsprechen ist es letztendlich egal ob von einem Fernglastreager, Kameratraeger, oder Smartphe-beschaller gestoert wird, sei es aus Unwissenheit oder Ignoranz.

Auch "nur" beobachten kann stoeren ....

Nur mal so zum nachdenken .....

Ulli


Zuletzt bearbeitet: 17.03.14 19:24 von dowitcher


Mittlerweile ärgern mich solche Aufrufe.
Was soll das bringen? Außer einer Förderung der Empörungskultur sehe ich keinen Sinn in solchen Verlautbarungen. Sicher gibt es einige Schwarze Schafe, egal ob Beobachter oder Fotografen. Aber entweder wissen es die Leute nicht besser (das werden die wenigsten sein) oder sie stören über Gebühr mit dem vollem Wissen was sie da machen, sind aber zu sehr vom Jagdeifer und ihrem Egoismus gefangen, um von solchem Treiben Abstand zu nehmen. Zu letzter Fraktion zähle ich auch die wenigen Fotografen, die aus finanziellen Gründen über die Grenzen gehen. Aber diese Fraktion wird man mit solchen Aufrufen nicht erreichen.
Man erreicht aber was ganz anderes. Plötzlich werden Tierfotografen in der Wahrnehmung der Leute „böse“. Jeder einzelne dieser Aufrufe schafft ein Bild und verfestigt es. Ein Bild des skrupellosen Tierfotografen, der seine Linse in Nester hält und den halben Wald rodet, um ein freies Blickfeld zu haben.
Nachdem mittlerweile jeder, der mit seinem 18 Liter saufenden SUV zu Aldi gefahren ist und sich dort eine „Bio“-Salami gekauft hat, meint ein weltverbessernder Umweltschützer zu sein, trifft dann diese Empörung über die Fotografen alle. Glaubt ihr nicht? Ich wurde letztes Frühjahr ziemlich unschön von einer solchen Person der Empörungsfraktion angegangen, weil ich mit Hund (an einer 2m-Leine) auf einem recht stark genutzten Feldweg durch ein Wiesenbrütergebiet geschlendert bin und auch noch eine Kamera mit großem Tele um den Hals hatte. Erst ging es um „der Hund“ und dann um Störung des brütenden Federviehs durch „solche Fotografen wie Sie“. Hallo?
Ein Vertreter der ach so beliebten Jägerfraktion hat mich auch schon dumm angemacht, weil ich mit Spektiv und Kamera einen Waldweg entlang bin. Auch da wieder „Störung des Wildes durch solche Leute wie Sie“. Empörungskultur vom Feinsten.
Ich habe hier mal vor einer Zeit ein Bild von einem Nachtreiher im Nest eingestellt. Das Bild war sicher nicht der Anlass, aber der Auslöser für die 200te „Diskussion“ über Nestfotografie. An dem von mir eingestellten Foto konnte man schon an der nicht vorhanden Qualität erkennen, dass es aus einer Entfernung gemacht wurde, die niemals den Vogel stören kann (geschätzte 300m und Nest war auf einer Insel). Aber auch da wie ein Pawlowscher Reflex: „Böse Nestbilder“. Ein Resultat einer künstlich geschaffenen Böse-Wertung.
Ich will keinesfalls irgendwelche Fotografen oder Beobachter in Schutz nehmen, die sich nicht an die „Regeln“ halten und sich über ihren gesunden Menschenverstand hinweg setzten. Aber diese allgemein gehaltenen Empörungsverlautbarungen wie in der Meldung auf ornitho oder hier bringen nix, schwärzen nur weiße Schafe schwarz an. Es ist auch nicht möglich, von einem Foto drauf zu schließen, unter welch vermeintlichen bösen Umständen es aufgenommen wurde. Kein Mensch kann an Hand des Fotos sehen, ob die Aufnahme „capitve“ war, mit einem 5m-Tele fotografiert wurde, der Fotograf den ganzen Tag im Tarnzelt saß usw. Wenn ein belegter Einzelfall einer Fotoaktion oder einer Beobachtung angreifbar sind, kann und soll man das veröffentlichen (das geht auch ohne Kesseltreiben gegen eine Person), aber pauschal immer wieder auf „Schwarze Schafe“ hinzuweisen bringt nix, außer ein Negativ-Kleber an alle Tierfotografen.

Olli





Hallo Olli,

das Problem ist der „Pawlow’sche Reflex“, wie du das so schön nennst: Die meisten können eben nicht erkennen, aus welcher Entfernung so ein Bild wie der von dir erwähnte Nachtreeiher am Nest gemacht wurde! D.h. die Ahnungslosen haben damit ein Rechtfertigung („wenn der das auch darf …“), und die „Fotografen-Gegner“ wieder neues Kanonenfutter.

Es geht gar nicht darum, ob man selber während der Aufnahmen gestört hat – sondern wie solche Fotos in der Öffentlichkeit interpretiert werden. Leider! Das musste mir ein befreundeter Ornithologe auch erstmal klar machen, nachdem ich ein Video von jungen Seeadlern im Horst bei YouTube eingestellt hatte. Natürlich wusste er, dass ich nicht gestört hatte – aber jeder Hinz und Kunz, der das sieht, meint dann doch, dass man sich neben einen Seeadlerhorst stellen (womöglich sogar in einen Nachbarbaum klettern) und Aufnahmen machen kann.

Herzliche Grüße – Martin M.



martinmiethke:
D.h. die Ahnungslosen haben damit ein Rechtfertigung („wenn der das auch darf …“), und die „Fotografen-Gegner“ wieder neues Kanonenfutter.

Es geht gar nicht darum, ob man selber während der Aufnahmen gestört hat – sondern wie solche Fotos in der Öffentlichkeit interpretiert werden. Leider!


Hallo Martin,
da teile ich deine Auffassung und die des Ornithologen nicht. Wer sich an die Vogelfotografie heran wagt, wird nicht damit starten können, dass er Bilder vom Nachbarbaum in einen Adlerhorst macht. Zumindest wäre das sehr ungewöhnlich und damit vernachlässigbar selten, weil so wahrscheinlich, wie ein Grillfest unter dem Adlerhorst. Jemand, der sich mit dem Thema Vogelfotografie beschäftigt, wird unweigerlich damit konfrontiert, was er darf/soll und was besser nicht. Ob er sich darüber hinwegsetzt, ist seine Entscheidung und nicht davon abhängig, ob er Bilder von solchen Aufnahmen sehen kann.
Es wird ja auch kaum einer sein Tarnzelt mitten ins Schilf setzen, nur weil er im Fernsehen eine Aufnahme von einer hier nicht Nennbaren gesehen hat. Ich halte diese Argumentation für ein typisch überzogenes Vorgehen, das dem Menschen erst mal nur Blödheit unterstellt (die Unterstellung ist sicher nicht so falsch, aber darauf ein Regularium aufzubauen, widerstrebt mir).

Und wenn ich mir anschaue, dass z. B. mir nichts dir nichts in einer Nacht und Nebel Aktion bei uns in einer Flussaue gehörig im sehr alten Baumbestand entwaldet wurde und das vermeintlich legal ist, weil über Zuständigkeitsverteilung auf 4711 für -übertrieben- jeden einzelnen Baum eine Legalitätserklärung zur Fällung gestrickt wurde, ist es lächerlich sich darüber aufzuregen, wenn einer von vielen Fotografen mal aus der Spur radelt bzw. von "mieser Vorbildwirkung" eines Nestbildes zu sprechen. Die "miesen" Vorbilder sitzen ganz woanders und deren Vorbildwirkung ist deutlich stärker. Da man "gegen die da oben" aber wohl nicht so beikommt, manifestiert man halt "unten" etwas gegen die "bösen" Fotografen oder fährt mit dem SUV zum Bio-Einkauf, weil dann hat man ja was getan...

Olli



Blechroller:
martinmiethke:
D.h. die Ahnungslosen haben damit ein Rechtfertigung („wenn der das auch darf …“), und die „Fotografen-Gegner“ wieder neues Kanonenfutter.

Es geht gar nicht darum, ob man selber während der Aufnahmen gestört hat – sondern wie solche Fotos in der Öffentlichkeit interpretiert werden. Leider!


Hallo Martin,
da teile ich deine Auffassung und die des Ornithologen nicht. Wer sich an die Vogelfotografie heran wagt, wird nicht damit starten können, dass er Bilder vom Nachbarbaum in einen Adlerhorst macht. ....
Jemand, der sich mit dem Thema Vogelfotografie beschäftigt, wird unweigerlich damit konfrontiert, was er darf/soll und was besser nicht. .................

Olli


Der Nachmach Effekt der Einsteiger ist das Problem da know-how und Enthusiasmus nicht nmiteinander Schritt halten(Aufstrebender Fotograf: Tolles Bild, will ich auch .... Aufstrebender Birder: Tolle Beobachtung, will ich auch ...).

Erfahrene Birder/Fotografen wissen was geht (und wie) und was nicht (sich daran zu halten steht auf einem anderen Blatt)und sollten auch wissen was an Regeln und Gesetzen zu beachten ist (auch nicht immer der Fall).

Einsteiger sehen nur die Resultate und dann wird fehlende Brennweite, Geduld,Erfahrung und Know-How durch Verkuerzung der Distanz, Anlocken/Anfuettern etc. kompensiert, oft die einzigen greifbaren kurzfristigen Loesungen um an das Ziel (Foto oder Sichtung) zu kommen.
Dass man da nicht unbedingt auf einen Baum steigt ist auch klar, aber bruetende Voegel sind einfach und verlaesslich zu finden und gezwungenermassen auch "toleranter" was Annaeherung betrifft (d.h. kommen immer wieder zurueck bis halt irgendwann nicht mehr), und Junge im Nest bringen auch den "OHHH, wie niedlich Effekt" und die damit verbundenen Aufmerksamkeit in den Fotoforen.

Die Konfrontation , das Lernen, kommt erst spaeter bei denen die dabei bleiben und Vogelfotografen werden, der Rest der auchmal Voegel fotografiert hat, hat sich bis dahin schon ein neues Hobby gesucht.....

Ulli



Das ist ein kompliziertes Thema. Jeder, der in der Natur herumläuft, aus welcher Motivation auch immer, stört.
Ein Naturfotograf stört, Beobachter stören, Naturschützer stören, Spaziergänger stören, Mountainbiker, Jäger, Hundebesitzer....

Bleibt also nur, Nutzen und Schaden abzuwägen und die Störung so gering wie möglich zu halten.

Ich habe unter all diesen Leuten einzelne gesehen, die sich dämlich verhalten haben und eine Menge, die sich verantwortungsvoll benehmen. Es bringt nichts, auf einzelne Gruppen mit dem Finger zu zeigen und diese in besonderem Maße anzuprangern. Das einzige was hilft: die Person, die sich falsch verhält anzusprechen und auf ihr Verhalten hinzuweisen. Das hat dann mal mehr und mal weniger Erfolg.

Und da, wo es für Beobachter und Fotografen gute Möglichkeiten gibt und die Menschen nicht nur ausgesperrt werden, sind die Störungen vermutlich viel geringer, als in Gebieten ohne Infrastruktur für Naturbegeisterte.

Katrin



dowitcher:


Der Nachmach Effekt der Einsteiger ist das Problem da know-how und Enthusiasmus nicht nmiteinander Schritt halten(Aufstrebender Fotograf: Tolles Bild, will ich auch .... Aufstrebender Birder: Tolle Beobachtung, will ich auch ...).

Erfahrene Birder/Fotografen wissen was geht (und wie) und was nicht (sich daran zu halten steht auf einem anderen Blatt)und sollten auch wissen was an Regeln und Gesetzen zu beachten ist (auch nicht immer der Fall).

Einsteiger sehen nur die Resultate und dann wird fehlende Brennweite, Geduld,Erfahrung und Know-How durch Verkuerzung der Distanz, Anlocken/Anfuettern etc. kompensiert, oft die einzigen greifbaren kurzfristigen Loesungen um an das Ziel (Foto oder Sichtung) zu kommen.
Effekt" und die damit verbundenen Aufmerksamkeit in den Fotoforen.

Ulli


Das Problem liegt nicht nur bei den aufmerksamkeitsheischenden Einsteigern. Was ist mit denen, die schon langjährige Beobachtungs- und/oder Fotografie-Erfahrung haben und aus einer konstruierten Überzeugung heraus stören? Diese Überzeugung lautet in etwa: "Ich weiß, hier beginnt das Bodenbrüter-Schutzgebiet. Hier soll man auch nicht durchgehen, weil es die Vögel stört. Ich gehe hier aber zum Beobachten durch, weil ich ja gleichzeitig die Vögel zähle. Damit mache ich also was positives."
Oberflächlich mag es so aussehen, als ob man hier in der Schadens-Nutzen-Abwägung zu verschiedenen Ergebnissen kommt. Ich spreche aber nicht von koordinierten Vogelerfassungen, sondern von spontanen Wochenend-Beobachtungstouren, deren erfasste Vogelzahlen hinterher bei ornitho, naturgucker oder sonst irgendwo veröffentlicht werden.

Wird ein Vogelbeobachter/-fotograf, der durch Schutzgebiete läuft, an Nestern herumschleicht u.ä. von anderen Beobachtern, Fotografen und Spaziergängern gesehen, hat das Verhalten eine Wirkung auf diese. Diese Wirkung kann von Ablehnung des Verhaltens, über eine neutrale Position, bishin zu einer Grundlage für Nachahmung reichen.
Insbesondere, wenn vögelstörendes Verhalten von Beobachtern/Fotografen mit großem Fachwissen (und einem guten Ruf, über die Sinnhaftigkeit dessen Kriterien man einen neuen Thread aufmachen könnte) gezeigt wird, erhöht dies unter weniger Wissenden die Akzeptanz für Störungen und die Zahl der Nachahmer.

...noch eine kleine Anmerkung am Rande: ich weiß zwar nicht genau, was ein "aufstrebender Birder" ist, aber auch unter Leuten, die schon sehr viele Arten gesehen haben, gibt es einige die für die x-te Art eine Menge (Mist) tun würden...




Zuletzt bearbeitet: 21.03.14 16:49 von Silbermoewe
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