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Thema: gruseliger Fund, Säugetierbestimmungsfrage


Gestern in den Hennigsdorfer Wiesen, auf einem Waldweg, der zu einem Weg zwischen zwei Teichen führt (auch ein beliebter Angelplatz) habe ich dieses tote Säugetier gefunden (Achtung, keine schönen Bilder):



Zunächst einmal zur Identifizierung. Ich glaube es ist ein Mink. Kann mir das jemand bestätigen? Ich habe vom Kopf mit Gebiss zwei Bilder, von den Vorderpfoten und vom Schwanz:









Gar nicht recht erklären kann ich mir was da passiert ist. Warum liegt das Tier auf dem Weg? Der Hinterleib sieht total zerquetscht aus (in den Sand gedrückt), aber an der Stelle ist das Tier wohl kaum überfahren worden, sind ja auch keine Spuren, die dafür sprechen. Warum ist der Sand so aufgewühlt?



Erst beim Betrachten der Bilder am Computer habe ich eine seltsame Struktur gesehen, dort wo ich denke, dass die aus dem Hinterleib heraustretenden Organe gerade recycelt werden:



Hat das arme Tier ein Stück Netz verschluckt und ist daran verendet? Aber gerade dort auf dem Weg?

Vielleicht kann man den Krimi hier nicht auflösen, aber vielleicht hat jemand Ideen dazu.

War schon irgendwie etwas eklig, in echt haben sich die Madenhaufen, Käfer und Fliegen ja auch bewegt und Wohlgerüche waren das auch nicht, aber mein biologischer Wissensdrang ist da doch stärker als die Ekelgefühle.

Gruß aus Berlin, Christine

Zuletzt bearbeitet: 25.05.13 21:15 von Pica


mannomann, und das beim kaffee-trinken!

ich finde, die netzstruktur sieht eher nach verzweigungen aus - vielleicht sind das die gefäße des verdauungsorgans, die eventuell nicht so leicht zu zersetzen sind wie die wände?

hast du die leiche auf dem weg gefunden? da fahren ja schon mal fahrzeuge lang, forst- oder wasserwerksfahrzeuge. diese werden aber nicht sehr schnell unterwegs sein, daher denke ich, dass die verletzungen post mortem hinzugefügt wurden, also eher leichenschändung als mord oder fahrlässige tötung.

viele grüße von der spurens¥cherung



Möglicherweise wurde das tote Tier auf dem Weg beerdigt. Da es ziemlich schwer ist, auf so einem Weg ein tiefes Loch zu graben, wurde das Tier knapp unter der Erdoberfläche begraben.
Das Tier liegt dort, es fahren Fahrzeuge auf dem Weg. Diese Verursachen die Quetschungen am Hinterleib (postmortem).
Alternative: Das Tier wurde lebend überfahren, was die Quetschungen am Hinterleib verursacht hat. Es wurde dann begraben.
Der Geruch des Tieres unter der Erde lockt einen z. B. Fuchs an. Der buddelt es wieder aus (aufgewühlte Erde!) und knabbert evtl. daran. Vielleicht waren ihm die Maden auch zu eklig und er lässt das Tier liegen.

Ich mag solche Krimis!


Zuletzt bearbeitet: 26.05.13 23:05 von Silbermoewe


kennt ihr die "black stories"?
:D



ychri:
kennt ihr die "black stories"?
:D


Jaaa. Und ich war nie gut im Lösen. Obwohl ich Krimis ja mag.

Also: Die (nicht mehr ganz frische) Leiche eines marderartigen Säugetieres liegt auf einem Waldweg, die Erde drumherum ist aufgewühlt... Was ist passiert?

Bloss, dass ich auch auf geschickt gestellte Ja/Nein-Fragen nicht wirklich antworten kann, weil ich die Lösung ja selber nicht kenne.

Aprospos Fragen: Kann mir den jemand sagen, ob es ein Mink ist? Ich habe leider nicht dran gedacht irgendeinen echten Größenvergleich mit zu fotografieren, aber für einen Stein- oder Baummarder war das Tier meiner Meinung nach zu groß und für einen Fischotter (zumindest einen erwachsenen) viel zu klein und der Schwanz zu dünn. Um mit den im www gefundenen Zahnformeln was anfangen zu können, müsste man auch die weiter hinten liegenden Molare sehen und zählen können. Vielleicht kann man das ja demnächst... Wenn das tote Tier da liegenbleibt, bis ich wieder hinkomme.



Gruß aus Berlin, Christine


Moin,
zumindest einige der illustren Gäste am Büffet lassen sich identifizieren:

in der Mehrzahl handelt es sich um Rothalsige Silphen (Oiceoptoma thoracicum) ...

Schönen Gruß

Peter



Danke, Peter, für die Bestimmung der Käfer. Ich hatte diese Art rausgefunden, freue mich aber sehr über die Bestätigung.

Gruß aus Berlin, Christine


Pica:
Kann mir den jemand sagen, ob es ein Mink ist? Ich habe leider nicht dran gedacht irgendeinen echten Größenvergleich mit zu fotografieren, aber für einen Stein- oder Baummarder war das Tier meiner Meinung nach zu groß

Hallo Christine,

der Mink ist kleiner als Stein- und Baummarder!

Herzliche Grüße
Martin M.



Also für mich wegen der stumpfen Schauze, den langen Barthaaren, dem brauen Fell, der Körperform und dem kräftigen Schwanz ein Fischotter.
Schwimmhäute sind leider zwischen den Zehen auf dem Bild nicht zu erkennen !

Liebe Grüße

Richard



der Mink ist kleiner als Stein- und Baummarder!

Ooops, tatsächlich sogar etwas kleiner. Meine Fehleinschätzung kommt vermutlich daher, weil der einzige lebende Mink, der mir mal über den Weg gelaufen ist (buchstäblich), recht aufgeplüscht und kompakt wirkte und in meiner Erinnerung wohl noch gewachsen ist, während Stein- und Baummarder mir immer recht zierlich vorkamen.

Überhaupt beschlich mich hier langsam das Gefühl mich mit der Größe vertan zu haben und das Tier zu klein eingeschätzt zu haben. Fischotter war tatsächlich mein erster Gedanke, als ich die Leiche fand. Aber der Körper kam mir zu klein vor und der Schwanz war so dünn. Aber genaugenommen kann man ja gar nicht richtig erkennen, wo der Hinterleib mit den - äh - Restorganen aufhört und wo der Schwanz vielleicht viel dicker als erkennbar, angesetzt hat.
Vom Anstarren meiner Fotos wurde es nicht besser, da ich ja leider keinen echten Größenvergleich mitfotografiert habe (die "Rothalsigen Sylphen" zählen da glaube ich nicht) und die Erinnerung täuschen kann.

Was tut man nicht alles für die Wissenschaft (oder ehrlicherweise für die Neugier): Ich bin heute nochmal zu der Stelle hin.
Der Kadaver war noch da.
Der Anblick ist nicht schöner geworden.
Inzwischen ist wirklich ein Waldarbeitsfahrzeug o.ä. einmal über den Hinterleib gefahren.

Die genaue Kopf-Rumpf-Länge läßt sich so nicht feststellen (sehr unklar wo der Rumpf aufhört), aber im Vergleich mit meinem Schuh dürfte es tatsächlich eher 70 cm oder mehr sein. Und eine Hinterpfote war heute gut zu sehen, zwar zusammengefaltet, also keine Schwimmhäute erkennbar, aber ganz schön groß! Wie ich das für einen der kleineren Marder halten konnte, weiß ich nicht.
Es bedrückt mich ein bißchen, dass der erste Fischotter, den ich außerhalb eines Geheges sehe, gerade dieser sein musste. Seit Jahren hoffe ich darauf, dass ich mal einen "draußen" sehe, aber so war das eigentlich nicht gedacht. Trotzdem ist auch so eine Entdeckung ganz schön spannend.

Ich werde nachher mal 1,2 oder 3 Fotos einstellen mit Größenvergleich (inklusive Hinterpfote) für die Lehrstunde "Anatomie des europäischen Fischotters".


Gruß aus Berlin, Christine
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