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Thema: Seltsames Verhalten von ornitho.de


Hallo miteinander,

heute habe ich das erste Mal bei ornitho etwas eingegeben. Unter anderem eine Seeadlerbeobachtung am Gülper See, also etwas Alltägliches. Danach wunderte ich mich über das Schlosssymbol, das daneben stand: „geschützte Beobachtung“. Wozu soll das denn gut sein? Ich habe doch keinen Brutplatz eingegeben!!

Dann sah ich, dass das bei der Eingabe einer Beobachtung ja als Häkchen gesetzt werden kann. Ich also diese Beobachtung zum Ändern aufgemacht, das Häkchen entfernt, auf Speichern geklickt – das Schloss (und das Häkchen) ist wieder da. Und oben steht auch noch, wie zum Hohn: „Aktualisierung erfolgreich“.

Was soll der Quatsch? Kann mir das jemand erklären??

Irritierte Grüße
Martin



Zuletzt bearbeitet: 24.04.14 22:12 von martinmiethke


Es werden einfach bestimmte Arten zu bestimmten Zeiten (das ganze Jahr, oder nur zu Brutzeit) generell und automatisch geschützt: http://ornitho.de/index.php?m_id=156




wie zum Hohn: „Aktualisierung erfolgreich“


:-D



Aber das ist doch Blödsinn! Welchen Sinn hat denn der Schutz von Seeadlerbeobachtungen am Nahrungsgewässer, fernab von jedem Brutrevier???

Da frage ich ich ja, wozu ich das überhaupt eintrage, wenn es sowieso nur irgendwelche privilegierten Personen sehen können …



Ich denke das hat einfach technische Gründe. Z.b. weil nicht jeder Beobachter weiss, ob da nun ein Brutrevier in der Nähe des Beonachtungsorts war oder nicht...

Bei geschützen Arten trägt man in der Tat nur für die Leute mit besonderen Rechten (und hoffentlich irgendwelche sinnvollen Auswertungen) ein, normale Vogelgucker haben nichts davon.





martinmiethke:
Aber das ist doch Blödsinn! Welchen Sinn hat denn der Schutz von Seeadlerbeobachtungen am Nahrungsgewässer, fernab von jedem Brutrevier???

Da frage ich ich ja, wozu ich das überhaupt eintrage, wenn es sowieso nur irgendwelche privilegierten Personen sehen können …


Genau, ich hatte mal einen Wanderfalken im März in Potsdam an der Havel überfliegend gemeldet und schon war die Ortsinfo gesperrt. Aber der Kauz in Tremsdorf der ist offen mit Punktverortung an der Brutröhre. Das verstehe ich noch viel weniger.

Liebe Grüße

Patricia



Ich kopiere hier mal rein, was bei ornitho unter den FAQ dazu steht:

Können Beobachtungen von seltenen oder gefährdeten Vogelarten so geschützt werden, dass nicht jeder sie sehen kann?

Ja! In ornitho.de sind zwei Sicherheitsstufen eingebaut, die verhindern sollen, dass Beobachtungen von sensiblen Vogelarten, namentlich von Brutvogelarten, sofort öffentlich sichtbar werden. Besonders sensible, ortstreue Arten werden durch das System direkt geschützt. Nur Personen mit erweiterten Rechten können die Beobachtungen einsehen (z.B. Artspezialisten, Regionalkoordinatoren). Die so generell geschützten Arten und die Schutzzeiträume können Sie unter „Welche Arten sind wie geschützt?“ einsehen (s. hierzu auch folgende Frage). Des Weiteren haben Sie selbst die Möglichkeit, eine Beobachtung zu schützen, indem Sie das Feld „geschützte Beobachtung“ anklicken. Die Beobachtung ist dann nur für sie selbst und Personen mit erweiterten Rechten sichtbar. Fotos zu diesen Beobachtungen werden ohne Beobachtungsort angegeben.

Warum sind gerade diese Vogelarten durch das System automatisch geschützt?

Bei den automatisch geschützten Arten handelt es um Arten, die bei Beobachtern, Fotografen oder anderen Interessengruppen besonders begehrt sind, die besonders sensibel sind (oder deren Lebensräume) UND bei denen vermutlich viele Beobachtungen auf den Neststandort hinweisen oder diese aus dem unmittelbaren Umfeld stammen. Bei Seeadler und Wanderfalke, auf die das nicht unmittelbar zutrifft, wurden wir seitens der Horstbetreuer um einen sensiblen Umgang mit den Daten gebeten. Die Liste ist derzeit auf die u.E. unmittelbar schutzbedürftigen Arten beschränkt, da das System unattraktiver wird, je länger die Liste ist. Wir hoffen, dass es dabei bleiben kann und appellieren an alle Beobachter, sich entsprechend zu verhalten! Sollte das nicht ausreichen, sehen wir uns gezwungen, weitere Arten auf die Liste zu setzen. HINWEIS: Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, einzelne Brutvorkommen bestimmter Arten generell zu schützen, z.B. weil es sich um eine lokal sehr seltene Art und ein sensibles Gebiet handelt. Bitte kontaktieren Sie die bundesweite Steuerungsgruppe, sollte das aus Ihrer Sicht nötig sein (bitte mit ausreichender Begründung!). Weitere Hinweise finden Sie in der Anleitung für Benutzer (Infoblatt ornitho.de nr. 2).




Das ist ja alles schön und gut – und wenn es um Brutplatzbebachtungen geht, finde ich das ja auch richtig.
Aber dass z.B. die Beobachtung von Seeadlern am Gülper See oder eines Wanderfalken oder Schwarzstorchs in der Großen Grabenniederung automatisch geschützt wird und man das auch nicht ändern kann, halte ich für ausgemachten Blödsinn. Da überlege ich mir tatsächlich, ob ich dort überhaupt Beobachtungen eingebe, wenn die derart „gefiltert“ werden.



martinmiethke:
Da frage ich ich ja, wozu ich das überhaupt eintrage, wenn es sowieso nur irgendwelche privilegierten Personen sehen können …

Früher war der Kreis der privilegierten Personen und ihre Zugriffsrechte noch größer...

Auf der Seite kann man schön seine Beobachtungen eingeben. Die Probleme, die vor Ort entstehen können, sieht man leider nicht. Beobachtungen und Diskussionen hierzu gab es ja zum Beispiel schon beim Club 300.

So hat jede Seite mit Dateneingabe ihre Vor- und Nachteile. Hinsichtlich der Beobachtung verschiedener Greife und Co kann ich es durchaus die Haltung von Ornitho nachvollziehen. Da der Seeadler im Westen "selten" und im Osten "häufig" vorkommt, werden halt alle Daten deutschlandweit geschützt.

Was ich mich besonders bei Ornitho frage und wozu nur eine pauschale Antwort gibt ("für Naturschutzzwecke" oder so ähnlich) ist, wofür werden die Daten alles wirklich genutzt. In einem Kreis bei mir in der Nähe handelt es sich beim einzigen Regionalkoordinator um einen Planer und ich konnte mehrfach bezahlte Gutachten zufällig finden, die auch Daten von Ornitho nutzen.




Hallo,

Im speziellen Fall hat Martin natürlich Recht, in Gülpe ist der Seeadler ein Alltagsvogel.

Die Vorsicht bei der Datenerfassung im Allgemeinen ist aber leider sehr angebracht. Es gibt nämlich leider nicht nur Vogelfreunde, die sich für Horststandorte interessieren. Da sind auch übereifrige Naturfotografen, um ihr Wild besorgte Jäger und noch Andere.

Insofern ist die diskrete Behandlung von Greifvogeldaten schon sinnvoll, zumal manche Kommentare, eigentlich für die Mitornis gedacht, direkte Hinweise auf Horststandorte enthalten.

M.W. ist das Schützen von Angaben zu den einzelnen Arten aber durchaus differenziert möglich, diese Möglichkeit sollten die Gebietskoordinatoren haben.

Schöne Grüße

Thomas



Es gab mal (gibt sie noch) eine Diskussion, automatisch "geschützte" Arten nach Bundesländern oder sogar Kreisen zu differenzieren. Wäre sicher sinnvoll (z.B. für Seeadler in Brandenburg). Hat aber das Problem, dass z.B. Brutplatzbeobachtungen sichtbar wären, wenn der Melder vergisst sie durch Klick zu schützen. Auch gab es wohl technische Probleme mit dem System, die dagegen sprachen. Sicher lösbar - aber eine Kostenfrage ( wobei die Kosten, die die Erstellung von ornitho verursacht hat, sowieso enorm und diskuusionswürdig sind - ist aber ein anderes Thema)

Gruß Bodo



Wenn man sieht, wie kurz die Liste ist, halte ich das Problem für nicht soo gross.



Ich hatte anfangs auch so meine Problemchen mit ornitho und war alles andere als zufriedsn., wie man hier sehen kann. Da wurde auch schon über die Vor- und Nachteile von ornitho diskutiert und die eine oder andere Sache aufgeklärt.
Damals wollte ich noch bei Naturgucker bleiben, doch als ich alles so eingestellt hatte, wie es mir gefallen hat und ich gelernt habe damit umzugehen hat es mich überzeugt und ich melde inzwischen nur noch bei ornitho. Ich finde es immer noch schade, dass ich damit nur noch meine Vogelbeobachtungen melden kann, aber um bei zwei Portalen zu melden fehlt mir die Zeit. Nafurgucker hat inzwischen mit sehr vielen Features nachgezogen und sich massiv verbessert, aber ich werde wohl bei ornitho bleiben. Denn die Datenauswertungsmöglichkeiten sind einfach fantastisch (auch weil so viele Beobachter angemeldet sind)

MfG Maffong

Meine Galerien
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Maffong:
Ich finde es immer noch schade, dass ich damit nur noch meine Vogelbeobachtungen melden kann, aber um bei zwei Portalen zu melden fehlt mir die Zeit.


Als Privatarchiv für andere Beobachtungen kannst du es nutzen. Trage die Beobachtungen unter "geschützte Bemerkung" (nur für dich sichtbar) ein. Geht aber nur, wenn du einen Vogel für dieses Gebiet meldest - dürfte für dich kein Problem sein ;-)
... und du musst dir ein System ausdenken, wie bestimmte Stichwörter und Form der Meldung, damit dir spätere Recherche möglich ist.

Gruß Bodo



Also ich hatte auch mal Kormorane, die mir "verschlüsselt " wurden (Jedoch am Brutplatz), sowie ein Tüpfelsumpfhuhn, bei dem ich nicht so recht wusste, warum es geschützt wurde. Laut ornitho.ch werden z.T auch Gänsesäger automatisch geschützt...

VG Harry


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