ich habe eine nächste Frage.
Vor mehreren Wochen (ich glaube es war im Mai) folgende Begebenheit: Ein Vogel sitzt auf der nicht viel befahrenen und schmalen Merzenbergstraße - eine Verbindung zwischen Musbach und der B294 - und zwar ziemlich genau hier, als wir mit dem Auto dort von der Arbeit nach Hause fuhren (wir wohnen in Musbach). Wir fuhren mit ca 40 km/h auf den Vogel zu als ich das Tier deutlicher sah. Er machte aber keine Anstalten zu fliehen, was ich eigentlich erwartet hatte. Also bremste ich deutlich ab bis fast zu Stillstand. Dann konnten wir mehr sehen: Der Vogel war etwa taubengroß, braun und hatte einen sehr auffällig langen Schnabel. Die Flucht ergriff er erst, als wir ca 2 Meter mit dem Auto dran waren. Dann flog er weg. Kein Foto kein Nix. Aber die Beobachtungen sind eindeutig (meine Frau und ich).
Nach meinen Recherchen kann es sich dabei nur um eine Waldschnepfe gehandelt haben. Allerdings gibt es hier nicht wirklich "sumpfige" Gebiete, jedoch einen s.g. "Möhrlesee", in ca 1300 Meter Luftlinie vom Beobachtungsort, der wohl öfter mal ausgebaggert wird. Den "See" habe ich besucht, da ist wirklich Wasser drin ;).
Kann jemand solche Beobachtung bestätigen? Ich habe nach solchen Tieren hier gesucht, weiß aber auch, dass man die nur sehr schwer erwischen kann. Gefunden habe ich bis dato nichts.
Wie komme ich diesen Vögeln am besten auf die Spur?
Viele Grüße
Matthias
Hallo
Möglicherweise war das eine durch Zug geschwächte Bekassine,Waldschnepfe oder Doppelschnepfe.
Die Waldschnepfe lebt wie der Name schon sagt im Wald.Dort stochert sie mit ihrem Schnabel im weichen Waldboden nach Nahrung.
Im Sumpf oder Feuchtgebiet kommen Bekassinen bei uns vor.
Normal ist solch ein Verhalten für beide Artenjedenfalls nicht.
Ich weiß von Doppelschnepfen das sie durchaus mal auf Plattenwegen oder Strassen rasten..warum auch immer,jedoch sind diese sehr,sehr selten rastende Durchzügler bei uns.
Waldschnepfen erwischt du wenn du zu Beginn der Dunkelheit in geeigneten Habitaten nach ihnen Ausschau hältst.
Beim sogenannten Schnepfenstrich fliegen die Vögel rufend ihr Revier ab.
Am besten hörst du dir mal den Ruf an z.b. bei Xeno Canto.
LG Bernd
Zuletzt bearbeitet: 22.07.15 19:35 von Blauschwanz
Hallo.
Der Beobachtungsort liegt ja mitten im Wald. Meiner Meinung nach sehen die Satelittenbilder sehr nach Waldschnepfenhabitat aus. Bekassine oder gar Doppelschnepfe würde ich hier eher ausschließen.
Lg
Moin Moin!
Auch halte die Waldschnepfe am wahrscheinlichsten. Ein größeres Gewässer ist in ihrem Habitat ja nicht notwendig. Feuchte Waldgebiete (Laub- und Mischwald) sind hier ausreichend. Nach meinen Erfahrungen müssen diese feuchten Stellen auch nicht besonders ausgeprägt sein.
Im ehemaligen Munitionsdepot Brüggen-Bracht haben wir z.B. mehrere Brutpaare. Hier ist Landschaft aber vor allem geprägt durch sehr trockene Heidegebiete, mit Kiefern durchsetzt (ein typisches Ziegenmelkergebiet halt).
Auf dem Durchzug hatte ich Waldschnepfen aber auch schon in einer Sandgrube und auf einer großen Rasenfläche eines Vorgartens.
Während des Zugs kann halt alles passieren - diese Aussage schließt natürlich Bekassine und sogar Doppelschnepfe nicht aus. Deshalb würde ich diese Beobachtung als unsichere Waldschnepfe ablegen.
milvus69: Auch halte die Waldschnepfe am wahrscheinlichsten.
… schon allein wegen der Größe 8-)
Danke für Eure Hinweise. Ich muss da wohl noch mal einen Abendspaziergang machen.
Viele Grüße
Matthias
Moin Matthias,
das ist natürlich jetzt eine schwierige Zeit für die "Jagd" nach der Waldschnepfe. Am besten machst Du da mal einen Orientierungspaziergang und guckst nach Waldrändern mit lockerer Baumstruktur und evtl. feuchtem Untergrund. Die Stellen merlkst Du Dir dann für abendliche Kontrollgänge ab Mitte März. Mit etwas glück erwischt Du dann eine :-)
Daskann schon mal ziemlich zeitaufwendig sein. Aber umso größer die Freude, wenn es dann klappt :-)